Dreiste Schleichwerbung in Filmen

Hollywood-Blockbuster nehmen Millionenbeträge mit Schleichwerbung ein. Wir zeigen die offensivsten Product Placements in Filmen. James Bond und Iron Man lassen grüßen.

In der Komödie Wayne's World hat man das scheinbar dezente Platzieren von Produktwerbung in Filmen aufs Korn genommen und ganz bewusst für Pepsi oder Pizza Hut geworben (im Bild). In Blockbustern wie "Iron Man" oder James Bond-Streifen sind sogenannte Product Placements zu Hauf zu finden. Nicht selten muten die Kinofilme wie Werbespots für bekannte Marken an - immerhin zahlen die Firmen beachtliche Beträge für ihr Vorkommen in den Filmen. 

Wir haben die dreistesten Product Placements in Filmen gesammelt. Zum Durchklicken ... Die wohl beste Werbung für Head & Shoulders, die je gemacht wurde: In der Komödie "Evolution" können angreifende Aliens nur mit dem Anti-Schuppen-Shampoo bekämpft werden. Ein Beispiel für offensives aber äußerst witziges Product Placement. Rene Russos bekannteste Filmszene gehört wohl auch zu den schamlosesten Product Placements in Filmen. In "Die Thomas Crown Affäre" aus dem Jahr 1999 trinkt sie fast eine Minute lang eine Pepsi One Dose auf Ex. Der erste und zweite Teil von "Sex and the City" diente zahllosen Lifestyle- und Luxusmarken als  perfekte Werbeplattform. Und die Macher der Filme nutzten diese auch schamlos, um die Produktionskosten wieder hereinzubekommen. An die 70 Produkte, die für die Handlung nicht von Bedeutung sind, aber dennoch gezeigt werden, konnten im ersten Teil gezählt werden. Neben Modedesigner-Labels wie Dior und Co. sind auch die Vitamin Waters von Glacéau oder ... ... Mercedes Benz-Wagen  prominent platziert. Die Automarke kreierte zum Product Placment in "Sex and the City" gleich eine dazupassende Werbekampagne. 

Das Vorkommen im Film ließ man sich einiges Kosten, immerhin steht die vorangegangene Serie dafür, die zunächst kleinen Marken Manolo Blahnik oder den Kinderwagenhersteller Bugaboo weltbekannt gemacht zu haben - und dass nur, weil sie in der Hit-Serie Erwähnung fanden. Auch in österreichischen Filmen wird Product Placement eingesetzt. Im Wolf Haas-Krimi "Silentium" (2004) war eine österreichische Biermarke besonders präsent. Es ist allerdings sogar ein Highlight des Films, wenn Josef Hader im Keller des Salzburger Festspielhauses eine Treppe aus übereinandergestapelten Stiegl-Bierkisten als Fluchthilfe einsetzt. So wurde das Markenlogo mehr als intelligent in die Handlung eingebaut. Schräg, aber gut. Die "James Bond"-Macher begannen in der Zeit von Roger Moore (80er-Jahre) intensives Product Placement in ihren Filmen zuzulassen. In "Im Angesicht des Todes" (1984) wurde für Seiko-Uhren, Louis Vuitton, Bollinger-Champagner und Autos von Renault geworben. Damals zahlte die Automarke die heute lächerlich wirkende Summe von 100.000 Dollar dafür.

"Casino Royale" mit Daniel Craig wurde ordentlich von Sony gesponsert. Der Film hat minutenlange Sequenzen, in denen Sonys Computer-Marke Vaio groß im Bild ist. 36 Millionen Dollar soll es Ford wert gewesen sein, dass ihr Kleinwagen, der Ford Ka, in dem letzten 007-Abenteuer "Ein Quantum Trost" zu sehen ist. 

Bei den immer größer werdenden Budgets, die für Kinofilme und deren anschließende Bewerbung gebraucht wird, ist das gut bezahlte Product Placement eines der wichtigsten Finanzierungsstandbeine für Filmstudios geworden. Rechtlich gesehen ist diese Art von Werbung im Kino erlaubt. In den USA können Produzent und Regisseur frei enscheiden in welchem Rahmen sie Werbung in ihren Filmen machen.

Die Werbung in Filmen macht sich für die Unternehmen oft bezahlt. Der Agent mit der Lizenz zum Schleichwerben hat vor allem BMW Z3 zu einer enormen Verkaufssteigerung verholfen. In "Stirb an einem anderen Tag" mit Pierce Brosnan als Bond, hat der Film mehr als 100 Millionen Dollar durch Product Placement eingenommen. Schon 1983 hat auch der Film "Lockere Geschäfte" (engl. "Risky Business") dem Sonnenbrillen-Hersteller Ray Ban zu einer Absatzsteigerung von 83 Prozent verholfen - weil Tom Cruise mit dem Modell "Wayfarer" die meiste Zeit durch den Film stolziert. Der eindeutige Gewinner der letzten Jahre in Sachen Produkt-Platzierung heißt: Apple. Die Marke tauchte 2010 in 30 Prozent aller US-Nummer-Eins Filme auf (im Bild in "Twilight" zu sehen). Angeblich macht Apple aber kein bezahltes Product Placement - die Filmemacher werden vermutlich nur mit kostenlosen Requisiten bedacht. Im 10-Jahres-Rückblick siegt nur Ford über Apple: In 112 von 334 Top Filmen tauchte Apple auf, in 133 Ford. Coca-Cola belegt mit "nur" 96 Filmauftritten den dritten Platz, so brandchannel.com.

Auch "Valentine's Day" zeigte leuchtende Äpfel auf Computern. Will Smith fuhr in "I-Robot" in einem futuristischen Audi vor. Noch mehr wurde allerdings die Schuhmarke Converse in Szene gesetzt. Die Old-School Treter wurden in dem Science-Fiction-Film, der in der Zukunft spielt, äußerst lobend erwähnt und sind mehrmals zu sehen. Auch bei "Zurück in die Zukunft 2" aud dem Jahr 1989 wurden Turnschuhe prominent ins Bild gerückt. Nike designte dafür eigens futuristische "Jogging Highs" - immerhin wird Marty ins Jahr 2015 "gefahren". Im Jahr 2008 hat Nike die limitierte Edition Hyperdunk herausgebracht, die fast ident ist mit den Zukunftstreten aus dem Kultfilm. New Balance Turnschuhe gab es in Großaufnahme erst kürzlich im Kino in "Crazy Stupid Love" zu bewundern. Überhaupt kein Problem hat Action-Regisseur Michael Bay damit, Produkte für viel Geld in seinen Blockbustern vorkommen zu lassen. So ließ er zum Beispiel einen Transformer im gleichnamigen Film Mountain Dew-Dosen schießen.

Im dritten Teil "Dark of the Moon" gab es "Schleichwerbung" für 7-Eleven, adidas, Amp Energy Drink, Apple, Bang & Olufsen, Belstaff, Bill O'Reilly, Birkin, Bud Light, Buick, Bushmills, Cadillac, Callaway, Canon, Chevrolet, Chevrolet Camaro, Chevrolet Chevelle, Chevrolet Corvette, Chevrolet Impala, Cisco, CNN, Datsun, Double A, Facebook, FedEx, Fender, Ferrari, Firestone, Fox News, Gillette, Glock, GPS Standard, Hermès, Hummer, Lacoste, Lenovo, Lincoln, Louis Vuitton, Lowe's, Macy's, Maybach, Mercedes, Nike, Nokia, Pontiac und noch einge mehr. Auch in "Die Insel" gibt es Marken wie Puma oder X-Box zu sehen, als handle es sich um einen Werbeblock zwischen dem Film. Bay sieht die Kooperationen abgeklärt: "Ich zeige ein Tag Heuer Logo auf einer Uhr und spare damit 75 000 Dollar ein." 2010 war der Sieger im Product Placing "Iron Man 2": 64 Marken wurden in der Comic-Adaption gezeigt. "Nur" 42 gab es im ersten Teil von 2008 zu sehen. Audi bezahlte auch in Teil zwei wieder ein kleines oder auch großes Vermögen, damit Tony Stark in einem ihrer Autos von A nach B rast. Eine Audi-Dauerwerbesendung stellen auch die Teile der Action-Reihe "The Transporter" dar. Die Produktplatzierung in Blockbustern machte sich bezahlt. Seit einigen Jahren gilt die Marke Audi laut einer Umfrage "cooler" als ihr Konkurrent  BMW. Kein anderes Auto kam aber zumindest 2010 so oft in Kassenschlagern vor, wie der Toyota Prius, so brandchannel.com. Er war in Filmen wie "Die etwas anderen Cops" (Bild), "The Fighter" oder "72 Stunden - The Next Three Days" zu sehen. Der Preis für das beste Produkt-Stuntdouble 2010 geht nach Meinung von brandchannel.com an Ducati in "Knight and Day", die äußerst positiv beworben wurde. Noch dazu hatte das Motorrad auch einen gekauften Auftritt in "Tron: Legacy".

Der Witz an der Ducati-Werbung: das "Knight and Day"-Gefährt war eine Aprilia auf der ein Ducati-Logo prangte. Hom Hanks hatte seinen Volleyball Wilson in "Cast Away - Verschollen" besonders gern. Auch das Lieferservice FedEx zahlte wohl ganz ordentlich, um mehrere Male im Film von Robert Zemeckis vorzukommen. Auch die Schlümpfe machten Werbung. In der Sommer-Komödie 2011 gab es Produkt-Platzierungen von Sony oder ... ... M&Ms. In der Adam Sandler-Komödie "Little Nicky" spielte die Fastfood-Kette Popeyes, die sich auf panierte Hühnchen spezialisiert, eine große Rolle. Leckere Süßigkeiten von dem Feinkostladen  Dean & Deluca lässt sich Gourmet Hannibal im gleichnamigen Film schmecken. Ob die Werbung von einem Kannibalen wirklich ideal für eine Edel-Bäckerei ist? Fred Perry für Kevin Spacey in "Horrible Bosses". In "Happy Gilmore" wurde Adam Sandler als Golfer von dem Sandwich-Hersteller "Subway" gesponsert. In dem Jugendfilm "The Wizard" oder "Joy Stick Heroes" - wie der Film bei uns heißt - will Fred Savage 1989 ein Computerspiel-Turnier gewinnen. Kritiker sprechen von einer 100 Minuten langen Nintendo-Werbung. In "Freunde mit gewissen Vorzügen" hat sich das Männer-Magazin GQ ordentlich eingekauft. American Airlines hat zwar nichts bezahlt, um in dem oscargekrönten "Up in the Air" präsent zu sein. Für die Crew des Films gab es aber Gratisflüge, das Film-Equipment wurde auf Kosten von American Airlines befördert. In "The Book of Eli" sieht Denzel Washington in Sonnenbrillen von Oakley besonders cool aus. Sogar auf den Filmpostern ist der Hauptdarsteller mit den Brillen zu sehen. Dass Sonnenbrillen dank kleiner Nebenrollen in Filmen zu echten Verkaufsschlagern werden können, bewies Tom Cruise nicht nur mit Ray Bans "Wayfarer", ... ... in "Top-Gun" zeigt er sich auch mit den typischen Pilotenbrillen, den Aviators, von Ray Ban. Nach dem Filmhit wollten das Modell auch viele Nicht-Piloten. Nicht nur in Kinofilmen wird viel Geld mit Produkt-Platzierung gemacht, auch Musikvideos sind voll von Schleichwerbung. Lady Gaga zeigt sich zum Beispiel in dem Video zu "Telephone" mit  Miracle Whip - für viel Geld natürlich.
(KURIER) Erstellt am
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