Tätowiert in die Werbewelt

Tattoos bieten eine hervorragende Ausrede um viel nackte Haut zu zeigen. Perfekt also für Werbungen aller Art.

Ein letztes Stück Verruchtheit haftet dem populären Körperschmuck dann aber doch noch an. Besonders, wenn er wie hier so schön vom braven Rotkäppchen präsentiert wird. Gisele Bündchen zog für diese Werbung komplett blank. Zum Glück kleidet aber auch so ein Ganzkörpertattoo nicht schlecht.
Übrigens, sollte es Ihnen noch nicht aufgefallen sein: Das brasilianische Supermodel wirbt hier für Flip Flops. Bei soviel nackter Haut kann man schon mal vergessen, wofür eigentlich geworben werden soll. Klingt kontraproduktiv. Doch bei den vielen Blicken, die diese Printanzeige von iPanema auf sich zog, fielen sicher auch einige auf die Sandalen. Diese gelungene Werbekampagne von Leo Burnett für Greenpeace zeigt ein traditionelles japanisches Tattoo. Der Text auf dem Plakat verrät, worum's geht:"Nicht alle Traditionen verdienen es, erhalten zu werden. Beendet den Walfang in Japan." Perfektes Timing: Diese Werbung von "Precision Laser Removal" wurde gerade mal zwei Monate vor Osama Bin Ladens Tötung am 2. Mai 2011 veröffentlicht. Tattoos sind für immer - Post-Its auch? Und wofür wirbt dieses tätowierte Lego-Männchen?
Für Stifte der Marke Pilot. 2010 konnte die Agentur By Grey aus Barcelona dafür auch einen Werbepreis abstauben. "Es ist niemals zu spät ein besserer Mensch zu werden." - Mit diesem Werbeslogan warb 2010 eine französische Organspendenorganisation. Das Logo der Kult-Marke ziert auch im echten Leben zahlreiche Körper. Natürlich am Sprunggelenk.
In der Werbung muss das natürlich extremer sein. Da wird der Schuh zum Hemd und aus dem kleinen Converse-Logo am Fuß wird ein tätowierter Glatzkopf. Es bleibt dabei: Tattoos sind permanent. Die Rasur nicht - auch wenn Schick Quattro 2008 damit warb. Mit dieser Installation wurde 2007 die "London Ink."-Messe beworben. Eine echte Levi's soll sich ja wie eine zweite Haut tragen - zumindest wenn man der Werbung glauben schenken darf. Wieso also nicht gleich mittätowieren? Nicht wirklich Tattoos, aber interessant: Mit dieser Kampagne bewarb Fransesco Biasia seine Handtaschenkollektion. Und zum Abschluss lüften wir das Geheimnis, wofür Rotkäppchen hier so verrucht wirbt: "Rush" - 99% Fettfrei, 30% weniger Zucker. Der Energydrink soll offenbar selbstbewusst machen.

Die harten Zeiten, in denen nur Knastbrüder und Matrosen ein Peckerl hatten sind längst vorbei. Seit David Beckham präsentiert ja jeder zweite Amateuerkicker seine volltätowierten Unterarme. Meistens das einzige, was Regionalligakick mit Profifußball gemein haben. Und von Arschgeweihen wollen wir jetzt gar nicht erst anfangen. Jedenfalls gilt: Mit Tattoos verschreckt man schon lange keinen Sittenwächter mehr. Sie gehören ebenso zur Mainstream-Kultur wie Hipster-Hemden und Sonnenbrillen von RayBan.

Grund genug für Werbestrategen sich des permanenten Körperschmucks zu bedienen. Und ganz nebenbei noch das ewig-gültige "Sex-sells"-Prinzip zu kaschieren - oder lustige Geschichten zu erzählen.
Sehen Sie hier einige der unterhaltsamsten Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit.

(KURIER) Erstellt am
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