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Chronik Burgenland
12/05/2011

Anlagenbauer etaone ist insolvent

Der Schuldenstand der in Neckenmarkt Firma beträgt 9,5 Millionen Euro. Am Freitag soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Ein weiterer burgenländischer Leitbetrieb muss Konkurs anmelden. "Wir hätten eigentlich bis März nächsten Jahres volle Auftragsbücher. Aber leider ist ein Finanzinvestor, der eine Kapitalerhöhung von mehreren Millionen Euro zugesichert hatte, abgesprungen", sagt etaone-Chef Nikolaus Huter. Das führende Unternehmen bei der dezentralen Energieerzeugung aus Neckenmarkt, Bezirk Oberpullendorf, hat laut Kreditschutzverband von 1870 beim Landesgericht Eisenstadt die Eröffnung des Konkursverfahrens über das eigene Vermögen beantragt.

Die insolvente Gesellschaft hat sich unter anderem mit der Planung und Fertigung von Notstromaggregaten und Blockheizkraftwerken mit Erdgas, Biogas oder Biodiesel beschäftigt.

Der Schuldenstand beträgt nach Angaben des Unternehmens 9,5 Millionen Euro. Betroffen sind 180 Gläubiger, die ihre Forderung ab sofort über den KSV 1870 anmelden können. Der Betrieb gibt laut KSV an, dass das Anlage- und Umlaufvermögen einen Liquidationswert von 313.000 Euro hat, hinzukommen Forderungen gegenüber Kunden, teilweise auch aus Haftrücklässen im Buchwert von zwei Millionen Euro. In welchem Umfang diese einbringbar sind, wird der noch zu bestellende Masseverwalter prüfen. Beteiligungen bestehen an diversen Gesellschaften in Ungarn, Rumänien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und an einer österreichischen Gesellschaft.

Kurzarbeit

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hätte man aufgrund der Wirtschaftskrise und Auftragseinbrüchen immer wieder Kurzarbeit anmelden müssen. In der vergangenen Zeit hätte sich die Auftragssituation aber stark gebessert.

Von den ursprünglich 50 Mitarbeitern waren bis vor Kurzem noch 21 in dem Unternehmen beschäftigt. "Ein Teil der Mitarbeiter ist aber bereits aus der Firma ausgetreten bzw. in Tochtergesellschaften im Ausland beschäftigt", erklärt Huter. Der Betrieb in Neckenmarkt stehe still. "Wir hoffen aber, dass wir doch noch einen Investor finden und den Standort Neckenmarkt erhalten können."

Ausländische Konkurrenz holt laufend auf
Blue Chip in Güssing in Insolvenz, etaone in Neckenmarkt beantragt das Konkursverfahren - bricht über Anbieter alternativer Energieformen die Krise herein?
"Nein", sagt Reinhard Koch, Geschäftsführer des Zentrums für Erneuerbare Energie (EEE) in Güssing: Die beiden Betriebe sind auch nicht zu vergleichen. "Blue Chip war im Fotovoltaikbereich tätig, etaone im Bio-Gasbereich." Die Neckenmarkter fertigten Kleinkraftwerke bei denen mit Jenbacher Motoren aus Biogas Strom erzeugt wurde.
Allgemein sieht Koch aber doch eine weltweite Problematik auf die heimischen Hersteller zukommen: "Im Ausland wird oft billiger erzeugt, auch im Alternativbereich und technologisch holen die Firmen laufend auf." Daher sei es besonders wichtig viel Geld und Energie in die Forschung und Entwicklung zu stecken.
Was Blue Chip in Güssing betrifft, ist Koch durchaus zuversichtlich, dass nach der Abwicklung der Insolvenz eine Weiterführung möglich ist.

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