R.E.M.: 31 Jahre Rockgeschichte

R.E.M. habe sich aufgelöst. Eine Band die Rockgeschichte schrieb, wird selbst zur Geschichte. Ein Rückblick auf die Karriere gibt es hier.

Die Geschichte von R.E.M. beginnt etwa um 1978. 1980 gründeten Peter Buck, Mike Mills, Bill Berry und Michael Stipe die Band "Twisted Kites". Der erste Auftritt fand am 5. April 1980 in der Stadt Athens (USA) statt. Das Set bestand hauptsächlich aus Cover-Versionen. Kurz darauf suchte die Band einen neuen Namen, Stipe schlug das Wörterbuch auf und tippte auf ein Wort. Es war R.E.M., die Abkürzung für Rapid Eye Movement - eine Schlafphase des Menschen.

Im Juli 1981 erschien R.E.M.s erste Single "Radio Free Europe" bei dem Underground-Lable Hip-Tone.

Den ersten Erfolg hatte die Band als sie 1982 vom Label IRS Records unter Vertrag genommen wurde. Darauf erschien die EP "Chronic Town" die sich über Monate unter den Top 5 der College Radio Charts hielt.

Bild: Pressefoto zur "Chronic Town"-EP (1982/IRS Records) 1983 erschien die LP "Murmur" ebenfalls auf IRS Records. Das Album wurde von der Presse positiv aufgenommen und landete auf Platz 26 der Billboard Charts. Die Band tourte unentwegt, waren als Vorband für Stings Band The Police tätig und hatten auch einen Auftritt in der David Letterman-Show. 

Bild: Pressefoto zur "Murmur"-LP (1983/IRS Records) Eine dunklere Stimmung hatte das 1985 veröffentlichte Album "Fables of the Reconstruction". Mit "Lifes Rich Pageant" verkauften R.E.M. erstmals mehr als 500.000 Exemplare und erhielten somit ihre erste Goldene Schallplatte. Das Album kletterte auch bis auf Platz 21 der amerikanischen Billboard Charts. 

Bild: Pressefoto zur "Fables of the Reconstruction"-LP (1985/IRS Records) Ein Jahr später wurden R.E.M. auch außerhalb der Vereinigten Staaten beachtet. "Document" hieß ihr neues Album und enthielt Songs, die bis heute bei keinem Konzert fehlen dürfen, nämlich: "It’s The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine)" und "The One I Love". Sie verkauften über 1.000.000 Exemplare von "Document".

Bild: Pressefoto zur "Document"-LP (1987/IRS Records) Das Album "Document" brachte ihnen zusätzlich einen Vertrag bei dem Major-Label Warner ein.

Bild: Pressefoto zur "Tourfilm"-Video (1990/Warner) Von da an feierte R.E.M. mit Songs aus den Alben "Out of Time" (1991) und "Automatic für the People" Welterfolge und entwickelte sich von einer Independent-Band zu einer kommerziell erfolgreichen Mainstream-Rock-Band. Zu den bekanntesten Hits zählen "Losing My Religion", "Shiny Happy People", "Man on the Moon" und "Everybody Hurts". Nach dem Weggang von Schlagzeuger Bill Berry 1997 machte R.E.M. als Trio weiter. Eine Zeitlang klangen die Songs danach elektronischer, die Lieder waren weniger melodiös als zuvor. Im vergangenen März erschien das letzte Studioalbum von R.E.M., "Collapse into now". Die Bandmitglieder, allen voran Stipe, setzten sich neben ihrer Musik für humanitäre Belange ein, unter anderem für die Schließung des US-Gefangenenlagers Guantanamo. Am Mittwoch erklärte die Band auf ihrer Website, sie gingen "mit einem großen Gefühl der Dankbarkeit, der Erfüllung und des Staunens angesichts des von uns Erreichten" getrennte Wege. "An alle, die einmal von unserer Musik berührt wurden, danke, dass Ihr uns gehört habt", erklärten Sänger Michael Stipe, Gitarrist Peter Buck und Bassist Mike Mills. "Ein weiser Mann sagte einmal, 'wer eine Party besucht, muss wissen, wann es Zeit ist, zu gehen', schrieb Stipe. "Wir haben gemeinsam etwas Außergewöhnliches aufgebaut. Aber alle Dinge müssen einmal enden, und wir wollten es richtig machen, auf unsere Weise. Ich hoffe, dass unsere Fans verstehen, dass dies keine einfache Entscheidung war". Mills betonte auf der Website, die Trennung beruhe nicht auf Meinungsverschiedenheiten. "Wir haben diese Entscheidung in aller Freundschaft gemeinsam im Interesse von uns allen getroffen. Wir dachten, es sei der richtige Moment." Die Nachricht machte im Netz und in der Szene schnell die Runde. Auf der von Fans spontan eingerichteten Webseite thankyourem.com trafen Dankesbotschaften aus aller Welt ein. Viele schrieben, dass die Songs von R.E.M. ihr Leben verändert hätten. Ethan Kaplan, Leiter der R.E.M.-Fan-Seite Murmurs.com, sagte der Musikzeitschrift Rolling Stone, dass das Ende der Band vorhersehbar war. Der wachsende Druck von Plattenlabels, mehr Alben zu produzieren, hätte sicher zum Ausstieg von R.E.M. beigetragen, spekulierte Kaplan. Die Band habe immer "nach eigenen Vorstellungen" agiert. Im Interview mit Rolling Stone hatte Stipe 2007 betont: "Wir haben dies nicht angefangen, um damit Karriere zu machen. Wir wussten einfach, dass wir Lust darauf hatten und dass wir aufhören würden, wenn wir es nicht mehr machen wollten". Sie hätten sich stets wie Brüder geliebt und respektiert, teilte Mills am Mittwoch mit. "Es gibt keine Missklänge, kein Zerwürfnis, keine Anwälte, die sich streiten." Sie seien eine Gruppe von 19-Jährigen gewesen, die die Welt ändern wollten, schrieb Buck. In den Gründungsjahren war auch noch Schlagzeuger Bill Berry dabei, der die Band aber 1997 verließ. Somit endet die Geschichte einer bedeutenden Rockband. Als kleines Dankeschön an die Fans werden R.E.M. November ein karriere-übergreifendes Greatest Hits-Album veröffentlichen.

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(red., apa / moe) Erstellt am
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