Diese 15 Animes muss man gesehen haben

Nix am Hut mit "Zeichentrick"? Diese Liste der besten 15 Filme aus den japanischen Animationsschmieden überzeugt auch die größten Skeptiker.

Obwohl die Popularität von Filmen aus Japan in den letzten Jahrzenten stetig gestiegen ist, ist die Vielfalt und der kreative Reichtum japanischer Animationsfilme einer breiten Masse immer noch unbekannt. Bereits in den 70er Jahren wurden wir im deutschsprachigen Raum köstlich von Animes unterhalten: Die TV-Serien "Heidi", "Wickie und die starken Männer" und "Niklaas, ein Junge aus Flandern" sind allesamt Nippon-Produktionen. Dass die japanischen Anime-Schaffenden auch das Medium Film einwandfrei beherrschen, beweist diese Liste der besten Anime-Filme aller Zeiten ...

Zum Durchklicken ... Perfect Blue (1998, Satoshi Kon)

Anime sind beileibe nicht nur Zeichentrickfilme für kleine Kinder. Viele thematisieren auch Gewalt und Sex. Ein gutes Beispiel dafür ist der Psychothriller "Perfect Blue", das Erstlingswerk des vor einem Jahr verstorbenen Satoshi Kon. Wie bei Hitchcock verschwimmen bei ihm die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Als die junge Popsängerin Mima plötzlich Drohbriefe erhält und von einem Unbekannten verfolgt wird, verfällt sie immer mehr dem Wahnsinn. Wahnsinnig guter Einstieg für Anime-Neulinge. Mein Nachbar Totoro  (Tonari no Totoro, 1988, Hayao Miyazaki)

Ein Film wie eine Liebeserklärung an das Kind-Sein. Wunderbar unaufgeregt und angenehm in der Erzählweise. Ein Vater zieht mit seinen begeisterungsfähigen jungen Töchtern aufs Land, wo diese seltsame Waldwesen entdecken. Verantwortungsvolle Eltern, denen die Gemütsbildung ihrer Sprösslinge am Herzen liegt, kommen um dieses moderne Meisterwerk nicht herum. Interstella 5555 – The 5tory oft the 5ecret 5tar 5ystem (2003, Leiji Matsumoto und Kazuhisa Takenôchi)

Man verbinde die geniale House-Musik von Daft Punk mit perfekt durchgestylter japanischer Animationskunst. Das Ergebnis: Ein audiovisuelles Erlebnis der Sonderklasse. Daft Punks zweites Studioalbum wurde um die Bildebene angereichert, und es entstand ein 60-minütiger Musikfilm, der zu den besten des Genres gehört. Paprika (Papurika, 2006, Satoshi Kon)

Wer Christopher Nolans "Inception" mochte und dem Animationsfilm nicht abgeneigt ist, dem sei "Paprika" ans Herz gelegt. Wieder vermischen sich bei Satoshi Kon Traum und Realität. In der nahen Zukunft existiert ein Gerät, mit dem Träume von Psychotherapie-Patienten aufgezeichnet und analysiert werden können. Das Gerät wird gestohlen, und vom Dieb missbraucht um das Unterbewusstsein von einer immer größeren Gruppe von Menschen zu manipulieren. Der Zuschauer wird dabei angenehm verwirrt und visuell beinahe überstimuliert. Die letzten Glühwürmchen (Hotaru no haka, 1988, Isao Takahata)

Ein 14-jähriger Junge kämpft mit seiner kleinen Schwester nach einem Bombenangriff in der Endphase des Zweiten Weltkriegs ums nackte Überleben. Von der deutschen FSK wurde das bedrückende Drama unverständlicherweise ab 6 Jahren freigegeben, das Lexikon des internationalen Films rät dazu, ihn erst ab 16 zu zeigen. Vergessen kann man den Film so schnell nicht, höchstens verdrängen. Nausicaä aus dem Tal der Winde (Kaze no tani no Naushika, 1984, Hayao Miyazaki)

Besser als Avatar! In Zeiten von "go green" und erhöhter Umwelt-Sensibilität klingt die Handlung von "Nausicaä" fast nach Mainstream-Programm. In einer dystopischen Welt versucht die junge Nausicaä die Balance zwischen Mensch und Natur wieder herzustellen. Einer der eindrucksvollsten Anime-Filme aller Zeiten, der Abenteuer, Action, Drama und sehr, sehr viel Herz hat. Übrigens: Die Rasse der Nausicaaner im "Star Trek"-Universum leitet sich vom Namen der Hauptfigur dieses Films ab. Fist of the North Star (Hokuto no Ken, 1986, Toyoo Ashida)

Nach einem nuklearen Holocaust liegt die Welt in Trümmern, und nur die Härtesten der Harten überleben. Kenshiro ist einer von ihnen. Er macht sich auf, einen Tyrannen zu stürzen, der die Menschheit unterdrückt und nebenbei noch seine Freundin entführt hat. Der Film lebt einzig und allein von den Kampfszenen, die auch den Hauptteil des Films ausmachen. Statt einer guten Story und interessanten Figuren oder Dialogen gibt es Blutfontänen, zerberstende Schädel en masse und menschliche Innereien zu bewundern. Eine irre Gewaltorgie für Hartgesottene. Porco Rosso (Kurenai no buta, 1992, Hayao Miyazaki)

Das Kopfgeldjäger-Flieger-Ass Porco Rosso - Ein Mann mit dem Kopf eines Schweines – erinnert in seiner ruppigen Art an Humphrey Bogart. Bevor das Geheimnis um seine animalische Erscheinung beleuchtet wird, muss er sich mit italienischen Faschisten, einem erbitterten Rivalen und einer aufgeweckten Ingenieurin herumschlagen. Der Film ist für ein erwachseneres Publikum gedacht und bietet sympathische Figuren und ein relaxtes Tempo, das sich mit actionreichen Luftkämpfen abwechselt. Tekkon Kinkreet (Tekon kinkurîto, 2006, Michael Arias)

Die kleinkriminellen Waisenkinder Black und White sind Brüder, die gegensätzlicher nicht sein könnten und die Straße zu ihrem Zuhause gemacht haben. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Yakuza (japanische Mafia, Anm.) und gegen korrupte Geschäftsleute, die ihre heruntergekommene Heimatstadt in eine Art Vergnügungspark verwandeln wollen. Vor allem visuell und stilistisch beeindruckt der Film. Prinzessin Mononoke (1997, Mononoke-hime, Hayao Miyazaki)

Ein bildgewaltiges Fantasy-Meisterwerk voll dramatischer Intensität. Im kriegerischen Alltag des Films kreuzen sich die Schicksale von Menschen, Dämonen, Tiergöttern und Waldgeistern. Der Prinz Ashitaka wird vom Fluch eines Dämons befallen und trifft bald darauf das Mädchen San, die auf der Seite der Tiere gegen die Menschen kämpft. Auf Grund von Gewaltdarstellungen für Kinder ungeeignet! Mind Game (Maindo gêmu, 2004, Masaaki Yuasa)

Anime für Fortgeschrittene: Ein kunstvoller, surrealer und  überstilisierter Trip, bei dem verschiedene Zeichenstile vermischt werden. Der Loser Nishi stirbt, kommt in den Himmel und wieder zurück, nur um sich im Magen eines riesigen Wals wiederzufinden. Nur für besonders Aufgeschlossene. Akira (1988, Katsuhiro Ôtomo)

Dieser Sci-Fi-Kultfilm spielt im dystopischen Tokyo der Zukunft, das von Banden beherrscht wird. "Akira" kommt besondere historische Bedeutung zu. Auf Grund der Thematik, der düsteren Story und der Darstellung von Gewalt konnten im Westen – vor allem in den USA – die japanischen Animationsfilme ihr Klischee als "Kinderfilme" zu einem großen Teil überwinden. Metropolis (Metoroporisu, 2001, Rintarô)

Auch bekannt als "Robotic Angel" basiert der fantasievolle Film auf einem Manga, der wiederum von Fritz Langs Stummfilm aus dem Jahr 1927 inspiriert ist. In einer utopischen Zukunft halten sich Menschen Roboter als Dienstsklaven. Revolution liegt in der Luft, denn auch die ausrangierte Arbeiterschicht hält nichts von der schönen neuen Welt. Ein sowohl technisch als auch inhaltlich erstklassiger Film. Ghost in the Shell (Kôkaku kidôtai, 1995, Mamoru Oshii)

Im Jahr 2029 sind viele Menschen Cyborgs, und als ein Hacker es schafft, einige von ihnen für seine Pläne zu manipulieren, werden zwei Beamte für Cyberkriminalität eingeschaltet. "Ghost in the Shell" besticht durch seinen coolen Sci-Fi-Look, einen beinahe meditativen Erzählstil und seine Actionszenen. Der Film war ein wesentlicher Einfluss auf die Wachowski-Brüder für ihren Kassenschlager "The Matrix". Chihiros Reise ins Zauberland (Sen to Chihiro no kamikaushi, 2001, Hayao Miyazaki)

Das wahrscheinlich wichtigste und größte Werk von Anime-Gott Hayao Miyazaki. Ein traumhafter Film, zum Bersten voll von kreativem Reichtum. Der Fantasyfilm rund um ein kleines Mädchen, das in einer Geisterwelt allerlei Abenteuer erlebt, ist nicht nur für Kinder ein Erlebnis. Mit "Chihiros Reise ins Zauberland" wurden Miyazaki und seine Werke einem breiteren westlichen Publikum bekannt. Der Film wurde von der internationalen Kritik hoch gelobt und mehrfach preisgekrönt. Unter Anderem gab es einen Oscar für den besten Animationsfilm, und einen Goldenen Bären bei der Berlinale. Im britischen EMPIRE bekam das Werk 2010 in der Liste "The 100 Best Films Of World Cinema" den zehnten Rang. 2001 überholte "Chihiro" die Titanic und wurde zum erfolgreichsten Film der japanischen Kinogeschichte.

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(KURIER.at) Erstellt am
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