Armes, reiches Mädchen: Paris' Riesenflop

Paris Hiltons neue Reality-Show will keiner sehen und auch ihr Toyboy gab der "Pink-Princess" wegen der Sendung den Laufpass.

So hat sich das Urgestein der Reality-Show-Stars die Resonanz auf ihre letzte Sendung sicher nicht vorgestellt. Die Show "The World According to Paris" floppte 2011 gewaltig. Gerade einmal 400.000 Leute wollten sehen, wie Paris "wirklich ist". ... Für die USA sind das mehr als desaströse Einschaltquoten. TV-Kritiker finden die Sendung schrecklich. Die The New York Times schreibt, dass die Paris-Show wie ein Walkman in einer Zeit der iPods daherkommt.

Dabei war die Socialite doch eine der Ersten, die wusste, wie sie sich selbst vermarkten kann und Medien-Aufmerksamkeit bekommt - ohne jegliches spezielles Talent wohlgemerkt. Ihre "Karriere" hat sie der genialen Idee von Sendungsmachern bei FOX zu verdanken, eine Reality-Show mit reichen, jungen Mädchen zu starten. 2003 ließ sie sich als Privatperson von einer Kamera begleiten. Damals etwas neuartiges im TV, heute haben einige Sender fast ausschließlich solche Doku-Shows im Programm. Hilton und ihre Freundin Nicole Richie drehten fünf Staffeln der extrem erfolgreichen Serie "The Simple Life" (die erste Folge sahen 13 Millionen) - in der sie sich dabei filmen ließen, wie sie das "einfache" Leben ausprobieren und versuchen ohne Luxus auszukommen. Immerhin sind die zwei Blondinen in millionenschweren Familien groß geworden. Arbeiten wie Putzen oder Kochen gehörte nicht zum Alltag der verwöhnten Töchter. 

Paris machte mit der Sendung von 2003 bis 2007 Furore und wurde weltbekannt - viele andere Sternchen und Möchtegern-Stars taten es ihr gleich. Jahrelang beherrschte sie die Klatschblätter, fast kein Magazin kam ohne Paris-Foto oder einer Story zu ihren Liebes-, Pornofilm- oder Gefängnisgeschichten aus. Die heute fast 30-Jährige wusste sich wie keine andere selbst zu inszenieren.  Sie wusste. ... Denn seit einiger Zeit haben ihr andere Celebrities, die ebenfalls ohne jegliches Talent prominent sind, den Rang abgelaufen. Die erfolgreichste Paris-Nachahmerin ist Kim Kardashian (rechts im Bild mit ihrern Schwestern). Die ehemalige beste Freundin von Paris weiß, was die Zuseher heute sehen wollen. In ihrer Show "Keeping up with the Kardashians" geht's "heftig" zur Sache. Kim und ihre Schwestern enthaaren sich quotenträchtig gegenseitig die Intimzone oder legen bei  Streitereien schon mal Hand an. Die Strategien ihrer früheren Busenfreundin hat Kim genau studiert - und verbessert, indem sie den Medien mehr "Show" und Dramatik bietet. Jetzt sieht die Hilton alt und vor allem fad aus, vergleicht man die aktuellen Serien der beiden miteinander. "The World According to Paris" ist nämlich eine äußerst zache Partie. Paris ist einfach zu sehr Star und kann sich nicht scheinbar "privat" geben, so wie Kim das exzellent hinbekommt. Dazu kommt, dass ihre Schwester Nicky (rechts) zu cool ist, um sich auf Reality-Show Niveau herabzugeben und ihre Mum (Mitte) zu einsilbig im Gegensatz zu dem redseligen Kardashian-Clan. Für ihre neue Show hat sich Paris - nachdem sich Kim und Nicole Richie vom Freundinnen-Acker machten - neue angebliche suuuper Freundinnen besorgt. Brooke Mueller, die Ex von Charlie Sheen, ist auch dabei. Aber trotz Geschichten von ihrem Drogen-Entzug wollen die Quoten nicht besser werden. Was verständlich ist, denn jeder der die Sendung sieht, wird sich vermutlich denken: Das kann doch nicht echt sein. Und wenn's doch wirklich "wahr" ist, dann ist es furchtbar langweilig, blöd und pink, das Alltagsleben von Paris Hilton. Das Störendste an "The World According to Paris" ist Paris selbst. Und zwar als Erzählerin. Als Off-Stimme spricht sie einen halbwitzigen Text, um so etwas Handlungsstrang in die von Oxygen produzierte Sendung zu bekommen. Doch das klappt kein bisschen. Im Gegenteil, Paris's Pieps-Stimme wirkt komplett unpassend. Wer für diese Show verantwortlich ist, sollte sich um einen neuen Job umsehen, denn alle gegenwärtigen Reality-Shows mit Sternchen wie Kendra, Holly, Kim und wie sie alle heißen sind besser, als die einschläfernde Paris-Show. Hätte die Hotel-Erbin ihre Egozentrik und TV-Geilheit etwas in Zaum gehalten und sich mit hochbezahlten Disco-Besuchen, Parfum-Kreationen und sonstigen Beschäftigungen zufrieden gegeben, wäre ihr letzter Liebster auch noch an ihrer Seite.  Durch die Show ging nämlich ihre Beziehung zu Cy Waits flöten. Der erfolgreiche Clubbesitzer schien wirklich vernarrt in den passionierten Rosa-Fan zu sein. Doch Cy wollte um die Burg nicht vor der Kamera stehen und fand es extrem schwierig, mit Paris im Rampenlicht zu leben. Kurz nach dem Sendungsstart trennte Waits sich von Paris. Die sei am Boden zerstört gewesen, ... ... versucht sich aktuell aber mit dem "Hangover"-Regisseur Todd Phillips zu trösten. ... ... Und mit Schokoshakes ... .. Hardcore-Shopping ... ... und den Zusprüchen ihrer Mutter. Die hat Paris - im Gegensatz zu Zweittochter Nicky - schon immer wie eine Prinzessin behandelt. Und so benimmt sich der Hilton-Spross noch heute - egal ob ihre Reality-Show-Zeiten nun vorbei sind oder nicht. Walkmans gibt es neben iPods ja auch noch immer, nur kaufen tut sie fast keiner mehr ...
((photopress 17) KURIER.at) Erstellt am
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