"Krone"-Urgestein Ernst Trost ist tot
Krone-Urgestein Ernst Trost ist im Alter von 82 Jahren gestorben, das teilte Krone-Chefberater Richard Schmitt via Twitter mit. Die Journalisten-Legende hatte am Donnerstag im Strombad Kritzendorf einen schweren Badeunfall erlitten.Trost war bei brütender Hitze wegen einer plötzlichen Kreislaufschwäche untergegangen, wurde zunächst von Freunden geborgen und von Rettungskräften reanimiert. Danach wurde er mit einem Hubschrauber ins St. Pöltner Krankenhaus geflogen, wo die Ärzte vergebens um Trosts Leben kämpften.
Lesern der Kronen Zeitung ist Trost seit der Gründung der größten österreichischen Tageszeitung durch seine tägliche Kolumne "Was dahinter steckt" bekannt. Daneben verfasste der Krone-Journalist eine ganze Reihe von Büchern. Eines seiner populärsten Werke: "Das blieb vom Doppeladler".
Seit 1954 hatte Ernst Trost zuerst bei der Kleinen Zeitung und dann beim KURIER gearbeitet – jeweils unter Chefredakteur Hans Dichand.
Trost war einer seiner engsten Weggefährten, seit der Gründung der Krone 1959 dabei und erklärte deren Lesern in seriösen und kompetenten außenpolitischen Kommentaren über Jahrzehnte das Weltgeschehen.
Als Kolumnist der „bedauerlicherweise größten Zeitung Österreichs“, so der Satiriker Werner Schneyder, sei Trost „mit dem Versuch, Niveau mit der Aufmachung von Massenblättern zu verbinden“ gescheitert.
Rund um den Globus
Der gebürtige Knittelfelder war rund um den Globus viel unterwegs, hatte exzellente internationale Kontakte und blieb doch in Wien Sievering. Weil er als Journalist alle Freiheiten hatte. „Außerdem war ich immer mit Büchern und Fernseh-Dokumentationen schwer beschäftigt“, sagte der Zeithistoriker, drehte mehr als 100 Dokus und schrieb 16 Bücher, u. a. „Das blieb vom Doppeladler“ (1991), „Figl von Österreich“ (1992), „Prinz Eugen“ (1996).
Er war bescheiden, liebenswert und dankbar, dass „mir andere immer zum richtigen Zeitpunkt die Chance gegeben haben, für mich interessante Projekte zu verwirklichen“. Er hat mit Franz Goess die Goess Film gegründet und führte mit Günter Broscheit die Aurel Film. Obendrein war er Chefredakteur des legendären Express, ehe Geschäftsführer Kurt Falk das Experiment eines intellektuellen Boulevards nach eineinhalb Jahren im April 1971 abdrehte.
Seine letzte „Was dahinter steckt“-Kolumne mit dem Titel „So viel Abschied“ widmete Trost Ende Juni einem sentimentalen Rückblick auf verstorbene Medien-Größen der 60er-Jahre u.a. Gerd Bacher und Fritz Molden.
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