Batman-Show: Fledermaus landete in Wien

Top oder Flop? Die aufwändige Arena-Show "Batman Live" hatte am Mittwoch in der Wiener Stadthalle Premiere.

Am Mittwoch war es so weit: Batman und Robin kamen samt Bat-Verbrecherriege in die Wiener Stadthalle. Ob sich ein Besuch des Spektakels "Batman Live" lohnt, erfahren Sie hier.
Zum Durchklicken... Die zehn Millionen Euro teure Arena-Produktion richtet sich eindeutig an ein jüngeres Publikum. Die Entstehungsgeschichte von Robin, dem 15-jährigen Jungen Dick, der von Bruce Wayne alias Batman unter die Fledermaus-Fittiche genommen wird, dürfte vor allem die Kleinen im Publikum ansprechen. Die Show ist dabei weder so düster wie die Batman-Filme von Tim Burton und Christopher Nolan, noch so poppig bunt wie die gute, alte Batman TV-Serie aus den 60ern. Auf "Smack"- "Boom"-"Pang"-Geräusche wurde etwa bei den Fights verzichtet. Musicalnummern blieben aus, dafür gab es eine ziemlich  opulente Stage-Show mit vielen Akrobatik-Einlagen, dramatischer Filmmusik, harmlos wirkenden Kämpfen  und ein paar Pyrotechnikeinlagen und (alten) Zaubertricks. Der "dunkle Ritter" konnte sich in seiner Rüstung zwar nur sehr eingeschränkt bewegen, machte aber optisch eine ganz gute Figur. Auch die Figur des Robin war mit dem gedrungen wirkenden Hauptdarsteller passend besetzt. Der Joker hatte von allen Bösewichten am meisten zu tun, wurde auch recht gut dargestellt, und ist eine bewährte Mischung aus überdreht und bedrohlich. Er wirft Batman vor, ihm fehle der Humor. Das selbe gilt auch für die Show, die inhaltlich eher nüchtern daherkommt. Zur Handlung der Show: Nachdem die Eltern des 15-jährigen Zirkusartisten Dick Grayson (später: Robin) vom Joker ermordet werden, schwört dieser Rache. Bruce Wayne nimmt sich - zunächst widerwillig - des aufgeweckten jungen Mannes an, und verrät ihm erst später sein dunkles Geheimnis. Als Wayne gesteht: "Ich bin Batman", spendet das Publikum zögerlichen Applaus.
Zusammen mit seinem treuen Butler Alfred weiht er den jungen Mann in die Geheimnisse des Batcave und des Batmobils ein. Der Joker plant derweil schon die nächste Übeltat, und will alle Schwerverbrecher aus der Irrenanstalt "Arkham Asylum" befreien - wo es zum finalen Showdown kommt. Zu den Highlights der knapp zweistündigen Show gehören das Batmobil und der Auftritt des selten gezeigten Bösewichts "Scarecrow". Die Handlung und Figurenzeichnung hält sich mit wenigen Ausnahmen eng   an die Originalvorlagen aus den Comics. Die größtenteils britischen Darsteller bewegen ihre Lippen zu hölzernen    deutschen Dialogen aus der Konserve. Am Ende war der Applaus bei  der  Premiere etwas verhalten.
Bild: Harley Quinn mit Batman
  Die Show-Nummern   wirken teils etwas altbacken, es kommt eine Revue-Atmosphäre auf, die   manchen Mittdreißiger im Publikum wohl auch an seine Kindheit erinnert.   Falls dies Kalkül ist, bleibt die Frage, ob es auch aufgeht. Zumindest   die Premiere war nicht zur Gänze ausverkauft.
Bild: Schurkenriege: Pinguin, Catwoman, Joker (vorne), Riddler, Poison Ivy und Harley Quinn
  "Batman Live" startete bereits im Juli 2011 in England, ist bis 5.  Februar in der Wiener Stadthalle zu sehen, und wird später nach  Deutschland ziehen. Ticketpreis für Wien: 49,50 Euro bis 69,40 Euro.
(kurier) Erstellt am
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