Die coolsten Actionstars aus B-Filmen

Diese Action-Helden sind nicht fürs Kino geschaffen, gelten aber als Könige der Videotheken: Chuck Norris, Pam Grier, Dolph Lundgren & Co.

Wilde Schießereien, coole Sprüche, und viele Explosionen. So lieben wir unsere Actionfilme der alten Schule. Doch nicht jeder ist zum Schwarzenegger, Stallone oder Willis geboren. Wir präsentieren die besten Vertreter aus der B-Riege der Actionhelden aus den USA, sowie ihre besten Filme.

Zum Durchklicken ... Chuck Norris

Noch bevor er in den 90ern und 2000ern als Texas Ranger Cordell Walker familientaugliche TV-Abendunterhaltung produzierte, und die "Chuck Norris-Facts" zu einem Internet-Phänomen wurden, war der gute Chuck einer der coolsten Actionhelden des US-Kinos. Mit drei "Missing in Action"-Teilen half er den USA bei der Verarbeitung ihres Vietnam-Traumas, kämpfte in "Delta Force" gegen muslimische Terroristen, und wendete in "Invasion U.S.A." sogar eine  russisch-kubanische Invasion ab. Chuck Norris ist ein Actiondarsteller aus einer Zeit, als Männer noch Männer waren, und man Actionfilme noch nicht ironisch unterfüttern musste.

Tipps:
McQuade - Der Wolf (1983, Originaltitel: Lone Wolf McQuade)
Delta Force (1986)
Invasion U.S.A. (1985) Michael Jai White

Der schwarze Muskelmann und mehrfache Karate-Champion ist leider vielen noch unbekannt. 2004 drehte White eine Kampfsequenz mit David Carradine für "Kill Bill Vol.2", die aber leider aus der finalen Fassung geschnitten wurde. In der Blaxploitation-Parodie "Black Dynamite" spielte er in einem der witzigsten Filme der letzten Jahre die Hauptrolle. Dieses Jahr noch wird Whites erste Regiearbeit "Never Back Down 2" erscheinen.

Tipps:
Black Dynamite (2009)
Undisputed II: Last Man Standing (2006)
Blood and Bone (2009) Sybil Danning

Österreichs Beitrag zum "B-Movie-Heaven": Geboren als Sybille Danninger in Ried im Innkreis (OÖ), war Sybil Danning in den 70ern und 80ern bekannt als B-Film-Star. Sie trat in Horror-, Sci-Fi-, und Actionfilmen, sowie in Softsex-Filmchen und Exploitation-Reißern auf. Ihre Filme haben so klingende Titel wie "Euer Weg führt durch die Hölle" und "Stirba - Werewolf Bitch" In "Sador - Herrscher im Weltraum" hatte sie einen einprägsamen Auftritt als Walküren-Kriegerin (siehe Bild). In letzter Zeit hatte sie wieder kleine Auftritte in Filmen, z.B. als Nazi-Schurkin im Rob Zombies Fake-Trailer "Werewolf Women of the SS" für das Tarantino/Rodriguez Projekt "Grindhouse" (2007), oder als Krankenschwester im "Halloween"-Remake.

Tipps:
Sador - Herrscher im Weltraum (1980, Originaltitel: Battle Beyond the Stars)
Das Frauenlager (1983, Originaltitel: Chained Heat)
L.A. Bounty (1989) Rutger Hauer

Die meisten kennen den gebürtigen Holländer wahrscheinlich aus "Blade Runner" oder "Batman Begins". Doch Rutger Hauer spielte die Hauptfigur in etlichen Action- und Sci-Fi-Filmen. Ob als Monsterjäger im dystopischen London ("Split Second", 1992) oder blinder Schwertkämpfer ("Blinde Wut", 1989, im Bild) – Hauer ist immer eine coole Sau. Vor kurzem spielte er in "Hobo With a Shotgun" einen Obdachlosen, der zu Selbstjustiz und seiner Schrotflinte greift. Daraufhin müssen Diebe, korrupte Polizisten und pädophile Weihnachtsmänner dran glauben.

Tipps:
Flesh+Blood (1985)
Blinde Wut (1989, Originaltitel: Blind Fury)
Die Jugger - Kampf der Besten (1989, Originaltitel: The Blood of Heroes) Dolph Lundgren

Ivan "I must break you" Drago aus Rocky IV ist nicht nur einer von den "Expendables", er hat auch eine Solo-Karriere in Actionfilmen. Der blonde Hüne war He-Man höchstpersönlich in "Masters of the Universe", sorgte für einen fulminanten und actiongeladenen "Showdown in Little Tokyo", und 1989 räumte er als "Punisher" mit dem Gangstergesindel auf.

Tipps:
Showdown in Little Tokyo (1991)
Red Scorpion(1989)
Command Performance (2009) Roddy Piper

Der kanadische Ex-Profiwrestler, der auch gerne mal mit Schottenrock und Dudelsack in den Ring marschierte, versuchte sich ab den 80ern im Filmbusiness. Der unumstrittene Höhepunkt dieses Karrierewegs war seine Hauptrolle in "They Live", einer von John Carpenters unterhaltsamsten Filmen. "Rowdy" Roddy Piper spielt darin einen arbeitsloser Bauarbeiter, der gegen raffinierte Aliens kämpft. Im Gegensatz zum ehemaligen WWF-Kollegen Hulk Hogan hat Piper nie in halblustigen Familienkomödien mitgespielt, sondern ist den Genrefilmen immer treu geblieben.

Tipps:
They Live (1988)
The Hunter (1988, Originaltitel: Hell Comes to Frogtown)
Sci-Fighters - Vorhof zur Hölle (1996) Michael Dudikoff

Zuerst studierte Dudikoff Kinderspychologie, danach versuchte er sich als Model und Schauspieler in kleinen TV-Rollen. Seinen Durchbruch bekam er, als er 1985 von Cannon Films für "American Ninja" (dt. Titel: "American Fighter") gecastet wurde. Zunächst war Chuck Norris für die Hauptrolle vorgesehen, der aber schon zu alt für die Rolle war. So bekam Dudikoff den Vorzug, obwohl er damals keine Ahnung von Kampfsport hatte. Es gab vier Fortsetzungen zu dem Film, in zwei davon spielte Dudikoff mit.

Tipps:
American Fighter (1985, Originaltitel: American Ninja)
American Fighter 2 - Der Auftrag (1987, Originaltitel: American Ninja 2: The Confrontation)
Night Hunter (1986, Originaltitel: Avenging Force) David Bradley

Der ehemalige Karatechampion wurde von Cannon Films für den dritten Teil ihrer "American Ninja"-Reihe gecastet, und legte ab dann eine kleine, aber beachtliche Karriere in B-Filmen hin. Als 1992 Cannon Films im Sterben lag, versuchten die Verantwortlichen verzweifelt, mit Bradley als "American Samurai" ein weiteres japanisches Kulturgut kommerziell zu verwerten. Kurz nach der Jahrtausendwende zog sich David Bradley aus dem Filmgeschäft zurück.

Tipps:
American Fighter III - Die blutige Jagd (1989, Originaltitel: American Ninja 3: Blood Hunt)
Cyborg Cop (1993)
Cyborg Cop II (1994) Cynthia Rothrock

Als die große Hong Kong-Produktionsfirma Golden Harvest in Los Angeles auf der Suche nach einem neuen Star für ihre Martial-Arts-Filme waren, wurden sie bei der fünffachen Karateweltmeisterin Cynthia Rothrock fündig. Nachdem sie sich in der Hong-Kong-Filmindustrie einen Namen gemacht hatte, setzte Rothrock ihre Karriere erfolgreich in ihrem Heimatland fort. Es ist einfach herrlich der blonden Kämpferin zuzusehen, wie sie kunstvoll Horden von Gegnern verdrischt. Leider sind die meisten ihrer vielen Filme hierzulande schwer aufzutreiben.

Tipps:
Ultra Force 2 (1985, aka Police Assassins)
China O`Brien (1990)
Die Unbesiegbare (1993, aka Undefeatable) Steven Seagal

Seagal, dessen erster Film ihn sofort in die Hauptrolle katapultierte, startete 1988 mit einer Reihe von guten, moderat budgetierten Actionfilmen. Ein stoischer Blick, Pferdeschwanz, und brutale Aikido-Kämpfe mit etlichen Knochenbrüchen waren seine Markenzeichen. Ab 1992 mischte Seagal mit Filmen wie "Alarmstufe: Rot", dessen Fortsetzung, und "Auf brennendem Eis" ("On Deadly Ground") in der A-Liga Hollywoods mit. Bei letzterem, in dem er als Öko-Krieger gegen eine böse Ölfirma kämpft, durfte er sogar Regie führen. 2002 hatte Seagal bei "Halb tot" ("Half Past Dead") das letzte Mal eine Hauptrolle in einer Kinoproduktion. 2003 verabschiedete er sich ins "DTV"-Geschäft (direct to video), wo er bis vor kurzem fließbandartig billige, oft grottige Action-Ware ablieferte.

Tipps:
Deadly Revenge - Das Brooklyn Massaker (1991, Originaltitel: Out For Justice)
Nico (1988, Originaltitel: Above the Law)
Zum Töten freigegeben (1990, Originaltitel: Marked for Death)
[Wer etwas aktuelleres möchte: Deathly Weapon (2008, Originaltitel: Pistol Whipped)] Eric Roberts

Der Bruder von Julia Roberts hat neben einer Oscar-Nominierung (1985 für "Runaway Train") viele coole Actioner in seinem Resümee stehen. Auch heute noch tritt Roberts in etlichen Filmen auf, wie "The Dark Knight", "The Expendables", oder im vom TV-Sender Syfy produzierten Film "Sharktopus", in dem er ein tödliches Monster - halb Hai, halb Oktopus -  jagt.

Tipps:
Karate Tiger IV - Best of the Best (1989, Originaltitel: Best of the Best, ist entgegen dem deutschen Verleihtitel KEINE Fortsetzung zu den "Karate Tiger"-Filmen)
The Butcher – The New Scarface (2009)
Hitman’s Run (1999) Sasha Mitchell

Wer erkennt ihn noch? Jawohl, es ist Cody aus "Eine starke Famile"! Was die meisten nicht wissen: Sasha Mitchell hat einen schwarzen Gürtel in Tae Kwon Do, und spielte in einer Reihe von Actionfilmen mit. In "Class of 1999 Part II" verkörpert er einen Aushilfslehrer, der in Wahrheit Cyborg ist, und gewalttätige Schüler umbringt.

Tipps:
Kickboxer 2 - Der Champ kehrt zurück (1991, Originaltitel: Kickboxer 2 - The Road Back)
Karate Tiger 6 - Entscheidung in Rio (1992, Originaltitel: Kickboxer 3: The Art of War)
Class of 1999 II – Ein Lehrer sieht rot (1994, Originaltitel: Class of 1999 Part 2: The Substitute) Charles Bronson

Er hatte eine Leinwandpräsenz wie kein Zweiter, und brachte in seiner langen Filmkarriere mehr Leute um die Ecke, als Arnie und Seagal zusammen. Bronson war und ist eine Legende. Nachdem er in den 60ern in Nebenrollen großer Hollywood Produktionen wie "Das dreckige Dutzend", "Gesprengte Ketten" und "Spiel mir das Lied vom Tod" auftrat, und in den 70ern schließlich durch Hits wie "Ein Mann sieht rot" "Kalter Hauch", und "Ein stahlharter Mann" zum leading man und gefragten Action-Star wurde, nahm ihn in den frühen 80ern Cannon Films unter Vertrag. Unter Cannon entstanden 4 (!) Fortsetzungen zum Überraschungserfolg "Ein Mann sieht rot", sowie derbe Thriller wie "Kinjite – Tödliches Tabu" oder "Ein Mann wie Dynamit".

Tipps (aus Bronsons B-Film Zeit):
Death Wish 3 – Der Rächer von New York (1985)
Death Wish II (1982)
Kinjite - Tödliches Tabu (1989, Originaltitel: Kinjite: Forbidden Subjects) Scott Adkins

Ein Brite prügelt sich hoch: 2006 kämpfte Adkins gegen Michael Jai White in "Undisputed II: Last Man Standing", 2008 legte er einen spektakulären Fight gegen Jugendidol Jean-Claude Van Damme in "The Shepherd" hin. Später bekam er die Hauptrollen in "Ninja - Revenge Will Rise" und "Undisputed III: Redemption" Mit  nur 35 Jahren hat der fesche Kampfkünstler noch eine lange und actionreiche Karriere vor sich.

Tipps:
Undisputed III: Redemption (2010)
Ninja - Revenge Will Rise (2009) John Cena

Im Jahr 2002 gründete WWE (World Wrestling Entertainment) eine eigene Filmproduktionsgesellschaft, um ihre Stars auch in Filmen vermarkten zu können. Während Ex-WWE-Kollege Dwayne "The Rock" Johnson mit Filmen wie "Fast & Furious Five" und "Zahnfee auf Bewährung" in der A-Liga Hollywoods mitspielt, muss sich der zweifache WWE-"World Heavyweight Champion" John Cena mit den Hauptrollen in "The Marine" und "Zwölf Runden" begnügen. Man darf gespannt sein, was da noch von Cena kommt.

Tipp:
The Marine (2006) Pam Grier

Heute ist sie vor allem als Jackie Brown aus Quentin Tarantinos gleichnamigen Film bekannt, und als Nicht-Lesbe Kit Porter aus "The L-Word". In ihren jüngeren Jahren hat die erste schwarze Powerfrau des Kinos einige höchst unterhaltsame Filme abgeliefert. In den 1970ern wurde Pam Grier berühmt, nachdem sie in einer Reihe von Exploitation-Filmen mitspielte, wie "Foxy Brown" und "Frauen in Ketten".

Tipps:
Coffy – Die Raubkatze (1973)
Foxy Brown (1974)
The Big Bird Cage (1972)

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