Laaangweilig: Das waren die MTV EMAs

Großer Starauflauf in Madrid: Doch Katy Perry, Rihanna und Kid Rock langweilten mit ihren Performances, wie auch Host Eva Longoria. Lady Gaga räumte wieder Preise ab.

Das "desperate Housewife" Eva Longoria führte Sonntag Abend in Madrid charmant aber langweilig und ohne wirkliche Pointen durch die MTV Europe Music Awards. Dabei war die TV-Werbung für die EMAs in Form eines witzigen Raps von Longoria durchaus vielversprechend gewesen. Immer wieder zwängte sich die hübsche Eva gestern Abend in ebenso hübsche Kleider. Anziehtechnisch gab es nichts zu bemängeln, aber Outfitwechsel im Minutentakt machen noch keine gelungene Show. Denn die einstudierten Späße waren, anders als ihre Designerroben, von der Stange und meist etwas zu harmlos. Lustige Seitenhiebe auf die Gäste sparte sich Longoria. Nur der Gag, in dem Longoria Gagas Fleischkostüm nachahmt, das sie bei den MTV Video Music Awards getragen hat, gelang. Das Staraufgebot konnte sich mit Gästen und Performern wie Rihanna, Katy Perry und Miley Cyrus sehen lassen. Doch die fünf Mal nominierte Lady Gaga fehlte bei der Preisverleihung. Wie auch die Gewinner Eminem (Hip Hop) und Justin Bieber (Best Male). 

Die Wahl des 16-jährigen Milchbubi Bieber zum besten männlichen Künstler quittierten viele Besucher der Caja Magica mit lauten Buhrufen. Auch Katy Perry war wie Gaga fünf Mal nominiert, aber im Gegensatz zu ihr vor Ort. Im Vorfeld waren die beiden Sängerinen zu Konkurrentinnen hochgespielt worden und von Medien wurde gerätselt, wer wohl mehr Preise abräumen wird. Es war Lady Gaga. Perry hatte gegen die New Yorker Exzentrikerin keine Chance. Sie bekam gerade einmal einen der MTV-Preise ab (Best Video für "California Gurls"). Lady Gaga, die in Budapest ein Konzert zu absolvieren hatte und deswegen nicht in Madrid ihre obligatorische Selbstinszenierung im großen Stil abhalten konnte, sahnte bei den EMAs ab und gewann in den Kategorien Best Female, Best Song ("Bad Romance") und Best Pop Act. Artig bedankte sie sich für jeden einzelnen Award per Live-Schaltung. Perry performte vor zigtausend Leuten auf einer im Freien aufgebauten Bühne, auf der kurz zuvor auch schon 30 Seconds to Mars die Masse aufheizten, bevor die EMAs offiziell eröffnet wurden. Katy Perry war stimmtechnisch leider nicht ganz auf der Höhe. Die eigentliche Show der EMAs wurde von Shakira und ihrem alles einnehmenden Hüftschwung eröffnet. Ihre Performance war neben der von Miley Cyrus die Gelungenste. Den ersten Award (New Act) übergab Taylor Momsen im Gruftie-Outfit deluxe an eine geschmacksfrei gewandete Kesha, die bei der Preisübergabe meinte: ... "I want to pee in my pants". Auch hier trifft es das Wort "geschmacksfrei" ganz gut. Im Prinzessinnenkostüm ging es mit Rihanna weiter. Sie sang "Only girl (in the world)". Rihannas Auftritt konnte aber nur mit einer netten Blumen-Deko punkten, ansonsten wirkte ihre Performance unmotiviert. Für die meiste Stimmung sorgte Miley Cyrus mit dem live performten Song "Who owns my heart". Sie hatten viele als "Best Pop Act" favorisiert. Doch Gaga schnappte ihr den Preis weg. Cyrus präsentierte auch den besten Rock Act, der an ... ... 30 Seconds to Mars ging.

Die Verleihung wurde von US-Musikern dominiert, nur die deutschen Tokio Hotel gewannen den World Stage Award. Der wurde allerdings nicht in der vom TV übertragenen Show verliehen. Kid Rock war dieses Mal nicht rockig wie immer und präsentierte seine neue Ballade "Born Free". Zum besten Live-Act wurde Linkin Park gekürt, die auch auf der Bühne performten. Der MTV Best Alternative-Award ging an Paramore. Im Vorfeld wusste man schon, dass Bon Jovi den zum ersten Mal verliehenen Global Icon Award erhalten werden. Sie spielten zum Abschluss der einschläfernden MTV-Show einige ihrer Hits zum wieder wach werden. Die MTV-Zuschauer in Europa gaben bei der Wahl ihrer Favoriten 46 Millionen Stimmen ab, wie der Sender mitteilte. 

Alle Gewinner und Nominierten der MTV Europe Music Awards im Überblick:

Bester Hip-Hop:
T.I.
Eminem
Kanye West
Lil Wayne
Snoop Dogg

Bester Live Act:
Bon Jovi
Lady Gaga
Muse
Kings of Leon
Linkin Park

Bester Song:
Usher: ‘OMG’
Katy Perry ft Snoop Dogg: ‘California Gurls’
Eminem ft Rihanna: ‘Love The Way You Lie’
Rihanna: ‘Rude Boy’
Lady Gaga: ‘Bad Romance’

Bester Rock:
Kings of Leon
Linkin Park
30 Seconds To Mars
Muse
Ozzy Osbourne

Beste Alternative-Band:
Gorillaz
Gossip
Paramore
Vampire Weekend
Arcade Fire

Bester Pop:
Lady Gaga
Usher
Katy Perry
Miley Cyrus
Rihanna

Bester Künstler:
Eminem
Justin Bieber
Usher
Enrique Iglesias
Kanye West

Beste Künstlerin:
Lady Gaga
Katy Perry
Miley Cyrus
Shakira
Rihanna

Bester Newcomer:
Kesha
B.o.B
Jason Derulo
Plan B
Justin Bieber

Bestes Video:
30 Seconds To Mars: ‘Kings and Queens’
Katy Perry: ‘California Gurls’
Lady GaGa ft Beyonce: ‘Telephone’
Plan B: ‘Prayin’
Eminem ft Rihanna: ‘Love the Way You Lie’

World Stage Award:
30 Seconds to Mars
Gorillaz
Green Day
Katy Perry
Muse
Tokio Hotel
(KURIER.at) Erstellt am
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