BMW-Bande: Polizist schießt auf das Fluchtauto

Ein Mann steht in einer Werkstatt vor zwei BMWs und einem Reifenregal.
St. Michael: Ein Verdächtiger wurde in der Nähe des Tatortes festgenommen. Die Suche nach Mittätern läuft.

Es waren filmreife Szenen, die sich Freitagfrüh beim Autohaus Kohla-Strauss in St. Michael (Bezirk Güssing) abspielten. Zum dritten Mal innerhalb von sechs Monaten wollten offenbar Mitglieder der BMW-Bande bei dem Autohändler einen Coup landen. Die Kriminellen hatten es auf Ersatzteile neuwertiger Autos der Marke BMW abgesehen. Als sie Airbags, Stoßstangen und andere Teile von neun hochpreisigen Wagen abmontiert hatten, wurden sie von einer Streife ertappt.

Es war gegen 4.20 Uhr, als in der Bezirksleitzentrale Alarm ausgelöst wurde. Am Tatort beobachteten die Beamten eine dunkel gekleidete Person, die an einem abgestellten BMW hantierte. Als der Verdächtige die Polizisten bemerkte, ergriff er die Flucht. Bezirkspolizeikommandant Ewald Dragosits schildert die dramatischen Momente: „Der Täter ist in das bereitgestellte Fluchtfahrzeug – einen schwarzen BMW ohne Kennzeichen – gesprungen. Der Beamte hat einen Schreckschuss in die Luft abgegeben. Aber das hat keine Wirkung gezeigt." Im Gegenteil: Der Lenker des Fluchtfahrzeuges drehte die Scheinwerfer voll auf und fuhr auf den Polizisten zu. „Der Beamte hat in Notwehr drei Schüsse abgegeben", sagt Dragosits. Verletzt wurde niemand.

Festnahme

Eine sofort ausgelöste Alarmfahndung samt Hubschraubereinsatz blieb vorerst ergebnislos. Freitagabend gab es dann einen ersten Fahndungserfolg. Einer der mutmaßlichen Täter – ein Ungar – wurde in Schallendorf festgenommen. Die Polizei geht von zwei bis drei Mittätern aus, nach denen gesucht wird. Auch das Fluchtfahrzeug wurde in dem Ort sichergestellt.

Geschäftsführerin Monika Kohla-Strauss ist fassungslos. „In unserer Filiale in St. Michael wurde seit Jänner drei Mal eingebrochen und in Oberpullendorf einmal. Dass Autos so systematisch ausgeschlachtet werden, gab es in unserer 30-jährigen Betriebstätigkeit vorher noch nie." Die Unternehmerin vermutet, dass die Täter Profis sind, die die Ersatzteile im Ausland verkaufen. „In Österreich gibt es dafür eher keinen Markt", erklärt Kohla-Strauss. Mittlerweile sei ihr durch die Einbrüche ein Schaden von über 100.000 Euro erwachsen.

Werkmeister Anton Unger hat nun alle Hände voll zu tun. Eine Woche werde es dauern, bis die demolierten Autos wieder funktionstüchtig seien. „Kaum sind die Autos repariert, gibt es den nächsten Einbruch. Da glaubst du, du bist im falschen Film", sagt Unger.

 

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