Alpine-Chef Dotter zurückgetreten

Hohe Sanierungskosten: Johannes Dotter tritt im Streit um ein Zukunftskonzept des angeschlagenen Baukonzerns ab.


Der in schweren finanziellen Turbulenzen steckende Baukonzern Alpine verliert seinen Chef. Wie profil online berichtet, ist Johannes Dotter in der Nacht auf Mittwoch zurückgetreten.

Unüberbrückbare Differenzen über die Zukunft des angeschlagenen Konzerns dürften Ausschlag gebend sein. In einer Stellungnahme des spanischen Mutterkonzerns FCC heißt es: "Johannes Dotter hat die gemeinsam vereinbarte Konzernstrategie verlassen. Alejandro Tuya und Enrique Sanz werden diese als Geschäftsführer der Holding weiter konsequent umsetzen."

Dotter war bis 2011 im Vorstand beim Konkurrenten Porr und war erst im Jänner als Geschäftsführer der Alpine bestellt worden. Er beschloss den weitgehenden Rückzug aus den Risikomärkten in Südost-und Osteuropa und die Fokussierung auf Kernmärkte wir Österreich, Deutschland, Tschechien und die Slowakei. Im Zuge der Neuausrichtung mussten auch mehr als ein halbes Dutzend Top-Manager gehen.

Weiters beauftragte Dotter den Wirtschaftsprüfer KPMG mit einer Untersuchung. Dabei wurde in der Vorwoche bekannt, dass die Bilanz des Unternehmens um bis zu 400 Mio. Euro wertberichtigt werden muss und die Alpine 31 Mio. Euro benötigt, um überhaupt weiterwirtschaften zu können. Insgesamt hat Alpine Verbindlichkeiten von rund 950 Mio. Euro angehäuft.

Forderungen

In Verhandlungen in der Vorwoche forderte FCC von den österreichischen Gläubigerbanken Stundungen und zusätzlich bis zu 75 Mio. Euro. Doch die Institute (u. a. Erste Group, Bank Austria und RLB OÖ) verlangen ihrerseits von den Eigentümern 150 Mio. Euro als Sanierungsbeitrag. "Eigentlich wären 300 Millionen nötig", sagte ein Branchenkenner zum KURIER. Doch die Spanier dürften nicht einmal die geforderten 150 Millionen locker machen können.

Betrachtet man die Bilanz 2011, ist dies nicht überraschend. Der Gewinn brach gegenüber 2010 von 314 auf magere drei Millionen ein. Im ersten Halbjahr 2012 waren es 33 Mio. Euro (nach 100 Mio.) "Die Alpine steckt in einem Pleite-Szenario", sagt der Fachmann.

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