Tim Burton: Zeichnen gegen Depressionen

In Paris sind die Kunstwerke von Tim Burton zu sehen. Die Cinémathèque francaise widmet sich dem zeichnerischen Werk des Regisseurs. Die Bilder.

Für Kult-Regisseur Tim Burton gibt es nur ein Mittel gegen Depressionen: Zeichnen. "Wenn ich zeichne, sind meine Hände beschäftigt. Dadurch denke ich nicht und falle in keine tiefen Depressionen", sagte der Meister des surrealen Films in Paris bei der Vorbesichtigung der Ausstellung, die seinem Leben und Werk gewidmet ist. ...
Seine Werke zum Durchklicken ... Der erfolgreiche Hollywood-Regisseur ("Alice im Wunderland", "Edward mit  den Scherenhänden", "Batman") ist auch ein begnadeter bildender  Künstler, Autor und Fotograf, wie die am Mittwoch beginnende  Retrospektive in der Cinémathèque française zeigt. Über 700 Exponate sind bis zum 5. August zu sehen, darunter 500 Zeichnungen. Schon im Alter von 13 drehte der Kalifornier 1971  seinen ersten Film "The Island of Doctor Agor". Vor seinem Durchbruch als Regisseur verdiente er allerdings als Zeichner seinen Lebensunterhalt. Burton zeichnete unter anderem auch für Disney, wirkte zum Beispiel bei dem Zeichentrickfilm "Cap und Capper" mit. 1988 gelang ihm dann der Film-Hit "Beetlejuice" (auch Filmstills werden in der Ausstellung gezeigt). Eine eigenwillige, schwarze Komödie und ... ... schon damals mit dem unverkennbar morbiden Touch eines typischen Burton-Werkes versehen. 1990 machte er für viele Filmkritiker einen seiner besten Filme. Das bizzare Drama "Edward mit den Scherenhänden", bei dem er Schauspieler ... ... Johnny Depp kennen lernte, der mittlerweile zum Standard-Cast in den Werken des 52-Jährigen gehört. Depp spielte die Hauptrolle in "Ed Wood", "Sleepy Hollow", "Corpse Bride", "Charlie und Schokoladenfabrik" ... ... und in seinem Horror-Musical "Sweeney Tod". Daneben ist er Patenonkel von Burtons zwei Kindern. Mit Schauspielerin Helena Bonham Carter ist er seit 2001 liiert. In Paris führen nun Skizzen, Fotografien, Requisiten, Storyboards, Figurinen, Animationsentwürfe und Notizbücher durch Burtons eigenwillige Welt aus Traum und Alptraum. Ganze Bücher hat das Allroundtalent gefertigt, wie "The Melanchony Death of Oyster Boy", das aus Zeichnungen, Geschichten und Gedichten besteht. Seine Karriere als Regisseur wird mit einem Begleitprogramm aus 26  seiner bedeutendsten Filme gewürdigt. Sein neues Leinwandereignis "Dark  Shadows" kommt übrigens im Mai zu uns in die Kinos. Nach dem New Yorker Museum of Modern Art im Jahr 2009 ist Paris die einzige Metropole in Europa, in der die Retrospektive zu sehen sein wird. London, die Stadt in der der US-Regisseur lebt, wollte er vermeiden, denn dort seien die Journalisten ihm gegenüber einfach schrecklich. Exklusiv für Paris hat er eine Serie von Zeichnungen auf Serviettenpapier - unter anderem aus dem Luxushotel Ritz, seiner Lieblingsabsteige, angefertigt.
(kurier) Erstellt am
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