So gewinnt man beim Eierpecken

Rund um Ostern gibt's eine Vielzahl an Bräuchen. Sehr beliebte wie das Eierpecken und weniger bekannte wie "Eierkratzen", das für Lachkrämpfe sorgt.

Ob Hollywoodlegende Gregory Peck jemals in seinem erfüllten Hollywood-Leben ein Osterei gegen das Osterei eines Kontrahenten geschlagen hat, ist nicht überliefert. In Österreich ist das Eierpecken (im Lungau/Salzburg: "Oalala tutschen") jedenfalls ein beliebter Osterbrauch. Wie man dabei am wahrscheinlichsten die Oberhand behält, und somit das Ei des Spielgegners einsackt, erfahren Sie auf den folgenden Bildern. Und so manches weitere Wissenswerte über Österbräuche . . . Zur erfolgsversprechendsten Technik beim Eierpecken äußert sich der Experimentalphysiker Werner Gruber auf der Website der "Science Busters". Die lustigen Wissenschaftler inklusive Kabarettist Martin Puntigam haben ihre besten Tipps und Erklärungen auch als Buch herausgegeben: "Wer nichts weiß, muss alles glauben" (Ecowin).

Das Bild zeigt Werner Gruber nicht etwa beim Eierausblasen. In der Mitte Martin Puntigam, rechts: Physiker Heinz Oberhummer. In einem kurzen theoretischen Teil erkärt Gruber, dass für den Ausgang des Ostereierpeckens natürliche Faktoren wie die Härte und die Dicke der Eierschale entscheidend seien. "Diese hängen neben der Lebensweise und Ernährung auch maßgeblich vom Alter des Huhnes ab, denn die Eierschale von jungen Hühnern enthält mehr Proteine und ist dadurch stabiler. Eier alter Hühner sind nur halb so belastungsfähig." Also, wir lernen: Peck-Profis achten auf die Wahl des richtigen Materials und fragen den Bauern ihres Vertrauens nach dem Alter der Legehenne. Aber, einen praktischen Tipp hat Gruber auf www.sciencebusters.at auch parat: "Mit dem eigenen Ei beim Pecken möglichst genau mit der Spitze auftreffen." Der Physiker erklärt: "Dass die Enden der Eier am meisten aushalten, sieht man daran, dass man etwa 50 Kilo aufwenden muss, um ein Ei zu zerdrücken, welches genau an den beiden Enden aufliegt oder gehalten wird." Weiters sei beim Eierpecken der Aufschlagwinkel entscheidend. Gruber rät: "Das gegnerische Ei aber möglichst schräg treffen. Ermittelt werden die optimalen Winkel, unter der ein Ei auf ein anderes trifft, mit Hilfe von Spannungstrajektorien." Ein bestimmer Osterbrauch brachte diese Frau ziemlich ins Lachen. Die Moderatorin des burgenländischen Kabelkanals BKF wollte einen Beitrag über das sogenannte "Eierkratzen" einmoderieren - mit der Betonung auf "wollte". Doch Nadja Ebinger verfiel in einen minutenlangen Lachkrampf, den ihr ein Kollege mit einem lustigen Kommentar eingebrockt hat. Auf YouTube (Link hier) wurde das Video von dem TV-Hoppala zum Renner und wird immer wieder gern auf Social Media-Netzwerken gepostet. Der "Eierkratz"-Spot war sogar dem deutschen TV-Sender RTL einen Beitrag in der Sendung "Punkt 12" wert. Bleibt nur noch zu erklären, was es mit den ominösen "Eierkratzerinnen" auf sich hat. ... Die Auflösung: im südburgenländischen Örtchen Stinatz wird die traditionelle Technik des Eierkratzens noch von einigen wenigen Frauen ausgeführt. Dabei entstehen diese kunstvollen Ostereier. Wer hat da bitte an etwas anderes gedacht !?! Bild aus der ORF-Sendung "Geheimnisse der Karwoche" Im Folgenden wird weiteres österliches Brauchtum vorgestellt. Manche Bräuche scheinen dermaßen selbstverständlich, dass ihre Herkunft gar nicht im Bewusstsein ist. Und. Nein, die Ostereier kommen nicht aus Ostereistedt! Ostereistedt ist eine Gemeinde in Niedersachsen. Der Name ist allerdings wohl auf das Wort "Eichstätte" zurückzuführen. Den Beginn des österlichen Festkreises stellt der Aschermittwoch dar, dem eine vierzigtägige Fastenzeit folgt. Ihr Ende, der vierzigste Tag, ist der Karsamstag. Die Woche davor, die Karwoche, beginnt mit dem Palmsonntag. Das Wort „Kar“ stammt übrigens vom althochdeutschen Wort „chara“ oder „kara“ ab und bedeutet „klagen“, „Kummer“, „trauern“. Die Karwoche gilt auch als die „stille“ oder „heilige“ Woche. Am Palmsonntag feiern die Christen den Einzug Jesu in Jerusalem. Das Volk huldigte ihm mit Palmwedeln. Da es in unseren Breiten keine Palmen gibt, werden stattdessen ihre Fast-„Namensvettern“, die Palmkätzchen, traditionell zu Büschen gebunden und geweiht. Am Gründonnerstag feiert das Christentum das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Mit der Farbe „grün“ hat dieser Tag wenig gemein: Vielmehr geht die Bezeichnung auf den althochdeutschen Begriff „grunen“, der „weinen“, „klagen“ bedeutet, zurück. Damit dürfte das Leid Jesu gemeint sein. Unabhängig davon gilt Grün als die Farbe der Hoffnung. Für viele ist der Gründonnerstag aufgrund seines Namens Aufforderung zum „Grünessen“. Ganz klar die Nase vorn hat hier der Cremespinat, der mit Erdäpfeln und Spiegelei serviert zur traditionellen Gründonnerstagsspeise wurde. Eine bekannte Legende besagt, dass am Gründonnerstag die Glocken nach Rom fliegen und erst in der Osternacht wieder zurück kommen. An ihre Stelle treten die „Ratschenbuam“ – Kinder, die mit kleinen Handratschen oder großen Standratschen durch die Straßen ziehen und die Gottesdienste ankündigen. Zur Belohnung werden ihnen bemalte Ostereier überreicht. Woher dieses Märchen stammt und worauf es zurückgeht, ist nicht bekannt. Die Gründe für die „nach Rom fliegenden Glocken“ reichen von Kraft schöpfen, päpstlichen Segen holen, Beichte bis zu Ostereier holen. Den Kindern wird erzählt, dass die Glocken auf ihrem Rückweg Süßigkeiten mitbringen und diese am Ostersonntag verstecken würden. Am Karfreitag wird dem Tod Jesu am Kreuz gedacht. Er ist neben dem Aschermittwoch der strengste aller Fastentage: Christen üben sich in Buße und Verzicht. Gläubige dürfen sich nur einmal sättigen und ein weiteres Mal eine kleine Stärkung zu sich nehmen. So essen sie beispielsweise an diesem Tag kein Fleisch, sondern Fisch. Dieses Fischessen ist keineswegs traditionell, denn früher konnten sich die einfachen Leute weder Fisch noch Fleisch in Übermaß leisten. Der Karsamstag gilt als die Grabesruhe. In der Nacht zum Sonntag werden die Auferstehung und damit der Sieg Jesus über den Tod gefeiert. Die Glocken kommen wieder und es findet die sogenannte „Fleischweihe“ statt. Traditionell werden Schinken, Kren, Brot, Salz und Eier in einem Korb zur Segnung gebracht. Der Karsamstag gilt als die Grabesruhe. In der Nacht zum Sonntag werden die Auferstehung und damit der Sieg Jesus über den Tod gefeiert. Die Glocken kommen wieder und es findet die sogenannte „Fleischweihe“ statt. Traditionell werden Schinken, Kren, Brot, Salz und Eier in einem Korb zur Segnung gebracht. Ein beliebter Brauch am Karsamstag ist das Osterfeuer. Vor allem im Alpenraum gilt es als fixer Bestandteil der Osternacht. Dabei werden meist meterhohe Holzfeuer nach der Auferstehungsmesse entzündet. Osterfeuer wurden bereits in heidnischer Zeit praktiziert, um damit die Sonne auf die Erde zu „ziehen“. Seit dem 11. Jahrhundert sind christliche Osterfeuer im deutschsprachigen Raum verbreitet. Und am Ostersonntag schließlich bringt der Osterhase die Ostereier und versteckt sie gemeinsam mit Süßigkeiten im Nest. Wie man auf den Hasen kam, ist nicht genau bekannt. Zuvor waren es je nach Region andere Tiere: Fuchs, Kuckuck und Storch wurden ebenso genannt, wie die Kirchenglocken, die die gefärbten Eier aus Rom mitbrachten. Fakt ist, dass sowohl Eier als auch Hase Fruchtbarkeit symbolisieren – damit war der Zusammenhang, dass der Osterhase die Ostereier bringt, wohl schnell hergestellt. Immerhin tut er das mittlerweile seit gut 300 Jahren. Gefärbte Eier zu Ostern gibt es von Armenien über Russland, Griechenland, den Mittelmeerraum bis hin nach Mitteleuropa. Das Osterei ist oft kunstvoll mit Motiven bemalt oder verziert. Das traditionelle Osterei ist rot gefärbt. Denn rot symbolisiert den Opfertod Christi in der gesamten kirchlichen Osterliturgie. Im Mittelalter zahlten Bauern die Steuerabgabe an ihren Grundherren in Form von Eiern und zwar auch am Gründonnerstag.
(kurier / Peter Temel, Sonja Grundtner) Erstellt am
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