Identities: Queer Film Festival in Wien

Vom 2. - 12. Juni gibt es heuer wieder ein besonderes Highlight für alle Cineasten in Wien: Das Identities Queer Film Festival.

Das "Identities Queer Film Festival"  ist fast schon so etwas wie eine Institution der Wiener Filmszene. Seit beinahe zwei Jahrzehnten gibt das Festival einen Überblick des "state of the art of queer film" und ergänzt sie um Klassiker der Filmgeschichte. Dieses Jahr möchte das Festival vor allem vielfältige filmische Entwürfe zum Thema (queere) Familie zeigen. "Ganslhautfeeling" garantiert. Die folgenden Bilder geben einen kleinen Vorgeschmack auf die präsentierten Filme.
Zu sehen sind die filmischen Werke vom  2. bis zum 12. Juni im Filmcasino, im Top Kino und im Gartenbaukino.
Weitere Informationen siehe Link unten.

"Ein Traum in Erdbeerfolie"

Das ehemalige staatlich geprüfte Model der DDR Marco Wilms begibt sich in diesem Streifen auf die Suche nach den Heldinnen seiner Jugend. "Ein Traum in Erdbeerfolie" erweckt das Lebensgefühl junger Kreativer, die ihre Mode aus Eingeweidebeuteln und Erdbeerfolien schneiderten und Privatwohnungen zu Catwalks umfunktionierten, von Neuem. "Brotherhood"

Der dänische Film "Brotherhood", im Original "Broderskab", provoziert mit unvereinbaren Wertvorstellungen. Zwei Anhänger einer dänischen Neonazi-Gruppe verlieben sich ineinander und entdecken ihre schwule Liebe. Das kann nicht ohne Folgen bleiben... "Elena Undone"

"Elena Undone" ist ein wunderschöner, klassicher Liebesfilm, im Gegensatz zu Hollywood Schnulzen verlieben sich hier jedoch zwei Frauen. Da ein Liebesfilm ohne Hindernisse kein Liebesfilm ist, ist das Hinderniss auch hier nicht unbedingt klein. Elena, eine der beiden Damen, ist nämlich verheiratet und das noch dazu mit einem homophoben Pastor. "Mann mit Bart"

"Wenn du eines Tages heiratest, dann einen Mann mit Bart." Diesen Rat gab Merals Oma ihrer Enkelin als sie noch ein kleines Mädchen war. Jedoch war der Oma nicht bewusst, wie wichtig für Meral Bärte und Anzüge einmal werden, geschweige denn in welcher Art. In "Mann mit Bart" sieht man viele Bärte, einige Anzüge, aber bestimmt keine Hochzeit. "Contracorriente"

"Contracorriente" erzählt die Geschichte von Miguel, Mariela, Santiago und einem kleinen peruanischen Fischerdorf. Miguel ist mit Mariela frisch verheiratet, jedoch hat er mit dem attraktiven Maler Santiago eine Affäre. Santiago steht zu seiner Homosexualität und wird deshalb von der homophoben Dorfgemeinschaft ausgeschlossen. Nach einer Tragödie muss sich Miguel entscheiden: Soll er ein ruhiges Leben mit seiner Frau führen oder sich seine Gefühle eingestehen? "The Kids Are All Right"

In "The Kids Are All Right" brillieren Julianne Moore (Jules) und Annette Beninig (Nic) als lesbische Eltern einer vierköpfigen Familie. Als ein Sprößling sich auf die Suche nach dem biologischen Vater macht und ihn findet wird der Familienfriede allerdings gestört. Sehnsüchte und Wünsche vermischen sich mit kleinen Schwächen, doch am Ende zählen nur Liebe und Familie. "Regretters"

Eine Bühne, zwei Männer, alte Dias und Filme. "Regretters", im schwedischen Original "Angrarna" beschränkt sich auf das Nötigste. Trotz dem minimalistischen Flair der Bilder ist die Geschichte, die sie erzählen, alles andere als einfach. Zwei Männer, die Frauen sein wollten, es wurden und jetzt nicht mehr sein wollen. Es ist eine Geschichte von Diskriminierung als Schwuler, als unmännlicher Mann und auch als Frau. Einzig die Sehnsucht als Mensch annerkannt zu werden treibt sie an. "Vandalen"

Der Film "Vandalen" vom Schweizer Regisseur Simon Steuri befasst sich mit der Liebe eines jungen Pärchen in der Graffiti Szene. Sebastian und Johannes lieben das Sprayen und sich. Niemand weiß davon, niemand darf davon wissen. Einzig eine junge Frau könnte das Glück der Beiden zerstören... "Dzi Croquettes"

Die "Dzi Croquettes" war eine brasilianische Tanztheatertruppe, die mit Fantasie, Ironie und Koketterie gegen die Militärdiktatur Anfang der 70er Jahre kämpfte. Nichts desto trotz mussten sie 1973 ins Parises Exil flüchten. Durch die Unterstützung von Liza Minnelli und Lennie Dale wurde die Truppe bald zur avantgardistische Alternative zu Moulin Rouge & Co. Der Film zeigt die Geschichte der "Dzi Croquettes" mit allen schönen Momenten, verschweigt dabei aber keineswegs den tragischen Part. "Truth or dare"

"Truth or dare" - Wahrheit oder Pflicht? Minna und Pasi sind seit langem verheiratet. Jedoch hat Minna eine Beziehung mit Raimo und Pasi ist mit seinem besten Freund Kari zusammen. Offenheit gehört nicht zu den Stärken der beiden Eheleute und so spitzt sich die Lage weiter zu, bis endlich eine Lösung gefunden wird - schwitzend in der finnischen Sauna. "Un Chant d'amour"

"Un Chant d'amour" ist ein 1950 gedrehter Film des Schrifstellers und Damatiker Jean Genet, von dem er sich jedoch bis an sein Lebensende distanzierte und sogar einen gut dotierten Preis des "Centre National de la Cinématographie" ablehnte. Der Film zeigt expliziten Sex ebenso wie romantische und erotische Spielformen, ist aber auch ein ungewöhnliches und gesellschaftspolitisches Zeitdokument. "Somewhere Only We Know"

Der Film "Somewhere Only We Know" beginnt im Neuselland der Gegenwart, mit dem Bild einer alten Dame die am Fenster im Pflegeheim sitzt und von ihrem Mann umsorgt wird. Die Geschichte wird in Rückblicken erzählt. Edna, die alte Dame, liebt ihre beste Freundin June. Sie verbringen praktisch jede Minute miteinander und leben ihre Liebe in aller Öffentlichkeit aus. Ein Ding der Unmöglichkeit, denn es sind die 1940er Jahren. "The Septmeber Issue"

Im Dokumentarfilm "The September Issue" folgt R.J. Cutter der einflussreichen sowie gefürchteten Vogue-Chefin Anna Wintour auf Schritt und Tritt und zeigt wie die legendäre September Ausgabe der Vogue entsteht. Vogue-Verweigerern ist Anna Wintour vielleicht durch den Film "Der Teufel trägt Prada", in dem sie von Meryl Streep verkörpert wurde, bekannt. Eine "Vogue" ohne Designer ist undenkbar, deshalb sind auch Größen wie Karl Lagerfeld oder John Galiano Teil des Filmes.
(red. / moe) Erstellt am
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