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05.12.2011

Winehouse: Nach Tod an Spitze der Charts

Das Erfolgsalbum "Back To Black" von Amy Winehouse stürmt die iTunes-Charts. Spekuliert wird auch darüber, dass posthum ein drittes Album der Sängerin erscheinen könnte.

Der Tod von Popstars lässt immer auch die Kassen klingeln. Auch im Falle von Amy Winehouse ist dies nicht anders. Die Fans haben der Soulsängerin zwei Tage nach deren Tod auf ihre Weise die letzte Ehre erwiesen: Fünf Jahre nach seinem Erscheinen schoss ihr Erfolgsalbum "Back to Black" am Montag an die Spitze der iTunes-Charts unter anderem in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland sowie Österreich. Mit dem Album von 2006 war Winehouse der große musikalische Durchbruch gelungen. Die Platte gewann mehrere Grammys. Auch die Singles "Back to Black" und "Rehab" platzierten sich jetzt wieder in den Charts.

Die britische Sängerin, die vergangenen Samstag tot in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden wurde, arbeitete während der letzten Jahre an ihrem dritten Studioalbum. Jetzt taucht die Frage auf, ob dieses Album nun veröffentlicht werden könnte. Laut der britischen Tageszeitung Mirror liege außerdem genug Songmaterial vor, um ganze drei weitere Platten zu füllen, der Telegraph wiederum berichtet, dass es sich dabei vor allem um Rohmaterial und Demo-Aufnahmen handele. Weiter hieß es, dass die Entscheidung, dieses unveröffentlichtes Material freizugeben, bei ihren Eltern liege.

Die seit Jahren mit Alkohol- und Drogenproblemen kämpfende Sängerin war am Samstag im Alter von 27 Jahren tot in ihrer Wohnung im Norden Londons gefunden worden. Zur Todesursache machte die Polizei zunächst keine Angaben. Näheres sollte eine Obduktion der Leiche ergeben, die am Montag durchgeführt worden ist. Bis Erkenntnisse aus der toxikologischen Untersuchung vorliegen, könnten Wochen vergehen.

Eltern bedanken sich bei Fans

Die Eltern der gestorbenen Sängerin Amy Winehouse haben in London trauernde Fans besucht und sich für die Anteilnahme aus aller Welt bedankt. "Wir sind am Boden zerstört und ich bin sprachlos - aber Danke, dass Ihr da seid", sagte Amys Vater Mitch Winehouse am Montag vor dem Haus seiner Tochter im Norden Londons, in dem die 27-Jährige am Samstag tot aufgefunden worden war.

Seit der Todesnachricht hatten sich dort Fans versammelt und Blumen und Nachrichten niedergelegt. "Ich kann euch kaum beschreiben, was das für uns bedeutet - es macht das Ganze für uns wirklich leichter", sagte Mitch Winehouse, "Amy ging es vor allem um eins im Leben: Liebe. Ihr ganzes Leben war ihrer Familie und ihren Freunden gewidmet." Amys Mutter Janis stand weinend an seiner Seite und machte mit ihrem Handy Aufnahmen von den Blumen. Die Eltern trennten sich, als Amy neun Jahre alt war.

"Tragischer Verlust"

Winehouse hatte Ende Juni eine geplante Europa-Tournee absagen müssen, nachdem sie betrunken über eine Bühne in Belgrad getorkelt war. Bei einem Auftritt am vergangenen Mittwoch in London hatte sie allerdings stabil gewirkt. In den vergangenen Jahren war sie immer wieder in Entzugskliniken gewesen, es gab Berichte über Bulimie und Depressionen.

Aus aller Welt kamen über das Wochenende und am Montag Beileidsbekundungen, in denen immer wieder auf das herausragende Talent der Sängerin und Songschreiberin hingewiesen wurde. "Es ist ein tragischer Verlust für ihre Familie, aber auch für die Musikwelt", sagte das ehemalige Spice Girl Mel C am Montag in Wien.

Auch bei Universal Music Austria zeigte man tiefer Trauer: "Wir bedauern außerordentlich diesen tragischen Tod. Amy Winehouse hat wie niemand sonst die Musik- und Fashionwelt der letzten Jahre beeinflusst, Musikerkollegen und Modeschöpfer nachhaltig inspiriert, durch ihr extravagantes Äußeres, durch ihre beeindruckenden stimmlichen Qualitäten und durch ihr außerordentliches Talent als Songschreiberin", so Marketing Director Peter Draxl in einer Aussendung. Mit weltweit mehr als 13 Millionen verkauften Tonträgern und 5-fach Platin für "Back To Black" in Österreich sei sie auch hierzulande eine der ganz Großen gewesen

Letzter Abend

Unterdessen wuchsen die Spekulationen, warum und unter welchen Umständen Winehouse gestorben sein könnte. Britische Medien zitierten am Montag einen Sprecher der Sängerin. Demnach habe sie den letzten Abend ihres Lebens mit einem Leibwächter vor dem Fernseher verbracht. Der Leibwächter habe am nächsten Tag gemerkt, dass mit Amy etwas nicht stimme und die Rettungskräfte alarmiert. Zu Berichten über eine Überdosis Drogen oder Alkohol und über möglicherweise verschmutzte Drogen wollte sich die Polizei nicht äußern.

Verlautbart wurde hingegen, dass die Londoner Polizei in der Wohnung der am Samstag verstorbenen Soul-Sängerin nichts Verdächtiges gefunden habe. Das sagte Sharon Duff vom zuständigen Dezernat am Montag.

"Sun": Familie glaubt nicht an Überdosis

Die Spekulationen um ihre Todesursache und die Beerdigung füllten weiter die Boulevardblätter. So hieß es in der Sun, Amys Familie glaube nicht, dass sie an einer Überdosis gestorben sei. Stattdessen soll sie einen Herzinfarkt gehabt haben - ausgelöst durch eine Herzkrankheit und zu viel Alkohol, berichtete das Blatt.

Zitiert wurde auch Amys Ex-Freund Reg Traviss, der im Interview mit der "Sun" gesagt haben soll, der Sängerin sei es zuletzt ausgesprochen gut gegangen: "Sie war zuletzt voller Lebensfreude und gut gelaunt; sie machte jeden Tag Sport und Yoga." Amys Asche solle mit der ihrer geliebten Großmutter Cynthia vermischt werden, die 2007 an Krebs gestorben war, berichtete das Blatt weiter.

Keine Drogen gefunden

Zuvor hatte The Sun berichtet, dass Amy Winehouse zum Zeitpunkt ihrer Auffindung bereits mehrere Stunden tot gewesen sei. Am Freitagabend, also am Vortag ihres Ablebens, hatte sie noch Besuch von ihrem Arzt. The Sun zitiert in diesem Bericht eine Quelle, die sagt, der Arzt sei mit ihrem Gesundheitszustand zufrieden gewesen. Die Polizei gab in einer Stellungnahme bekannt, dass keine Drogen im Haus von Amy Winehouse gefunden wurden. Es wurden "keine leeren Flaschen, Spritzen, Crack-Pfeifen oder irgendetwas in diese Richtung gefunden", so die Quelle der Sun.

24 Stunden vor ihrem Ableben soll sie noch einen schönen Tag mit Mutter Janis verbracht haben: "Vor ihrer Wohnung haben wir uns innig umarmt und geküsst, sie sagte mir beim Abschied ,Mum, ich liebe dich'." Den letzten Kontakt zur Außenwelt hatte die Soul-Diva anscheinend am Samstagvormittag: Ihrem Bodyguard Andrew Morris teilte sie mit, dass alles okay sei. Sechs Stunden später fand sie derselbe Bodyguard jedoch tot in ihrem Bett.

Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, die seit langem mit Drogen- und Alkoholproblemen kämpfende Sängerin, sei an einer Überdosis oder einer Alkoholvergiftung gestorben. Außerdem machten Gerüchte die Runde, jemand sei kurz vor ihrem Tod bei Winehouse gewesen. Nachbarn wollten Schreie gehört haben. Die Polizei betonte, es sei niemand festgenommen worden.

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