Sasha Grey: Berufswunsch Porno-Star

Sie wurde mit 18 zum Porno-Star, sieht sich aber als Feministin. Nun veröffentlichte sie einen Bildband mit Selbstporträts und Kurzessays.

Als Teenager studierte sie monatelang das Porno-Business, um herauszufinden, wie sie es am besten anstellt, schnellstmöglich ein Porno-Star zu werden. Marina Ann Hantzis hat gut recherchiert - mit 18 legte sie sich den Künstlernamen Sasha Grey zu und startete ihr Vorhaben. Schon nach einigen Monaten zählte sie zu den prominentesten Sexfilm-Darstellerinnen und fasziniert nicht nur Porno-Fans. ...

Bilder von Greys Fotoband zum Durchklicken ... Nach fünf Jahren im horizontalen Filmgewerbe und mit gerade einmal 23 Jahren hat Grey ihre Karriere als Porno-Darstellerin im April 2011 beendet, weil sie sich nur noch wiederhole, so Grey. Alle wichtigen Preise der Erotikindustrie hat sie schon eingeheimst, ... ... darunter AVN Awards und mehrfache Auszeichnungen als beste weibliche Perfomerin des Jahres. Als Abschied von ihrer Sexfilm-Ära ist nun der Bildband "Neü Sex" erschienen, in dem Sasha Grey Selbstporträts zeigt. Die Porno-Queen interessiert sich nämlich auch für Kunst, sieht ihre bisherige Karriere als feministischen Befreiungsakt und entspricht auch sonst nicht dem Stereotyp der einfältigen Erotikfilm-Akteurin. Vor drei Jahren wurde schon Regisseur Steven Soderbergh auf den selbstbewussten Sex-Star aufmerksam, und besetzte Grey als Edel-Prostituierte in seinem Film "The Girlfriend Experience". In den letzten Monaten hatte sie so viele Angebote für Rollen außerhalb der Sexfilm-Industrie, sodass Sasha beschloss, keinen Sex mehr vor der Kamera zu haben und stattdessen Rollen anzunehmen, in denen sie vorwiegend angezogen zu sehen ist. In der Serie "Entourage" spielte sie in der siebenten Staffel mehrere Folgen lang sich selbst und auch in mehreren Musikvideos wie "Superchrist" der Smashing Pumpkins oder Eminems "Space Bound" tauchte Grey schon auf. Grey kann durchaus als Schnittstelle zwischen Pop, Porno und Philosophie bezeichnet werden. In mehr als 200 Sexfilmen war Sasha schon zu sehen, der von Zeitungen wie der New York Times "intellektuelle Ernsthaftigkeit" bescheinigt wird. Über Privates oder Details der Erotikfilm-Szene spricht die in Kalifornien Geborene in Interviews mit dem Spiegel, der Welt oder in der "Tyra Banks-Show" ganz offen. Mit zirka 17 habe sie begonnen, sich Pornos im Internet anzusehen, ihre Mutter sei geschockt gewesen, als sie ihr von dem Porno-Job erzählte. In ihrem YouTube-Blog misssashagrey erzählt Grey auch über ... ... den Raum für Kunst, den es in Pornos gebe (nachzulesen zum Beispiel auf Spiegel online, siehe Link unten). In ihrem gerade erschienen Buch schreibt sie, dass der Sex in Pornos nie authentisch sein könne, im Privatbereich müsse und kann man den gekünstelten Film-Sex nicht leisten. Sie muss es wissen, immerhin hat Grey seit Jahren einen fixen Freund, der mit der Porno-Szene nichts zu tun hat. Ihre Rolle in dem Porno-Business sah Sasha Grey laut eigenen Aussagen darin, dass Frauen als Personen wahrgenommen werden. Sie wollte Frauen beim Sex darstellen, die nicht unterwürfig, sondern sexuell dominant sind. Sie habe das Klischee des starken Mannes, der die schweigende Frau beglückt, immer gehasst und durchbrechen wollen. Grey sieht ihre Herangehensweise an die filmische Sexarbeit als feministischen Akt - sie selbst sieht sich als toughe Frau, die Männern ihre Stärke auch zeigen will. Sie habe, wann immer es ging, die Führung übernommen und sei verbal und physisch bereit gewesen, Dinge zu tun, die ihre männlichen Kollegen sehr irrierten, erzählte sie Spiegel.de. Soviel Reflexion ist man von den meisten Porno-Starlets nicht gewohnt. Die Geschlechterfrage im kalifornischen Silicon-Valley - wo ein Großteil aller Pornos gedreht wird- aufzuwerfen, ist sicherlich mutig und nötig. Aber ob die Sexfilm-guckenden Männer, die durch die Rezeption der Filme nur die schnelle Befriedigung suchen, wirklich bemerken, worum es Grey mit ihren dominanten und extremen Rollen in den Sex-Schwarten geht, ist fraglich. Die Filme von Grey würden sich aber vielleicht gut für Frauen eignen, die gerade bei den oft sexistischen Erotikfilmen sensibler und aufmerksamer gegenüber Geschlechterrollen sein könnten. Ihnen kann die selbstbewusste Performance von Sasha Grey durchaus vermitteln, dass sie sich nicht für ihre Sexualität schämen müssen. Nun hat Greys Porno-Karriere zwar ein Ende, von ihr wird man aber vermutlich noch so einiges hören - sie hat ja auch viel zu sagen. Im Bildband von Grey sind Selbstportäts aus den Jahren 2006 bis 2009 zu sehen. Daneben enthält "Neü Sex" aber auch Kurzessays von Sasha, die um die Themen Sexualität, Pornografie, Philosophie und Medien kreisen. Neü Sex
von Sasha Grey (Autor), Carolin Müller (Übersetzer) 
Heyne Verlag
192 Seiten, 19,99 Euro
(KURIER.at) Erstellt am
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