Brutal & blutig: Wahre Verbrechen im Kino

Amanda Knox' Geschichte wurde bereits verfilmt und auch der Fall Kampusch soll auf die Leinwand. Wahre Verbrechen wurden schon oft verfilmt ...

Mord, Vergewaltigung, Folter:  Auch wenn man sich oft gar nicht vorstellen will, dass die Bilder aus Thrillern, Dramen oder Horrorfilmen reale Vorbilder haben könnten - wahre Verbrechen dienten schon oft als Vorlage für Kannibalen, Psychopathen und Serienmörder im Kino und TV. ...

Zum Durchklicken ... Robert Dornhelm hat erst kürzlich die Geschichte um die amerikanische Studentin Amanda Knox ins Fernsehen gebracht. Im Februar 2011 wurde der Stoff mit Hayden Panettiere als Knox (linkes Bild) im US-Fernsehen gezeigt. Der Fernsehfilm "Amanda Knox - Murder on Trial in Italy" kommt ohne Schuldzuweisungen aus, seit der Ausstrahlung hat sich die Situation um Amanda Knox, die vier Jahre lang im Gefängnis saß, aber grundlegend geändert. Das Mädchen (rechtes Bild), das angeklagt wurde, in Italien an der Vergewaltigung Ermordung einer Studienkollegin beteiligt gewesen zu sein, wurde im Berufungsprozess überraschend freigesprochen. Der Film erfährt nun vermutlich ein Update.

Weitere Filme, die wahre Verbrechen als Vorlage haben ... Hollywoodland

Von einem bis heute ungeklärten Mordfall handelt "Hollywoodland" mit Ben Affleck in der Hauptrolle. Er spielt den Superman-TV-Darsteller George Reeves, der 1959 erschossen in seinem Haus gefunden wurde. Adrien Brody macht sich in dem Film von 2007 daran, die mysteriösen Umstände von Reeves Tod zu klären. Rotenburg

Armin Meiwes ist besser als der  "Kannibale von Rotenburg" bekannt. Der Deutsche hat 2001 einen Mann abgeschlachtet und danach Teile von ihm gegessen - das Opfer hatte laut Meiwes Aussagen seine Zustimmung dazu gegeben. In der Verfilmung des Falles spielt Thomas Kretschmann Meiwes. Der zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder hat sich gegen den Film, der im Jahr 2006 in die Kinos kam, erfolglos gewehrt. Monster

Charlize Theron brachte die Darstellung der Serienkillerin Aileen Wuornos einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Mit Mut zur Hässlichkeit glänzt sie in der Rolle als lesbische Prostituierte, die innerhalb eines Jahres mehrere Männer tötete. Die echte Aileen Wuornos ist 2002 hingerichtet worden. Henry: Portrait of a Serial Killer

Der Film des Regisseurs John McNaughton aus dem Jahr 1986 zeigt die Geschichte von Serienkiller Henry Lee Lucas. Die Low-Budget Produktion ist extrem brutal und brachial - so wie auch die Kindheit von Lucas war. Als Jugendlicher tötete er seine Mutter und behauptete im Gefängnis 3000 Menschen auf dem Gewissen zu haben. Allerdings konnten viele seiner Behauptungen widerlegt werden. Seine falschen Geständnisse machten ihn berühmt. George W. Bush begnadigte Lucas 1998. 2001 starb er eines natürlichen Todes im Gefängnis. Der Räuber

Der deutsch-österreichische Thriller erzählt die wahre Geschichte des passionierten Marathonläufers Johannes Rettenberger, der in den 80er Jahren als "Pumpgun-Ronnie" genannter Serien-Bankräuber regelmäßig der Polizei davonlief. Als Vorlage diente das 2002 erschienene gleichnamige Romandebüt des österreichischen Autors Martin Prinz, der bei den Dreharbeiten schließlich als persönlicher Lauftrainer des Hauptdarstellers Andreas Lust fungierte. An vielen österreichischen Kinozusehern mag der Film vorüber gegangen sein, nur knapp 15.000 sahen den von Kritikern vielgepriesenen deutsch-österreichischen Thriller, als er Ende Februar in die heimischen Kinos kam. International erfährt der Streifen mehr Anerkennung: Nachdem der Film des deutschen Regisseurs Benjamin Heisenberg erfolgreich nach Frankreich verkauft worden war, hat sich die Produktionsfirma Sony die Rechte für ein US-Remake gesichert. JFK – Tatort Dallas

Viele Mythen ranken sich um das Attentat um John F. Kennedy. Der Film von Oliver Stone mit Kevin Costner in der Hauptrolle spinnt seine eigene Geschichte um den Mordfall von 1963. Er vermischt dabei historische Fakten und fiktionale Ereignisse und stützt sich auf das Buch von Jim Garrison, der die Theorie vertritt, dass der verurteilte Mörder Lee Harvey Oswald kein Einzeltäter war. From Hell

Johnny Depp versucht in "From Hell" einem der bekanntesten Mörder der Geschichte, Jack the Ripper, auf die Schliche zu kommen. Wer der Prostituiertenmörder im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts war, wurde aber im Film - so wie auch in der Realität - nicht geklärt. "From Hell" verwendet die richtigen Namen der getöteten Opfer, auch Inspektor Frederick Abberline, den Depp verkörpert, hat  sich 1888 wirklich mit den brutalen Mordfällen von Jack the Ripper befasst. The Black Dahlia

Als Film Noir hat Brian de Palma 2006 den Roman von James Ellroy "Die schwarze Dahlie" verfilmt. Der wiederum basiert auf einem tatsächlichen Mordfall: 1947 wird die 22-jährige Elizabeth Short bestialisch ermordet. Das wegen ihrer Schönheit als "Schwarze Dahlie" bezeichnete Mädchen wird verstümmelt - der Rumpf von den Beinen getrennt, der Mund bis zu den Ohren aufgeschnitten - im Süden von Los Angeles auf einer Wiese aufgefunden. Josh Hartnett spielt im Film den Polizisten, der dem Mörder auf den Fersen ist - der Mörder der "echten" hübschen Elizabeth Short ist bist heute nicht gefunden. Psycho 

Alfred Hitchcocks berühmtester Bösewicht ist wohl Norman Bates in "Psycho". Serienkiller Ed Gein hatte ebenfalls eine extrem krankhafte Fixierung auf seine Mutter - sie war eine religiöse Fanatikerin - und wurde nach ihrem Tod zum Mörder. Robert Blochs gleichnamige Novelle diente als Vorlage für Hitchcocks legendären Psychothriller. Bloch lebte in der gleichen Stadt in Wisconsin wie der Mörder Ed Gein, als dessen Taten 1957 öffentlich wurden. Gein soll mindestens zwei Frauen umgebracht haben, aus deren Leichenteilen er sich Kleidungsstücke fertigte. Stoned

Der Ex-Gitarrist der Rolling Stones, Brian Jones, wurde 1969 tot in seinem Swimmingpool treibend gefunden. Ob er durch einen Drogenrausch ertrunken ist oder ob es Mord war, ist bis heute unklar. Obwohl ein Bauarbeiter 1993 kurz vor seinem Tod gestanden hat, Jones getötet zu haben. 2006 hat Stephen Wooley den Film "Stoned" über diese Geschichte gedreht. Bram Stoker's Dracula

Auch "Dracula" ist angelehnt an einem echten Vorbild. Die Vorlage für Stokers Roman hieß Vlad Draculea. Posthum bekam dieser den Beinamen Tepes, was übersetzt "Der Pfähler" bedeutet. Geprägt von der osmanischen Geiselhaft, kämpfte er nach seiner Rückkehr auf den Thron mit allen Mitteln gegen die Türken. Eines dieser Mittel war die Abschreckung durch einen "Wald von Gepfählten", den die Osmanen durchqueren mussten. Vlad wird nachgesagt, dass er gerne zwischen den Gepfählten gegessen hat. Dass er sich allerdings von Blut ernährt hätte, ist historisch nicht belegt. 

In Bram Stokers Roman und der Verfilmung von Francis Ford Coppolas 1993, wurde hingegen das typische Vampir-Bild vom "Vater aller Vampire" gezeichnet. Der Film wurde für vier Oscars nominiert und konnte drei gewinnen. Gary Oldman brillierte in der Rolle des Dracula und Tom Waits als geisteskranker R.M. Renfield. Bonnie und Clyde 

Das bekannteste Gangsterpärchen der Film- aber auch Verbrechensgeschichte ist wohl Bonnie und Clyde. Der weltbekannte Film von 1967 mit Faye Dunaway und Warren Beatty in den Hauptrollen schildert die Geschichte der jungen Kriminellen, die in der Zeit von 1931 bis 1935 mit ihren brutalen Banküberfällen für Aufsehen sorgten. Zodiac

Über die Fahndung nach dem nie identifizierten Zodiac-Killer machte unter anderen David Fincher 2007 einen Film - mit Jake Gyllenhaal und Robert Downey Jr. in den Hauptrollen. Fünf Menschen hat "Zodiac" zwischen Dezember 1968 und Oktober 1969 in San Francisco ermordet. Immer wieder schrieb er bizarre und bis heute nicht gänzlich entschlüsselte Briefe an Zeitungen - den Namen Zodiac gab er sich selbst. Kaltblütig

Truman Capotes weltbekanntes Buch "Kaltblütig", das die wahre Geschichte eines brutalen Raubes erzählt, bei dem eine vierköpfige Familie getötet wurde, wurde 1967 (Bild) und 1996 verfilmt. 2005 kam schließlich auch der oscargekrönte Film "Capote" in die Kinos, der die Entstehung des Romans schildert und zeigt, wie Capote (Philip Seymour Hoffman) über die schrecklichen Ereignisse recherchierte. Tannöd

Andrea Maria Schenkel schrieb den Roman "Tannöd", der 2009 mit Julia Jentsch verfilmt wurde. Das Buch handelt von Serienmorden auf dem bayrischen Hof Tannöd in den 1950er Jahren. Die Schriftstellerin hat für ihr Werk das wahre Verbrechen auf dem oberbayerischen Einödhof Hinterkaifeck als Vorlage genommen. 1922 ereignete sich dort ein Sechsfach-Mord, allen Opfern wurden die Schädel eingeschlagen. Bis heute ist der Fall ungelöst. Die Gräfin

Julie Delpy spielte 2009 die "Blutgräfin" Elisabeth Báthory, die 1560 in der heutigen Slowakei geboren wird. Bekannt wurde ihre Person durch die massenhaften Mädchenmorde, die sie veranlasst haben soll. Der Film begründet ihre Taten damit, dass Báthory in einen Jugendwahn verfiel und in dem Blut der jungen Mädchen gebadet haben soll, um selbst jung zu bleiben. Das gilt allerdings als nicht sehr wahrscheinlich. Die aktuellen Quellensammlungen zu Báthory halten die Adelige zwar nicht für unschuldig, sie sei aber besonders exzessiv in der Folter und Hinrichtung ihrer Untergebenen gewesen, was schließlich zu ihrer Verurteilung geführt habe. Im Prozess sagte Báthory aus, Mädchen auf ihre Burgen gelockt zu haben und sie anschließend auf unterschiedlichste Weise nackt zu Tode gefoltert zu haben. Summer of Sam

1999 hat Spike Lee die Geschichte von Serienmörder David Berkowitz, auch bekannt als "Son of Sam", zum Anlass genommen, um einen Film über das Schicksal eines unschuldig verdächtigten Punks (Adrien Brody) zu zeigen. Sechs Menschen hat Berkowitz getötet. Im Film wird der Neo-Punk Ritchie wegen seiner ungewöhnlichen Wandlung von seinen Freunden verdächtigt, die Morde begangen zu haben. Weshalb sie beschließen, ihn zu lynchen. Ein Verbrechen, das nicht nur in Österreich für Riesenaufregung sorgte, soll ebenfalls verfilmt werden. Bernd Eichinger hatte noch vor seinem plötzlichen Tod mit dem Drehbuch für die Verfilmung der Vita des Entführungsopfers Natascha Kampusch begonnen. Die Rechte an der Kampusch-Biografie "3096 Tage" hatte Eichinger im Mai 2010 erworben. Regie wird Sherry Hormann führen, über die Hauptrolle und die restliche Besetzung wird noch entschieden. Natscha Kampusch war als zehnjähriges Mädchen im März 1998 auf dem Weg zu ihrer Schule in Wien-Donaustadt von Wolfgang Priklopil entführt worden. Der Nachrichtentechniker sperrte sein Opfer in ein winziges Kellerverlies in seinem Haus im niederösterreichischen Strasshof. Im August 2006 gelang es Natascha Kampusch nach achteinhalb Jahren, in einem unbeobachteten Moment aus dem Garten zu fliehen. Priklopil nahm sich danach das Leben.
(KURIER.at / Christina Michlits, tem, moe) Erstellt am
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