Aye Aye, Captain Kirk & Happy Birthday

William Shatner und Leonard Nimoy feiern ihren 80er. In Shatners Biografie verrät er viel über sein widersprüchliches Leben und die Freundschaft zu "Mr. Spock".

Am 8. September 1966 hieß es zum ersten Mal: "Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise." Das waren die Worte, die William Shatner weltweit als Captain James T. Kirk bekannt machten. Am 22. März feierte Shatner seinen 80er, sein fast ebenso berühmter Kollege Leonard Nimoy ("Mister Spock") wird am 26. März ebenfalls 80. 

Beide Schauspieler sind Nachkommen ukrainischer Juden, die nach Nordamerika ausgewandert waren, beide sind kreative Multitalente und haben gesungen, Theater gespielt, Regie geführt, Bücher geschrieben und moderiert. Nach vielen Erlebnissen hat Shatner nun eine Autobiografie veröffentlicht: In "Durch das Universum bis hierher" blickt er auf sechzig Jahre im Showgeschäft zurück und erzählt mit dem für ihn typischen Witz aus seinem durchaus bewegten und widersprüchlichen Leben. 

Auch die Info, dass Leonard Nimoy und er sich am Beginn gar nicht leiden konnten, im Laufe der Zeit aber enge Freunde wurden, gibt er im Buch preis. Als 27-Jähriger startete er in Hollywood durch und zeigte seine neu erlangten Statussymbole auch gerne. Seine erste große Rolle  hatte er (im Bild ganz links) in einem Kinofilm neben Richard Basehart und Yul Brynner in "Die Brüder Karamasow" (1958). Gleichzeitig spielte er am Broadway und im Fernsehen, in Western und in Hitchcock-Filmen. Und genau das entwickelte sich zum Problem: Shatner war ein begnadeter Schauspieler mit klassischer Ausbildung und genug Charisma, um zum anerkannten Weltstar zu werden. Aber völlig wahllos nahm er fast jede Rolle an. Doch er wurde auch gefragt, ob er einen Raumschiff-Captain in einer Science-Fiction-Serie spielen wolle. Er wollte und wurde damit zur Kult-Figur, auch wenn die Serie zunächst floppte. Nach drei Staffeln war Schluss mit "Raumschiff Enterprise". 

Erst in den 80er-Jahren erfreuten sich die "Enterprise"-Wiederhohlungen extrem großer Beliebtheit und die Serie avancierte zum Kult. Shatner: "Raumschiff Enterprise war das Beste, was mir jemals passiert ist. Weil sich nämlich alles andere aus meiner Rolle als Captain Kirk ergeben hat." Die Serie schrieb schon bei der Erstausstrahlung Fernsehgeschichte. Mitten im Kalten Krieg zeigten sich Russen, Japaner und Amerikaner als gut funktionierendes Team. Ein paar Außerirdische waren auch dabei und eine Frau als Offizier - eine Schwarze im Jahr 1968! 

In einer der Folgen küsst Captain Kirk Lieutenant Uhura - der erste Kuss zwischen einer Afroamerikanerin und einem Weißen in der US-Fernsehgeschichte. Einige Anstalten weigerten sich, diese Szene auszustrahlen. Auch als Sänger versuchte sich Shatner, 1968 veröffentlichte er sein erstes Album "Transformed Man". 2004 erschien sein (vorläufig?) letztes Ablum "Has Been". Shatners Gesangskünste werden von Kritikern aber sehr gemischt und tendenziell eher negativ aufgenommen.

Als Buchautor von Science Fiction-Romanen war er um einiges erfolgreicher. Auch als Regisseur versuchte William Shatner sich, aber mit sehr mäßigem Erfolg. Als Hauptdarsteller war er in "Star Trek V: Am Rande des Universums" zu sehen und führte auch Regie. 

Für den Science-Fiction-Film gab es 1990 die Goldene Himbeere für den schlechtesten Film, außerdem wurde der gebürtige Kanadier in den Kategorien Schlechteste Regie und Schlechtester Schauspieler "ausgezeichnet". Zur Legende machten ihn neben der Darstellung des Captain der Enterprise aber auch noch einige seiner nachfolgenden Rollen, etwa die des Polizisten "T.J. Hooker" oder die des Denny Crane in "Boston Legal". Für diese Leistung wurde er 2005 mit einem "Emmy" und einem "Golden Globe" ausgezeichnet. Aktuell ist er als 71-jähriger störrischer und spottender Vater in der Comedy "$h*! My Dad Says" zu sehen. Die Serie, die auf Twittereinträgen basiert, bekommt durchaus gute Kritiken. Shatners Karriere war und ist ein ständiges Auf un Ab, zurzeit scheint er sich im hohen Alter von 80 noch einmal auf Erfolgskurs zu befinden. Fast ebenso populär wir Captain Krik war Mr. Spock, der vornamenlose Vulkanier, der stets auf logisches Denken ausgerichtet ist und Gefühle den Menschen überlässt. Faszinierend gespielt wurde der Außerirdische mit den spitzen Ohren von Leonard Nimoy. Auch der stand, vier Tage nach Shatner in Boston geboren, schon als Kind auf der Bühne und war vor der Serie ein anerkannter Schauspieler (im Bild im Jahr 1982). Als "Spock" wurde er so populär, dass "Star Trek"-Erfinder Gene Roddenberry anordnete, keine Vulkanier mehr auftreten zu lassen. Sie hätten nur gegen Spock verlieren können. Durchgehalten wurde das nach Roddenberrys Tod 1991 aber nicht. "Enterprise" lies beide nicht los. Dabei ist Nimoy, wie Shatner, bis heute auch abseits der Sternenflotte erfolgreich. Nimoy führte bei Filmen Regie, etwa bei "Noch drei Männer, noch ein Baby". Er arbeitete als Fotograf und wurde auch in anderen Serien bekannt, von "Kobra, übernehmen Sie" bis "Fringe - Grenzfälle des FBI", in der er noch bis 2010 im TV zu sehen war. Und er sang, ebenso wie Shatner, bekam aber bessere Kritiken. William Shatner
DURCH DAS UNIVERSUM BIS HIERHER
Die Autobiographie
Mit David Fisher
368 Seiten, separater Bildteil
Schwarzkopf & Schwarzkopf, 19,90 Euro
(apa, red.) Erstellt am
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