Bankangestellter sitzt in U-Haft
Ein ehemaliger Mitarbeiter einer Bank-Burgenland-Filiale im Bezirk Eisenstadt-Umgebung steht unter dem Verdacht, Geld einer Kundin in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Die Kundin selbst hatte von den Malversationen nichts mitbekommen. Der Schaden dürfte sich aus derzeitiger Sicht auf 400.000 bis 500.000 Euro belaufen. "Da der Betroffene sehr widersprüchliche Aussagen zum Verbleib der veruntreuten Mittel machte, wurde er in Untersuchungshaft genommen", bestätigt die Staatsanwaltschaft Eisenstadt einen ORF-Bericht. Außerdem wurde auf dem privaten Anwesen des 33-jährigen Nordburgenländers eine Hausdurchsuchung veranlasst.
Wertpapiere
Der Schalterbeamte soll im Jahr 2008 Wertpapiere einer Kundin ohne deren Wissen verkauft und das Geld selbst lukriert haben. Um die unerlaubte Veräußerung zu verschleiern, hat er das Geld über ein kompliziertes, noch zu erhellendes System im Kreis geschickt. "Aufgefallen sind die Unregelmäßigkeiten im Haus selbst", betont Bank-Burgenland-Vorstandsdirektor Gerhard Nyul im Gespräch mit dem KURIER. Die daraufhin eingeschaltete Innenrevision habe den Fall dann aufgedeckt. Zum Motiv habe der seit 1998 bei der Bank
Burgenland beschäftigte Mann keine Angaben gemacht. Jetzt werden alle Kundenbeziehungen des in U-Haft sitzenden Ex-Mitarbeiters durchleuchtet.
Der Mann selbst wurde unmittelbar nach Auffliegen der Malversation fristlos entlassen. "Es handelt sich um einen bedauerlichen Einzelfall. Dem Verdächtigen ist es gelungen, die Sicherheitsmaßnahmen der Bank eine Zeit lang geschickt zu umgehen. Wir konnten dies aber unterbinden, bevor ein noch größerer Schaden entstanden wäre", erklärt Nyul. Der geschädigten Dame habe man das Geld schnell und unbürokratisch ersetzt. Die Bank hofft jetzt, dass sie auf etwaiges Vermögen des früheren Mitarbeiters zugreifen kann, um den Schaden zumindest zu verringern.
Bereits seit Dezember des Vorjahres sitzt auch ein ehemaliger Mitarbeiter der Oberbank Eisenstadt in U-Haft. Der Mann soll über einen längeren Zeitraum rund acht Millionen Euro veruntreut haben. Die Ermittlungen seien noch nicht komplett abgeschlossen, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft.
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