Russkaja: Schweißtreibende Wien-Show

Die siebenköpfige Turbo-Polka-Formation zeigte am Donnerstagabend im WUK die neue Show "Russian Voodoo" zum ersten Mal in Wien.

Russkaja - das steht für Spaß, russische Feierlaune mit globalisiert-vielseitigen Einflüssen und Beats per Minute bis jenseits der 200er-Grenze. Im KURIER.at-Interview (siehe Link unten) erläuterte Sänger Georgij Makazaria das einfache Grundkonzept: ... Makazaria: "Wir geben den Leuten die Möglichkeit, sich die Seele aus dem Leib zu schreien. Sie können ohne Hemmungen lostanzen und: sich heilen lassen." Um den "Heilungsprozess" zu befördern, kam zu Beginn der Show noch ein guter Schuss Mystik dazu. Schlagzeuger und Mastermind Titus Vadon (im Bildhintergrund) sprach dazu salbungsvolle Worte. Pyro-Effekte und ein Knochenhammer mit Auge gehören zur neuen Bühnenshow - doch Russkaja brauchen im Grunde nicht viel Brimborium, ... ... denn die Kernkompetenz wird weiterhin auf konsequente Weise verfolgt: Zwei Stunden perfekt getimte Musik und eine Show, die das bereits gut geschulte Publikum mühelos zum Mitmachen bringt bzw. zwingt.

Das österreichisch-russisch-deutsch-ukrainisch-ungarische Kollektiv von links nach rechts: Antonia-Alexa Georgiew, Manfred Franzmeier, Hans-Georg "H-G" Gutternigg, Georgij Alexandrowitsch Makazaria, Dimitrij Miller, Zebo Adam. Nicht im Bild: Titus Vadon. Gehüpft wurde nicht nur auf der Bühne. Die Songs der neuen CD von "Da, Mama" bis "Wolna I Ja" kommen sehr gut an. Und der Song "Traktor" ist ohnehin bereits bestens eingeführt. Auch im WUK zog der "Psychotraktor" wieder seine kreisrunden Furchen. Bei dem beliebten Showeffekt läuft das Publikum ausdauernd im Kreis. Aber Russkaja können auch anders: Bei der sehnsuchtsvoll-schwermütigen Ballade "Ogonki", das auch eine betörende Filmmusik abgeben würde, zeigt Georgij Makazaria, dass er nicht nur raues Shouting drauf hat. Das Meer wogte durchs Publikum, entzündete Feuerzeuge waren Pflicht. Und bei "Change", das beim Publikum besonders viel Anklang fand, wird in vier vierzeiligen Strophen eigentlich alles gesagt: "I changed my vodka for the whiskey - That's why I got this voice. I changed my Olga for the Britney, Because I got no choice" ... "I changed my country for a better life - And now I got the blues." Aber auch dem Debütalbum "Kasatschok Superstar" wurde der gebührende Platz eingeräumt - mit einem druckvollen Medley bestehend aus "More", "Dopeshit" oder "Bojko-Bojko" ging es in den Zugabenteil. Am Ende konnte Titus Vadon den erfolgreichen Vollzug der "Seelenwanderung" verkünden. Eines ist sicher: es hat sich viel an positiver Energie in die "Seelen" verpflanzt. Nach der Vorstellung aller Bandmitglieder hätte man sich vielleicht noch eine Abschlussnummer gewünscht. Dass einige im Publikum das Tanzbein noch gerne weiter geschwungen hätten, soll zugunsten der Band verbucht werden - Russkaja haben eben auch ausdauernde Fans. So mancher schmiedete da bereits Pläne fürs nächste Wien-Konzert - und das ist bereits am 1. Dezember im Klub Ost.
(Text: Peter Temel)
 
 
(KURIER.at) Erstellt am
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