90 Jahre Burgenland: Üble Laune nach Fest
Gut gemeint ist sehr oft das Gegenteil von gut. Diese Erfahrung musste auch SP-Klubobmann
Christian Illedits machen, der für die Organisation des I-love-Burgenland-Festes im Wiener Rathaus am vergangenen Mittwoch verantwortlich zeichnet.
Landesweit war via großflächiger Plakate zum Pendler-Vereinigungsfest in die Bundeshauptstadt geladen worden. Auf der Homepage des Landes war gar zu lesen, dass es sich die Landeshauptleute Niessl und Häupl nicht nehmen lassen, "...Sie GRATIS ins Rathaus einzuladen." Wer diese Zeilen las, fand auch heraus, dass man sich für das Fest anmelden musste, was mehr als 2400 Burgenländer auch taten. Doch fast nochmal so viele kamen Mittwoch unangemeldet zum Rathaus, wo das Chaos gegen 19.30 Uhr seinen Lauf nahm.
Chaos
Diejenigen, die angemeldet waren, mussten bis zu einer Stunde Schlange stehen, bevor sie Einlass bekamen. Die unangekündigten Gäste wurden anfangs wieder weggeschickt. "Ich hab 150 Kilometer Fahrt hinter mir, und jetzt soll ich wieder gehen. Das ist eine Farce", ärgerte sich eine Südburgenländerin.
Im Rathaus angekommen, stellten die Gäste rasch fest:
Burgenländer ist nicht gleich Burgenländer. "Als wir die Fanfaren hörten, wollten wir in den Festsaal gehen. Doch die Security erklärte uns, dieser sei auserwählten Gästen vorbehalten", ärgert sich Silke Artner, die auch die angekündigten burgenländischen Schmankerl so wie Hunderte andere Gäste vergebens suchte. Die gab's nämlich nur im VIP-Saal. Fürs Volks gab's kaum Schmankerl und schon gar nichts gratis. Für ein Bier in der Disco musste man 5 Euro berappen.
Christian Illedits gesteht, dass das Fest zu einem Boomerang wurde. "Wir wollten keinen Eintritt verlangen. Dadurch wurden wir überrannt. Es war auf einmal nicht mehr kontrollierbar", so Illedits. Als man merkte, dass man 2500 unangemeldete Gäste (auf den Plakaten stand nichts von einer Anmeldung, Anm.) nicht heimschicken kann, konnte man den Wiener Stadtrat Ludwig überreden, trotz Auflagen die Tore für alle zu öffnen. "Durch diese Masse an Leuten gingen Speisen und Getränke aber schnell aus", sagt Illedits, der auch versteht, dass vielen Besuchern die Preise zu hoch waren. Doch dafür sei die beauftragte Agentur verantwortlich, es habe sich um übliche Wiener Disco-Preise gehandelt. Dass die VIPs, vor allem Sponsoren, sozusagen parallel zu den anderen gefeiert haben, sei eine schlechte Optik gewesen.
Das Gerücht, beim Fest sei alles gratis, habe eine Facebookgruppe abgesetzt, so Illedits, der aus diesem Fest "Lehren für künftige Veranstaltungen zieht."
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