Massenmord im Serien-Business

US-Fernsehsender entscheiden gerade darüber, welche TV-Serien eingestellt werden. Einige stehen bereits fest. Hier sind die Serien-Loser.

Wir halten das Händchen, aber jetzt müssen einige Serien-Fans ganz stark sein. Bis Ende Mai wird von den großen Fernsehanstalten wie ABC, CBS, Fox, NBC und The CW bekannt gegeben, von welcher Serie keine neuen Folgen mehr produziert und somit gecancelt werden. Wenn eine Show nicht sofort Top-Quoten bringt oder inhaltlich nichts Neues bieten kann, ist sie schnell weg von der wortwörtlichen Bildfläche. Für einige steht der Serientod bereits fest.

Für diese TV-Shows heißt es Aus die Maus … Michael Ausiello von tvline.com (Link unten) hält uns über alle Infos zu Einstellungen von US-Serien auf dem Laufenden. "Officially canceled" sind: "Brothers & Sisters", die neue Serie von Calista Flockhart ("Ally McBeal") fällt dem Quotendruck zum Opfer. Nach fünf Staffeln ist Schluss mit der Drama-Serie um eine Großfamilie, die Sally Field als mütterliches Familienoberhaupt 2007 einen Emmy bescherte. Kein Comeback für Matthew Perry ("Friends") gibt es mit "Mr. Sunshine". Nach langjähriger Leinwand-Abstinenz durfte sich "Chandler" über eine eigene Serie freuen. Doch als gealteter Football-Star konnte er sich beim Publikum nicht durchsetzen. Sogar die noch verbleibende Folgen will ABC voraussichtlich nicht mehr zeigen. Nach einer Staffel heißt es auch bei "The Defenders" Schluss mit Lustig. Das ungleiche Anwaltduo aus Las Vegas ist seit 15. Mai nicht mehr im TV zu sehen, obwohl es von keinem Geringeren als Jerry O’Connell und Jim Belushi gespielt wurde. Der ORF und Sat 1, die die Serie hierzulande ausstrahlen, müssen sich bald nach Alternativen umsehen. Von den Kriminesern aus "CSI" und "CSI: Miami" gibt es mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit weitere Folgen, die vermutlich auch in Österreich genügend Zuseher finden. Doch für den Ableger "CSI: NY" gibt's ne Zitterpartie. Sie soll Medienberichten zufolge "on the bubble", also im wanken, sein. Wenn die Blase platzt muss Gary Sinise (Mac Taylor, Chef des CSI-Teams) auf Jobsuche gehen.

Update: Der Sender CBS gab nach langem Zögern nun doch grünes Licht für eine weitere Staffel von CSI: NY. Status: Officially renewed. Sehr überraschend kam das Aus für die Christian Slater-Serie "Breaking In". Vor allem weil die Comedy durchaus gute Einschaltquoten aufzuweisen hat. Nun will FOX-Unterhaltungschef Kevin Reilly seine Entscheidung angeblich aber noch einmal überdenken und führt Gespräche mit den Sendungsverantwortlichen. Das Team einer Sicherheitsfirma, das zugleich auch Einbrüche begeht, soll beim Finale der ersten Staffel (17./18. Mai) zeigen, wieviel Zuseher es locken kann. Trotz dem bekannten Hauptdarsteller Tim Roth schaffte es "Lie to me" nicht über drei Staffeln hinaus. In Deutschland läuft die Serie auf VOX um 21:15, in der Psychologen bei der Aufklärung von Morden helfen. Neue Projekte haben Vorrang bei dem US-Sender FOX, der auch noch … .. "The Chicago Code", "Traffic Light", und "Running Wilde" nach nur einer Staffel absetzte. Mit "Running Wilde" sollte Keri Russell an den Erfolg von "Felicity" anknüpfen. Vergebens. Dass Patricia Arquette als Medium nicht mehr weiterwerkeln darf, war schon einige Monate vor dem "kritischen Mai" der Sender bekannt geworden. "Medium – Nichts bleibt verborgen" lief immerhin sechs Jahre lang im TV, eine sehr lange Lebensdauer, wenn man die vielen Serien, die bereits nach einer Staffel den Serientod sterben müssen, bedenkt. Das Finale von "Medium" wurde am 21. Januar 2011 in den USA ausgestrahlt. Was für eine Enttäuschung für die Macher von "The Event": Als "Lost"-Ersatz war die Serie gedacht, jetzt ist nach nur einer Staffel der ganze Cast arbeitslos. Die Pilotfolge lockte zwar fast 12 Millionen Zuseher vor den Bildschirm. Doch die aufwendig produzierte Serie - die vor allem aus Rückblenden besteht, in denen gezeigt wird, wie es zu einer Notlandung von Aliens in Alaska kam und diese dann verheimlicht wird - verlor schnell und stark an Quote. "$#*! My Dad Says" ist ebenfalls ein Kandidat des frühen Serientods. William Shatners neue Show wurde zwar von Kritikern durchaus gut aufgenommen, die Zahlen waren für den Sender aber wohl nicht gut genug. Schließlich muss bei CBS auch Platz gemacht werden für "Two Broke Girls" (vom Regisseur und den Autoren von "Sex and the City") und dem neuen Projekt  von JJAbrams, dem Schöpfer von "Felicity", "Alias-die Agentin" oder "Lost". Wie ein Neuaufguss von "How I Met Your Mother" (die nicht von den Einstellungen betroffen ist) kommt die Sitcom "Mad Love" daher. Vier New Yorker Mittdreißiger sind hier auf der Suche nach der Liebe und treiben sich gemeinsam in Bars herum. Sarah Chalke aka Elliot aus "Scrubs" und Becky Nr. 2 aus "Roseanne" wollte hier nach dem "Scrubs"-Ende punkten.  Jason Biggs von "American Pie" ebenfalls. Doch daraus wird nix. "Mad Love" ging trotz bekannter Gesichter nur von Jänner bis Mai on air. Die Comic-Adaption "Human Target", die auch auf dem Sender Pro Sieben ausgestrahlt wird, wurde am 10. Mai gecancelt. Nach zwei Staffeln werden keine Geschichten mehr über den Leibwächter (Mark Valley) erzählt. Die Zuseher haben anscheinend genug von Superhelden. "No Ordinary Family" über eine Familie mit Superkräften musste nach einer Staffel ebenso aus dem Programm verschwinden wie auch … … "The Cape", die unter dem Quoten-Ziel blieb und von 13 auf 10 Episoden zusammengeschrumpft wurde. Die letzte Folge war nur  noch online auf NBC zu sehen. Highlight der kurzlebigen Serie: Vinnie Jones als Bösewicht Scales. "Off the Map" floppte, obwohl die "Erfolgsproduzenten" von "Grey’s Anatomy" am Werk waren. Nicht einmal vier Monate war die Serie um Ärzte in Südamerika zu sehen, doch 5 Millionen Zuseher pro Folge waren dem Fernsehsender ABC zu wenig. Und bei dieser Serie half auch der Produzent  Shana Goldberg-Meehan von "Friends" nix, der noch dazu den Piloten zur Serie geschrieben hat. Die romantische Sitcom "Better with You" hat einfach keinen Gefallen bei der TV-Zielgruppe der 19- bis 49-Jährigen gefunden. Auch "V" ist es überraschend an den Kragen gegangen. In den 80ern gab es die TV-Folgen um die Invasion von Aliens bereits. 2009 startete die Neuinterpretation und Fortführung der Science-Fiction-Serie zwar mit mäßigen Quoten, die zweite Staffel hatte aber stabil hohe Zuseherquoten. Dennoch cancelte ABC "V". Nach der Fan-Kampagne "Project Alice" werden die schon abgedrehten Episoden nun zumindest auf einem anderen Kanal gesendet. Von "Detroit 1-8-7" hat sich Hauptdarsteller Michael Imperioli wohl den großen Durchbruch erwartet. Leider floppte die Serie, Detective Louis Fitch und seine Einheit der Detroiter Polizei sind seit 13. Mai Seriengeschichte. "Outsourced" war als Independet-Film 2006 durchaus erfolgreich. Die Geschichte weitete man zur Serie aus, in er ein junger amerikanischer Chef nach Indien geschickt wird, um ein Call Center zu leiten. Was witzig klingt endete schon nach 22 Folgen. Doch die "Outsourced-Fans" geben sich kämpferisch und planen eine Unterschriftensammlung gegen die Einstellung und hoffen, dass "Outsourced" von einem anderen Sender übernommen wird.
(kurier) Erstellt am
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