Stars/Austropromis

Jenny und John Jürgens gedenken mit einem Album ihres berühmten Vaters

Haben Sie „Griechischer Wein“ jemals auf Englisch gehört? (Al Martino, 2009, tat es 2001 sehr erfolgreich mit dem Udo-Jürgens-Evergreen unter dem Titel „Come share the Wine“).

Wussten Sie, wie man als Vater seinen Sohn vor 10.000 Menschen live zum Weinen bringt? (Udo Jürgens tat es in der Münchener Olympiahalle mit dem selbstkritischen Lied „Der gekaufte Drache“).

Ahnten Sie, wie ein und derselbe Vater die Trennungstränen der Tochter mit einem Flugticket zu ihm nach Hamburg trocknete (Udo Jürgens, sonst sehr bedacht mit großen Ausgaben, tat es, ohne mit der Wimper zu zucken).

Jenny Jürgens (55) & ihr Bruder John Jürgens (58), die beiden ehelichen von insgesamt vier Kindern des am 21. Dezember 2014 mit 80 plötzlich verstorbenen großen österreichischen Sängers – 1966 Gewinner des Song Contests – und Komponisten, haben pünktlich zu seinem Gedenktag ein Weihnachtsgeschenk der Extraklasse produziert: „Da capo, Udo Jürgens“ (3 CDs mit 61 Liedern aus sieben Jahrzehnten, Sony Music, ab 22,99 Euro).

„Da Capo“ bedeutet Zugabe und kommt vom italienischen „Da capo a piedi“, von Kopf bis Fuß, also der allseits bekannte, aber auch der vielfach unerhörte Udo.

Unerhörtes gab es, abseits der späten, aber umso steileren Karriere Udos reichlich – Affären, Scheidungen, uneheliche Töchter – aber hier ist es mit der restlosen Liebe seiner Kinder in Tränen gegossen.

Jenny, die Schauspielerin, die in dritter Ehe in Mallorca lebt: „Eine echte Zeitreise, die durch alle Epochen und alle Gefühle geht. Es ist lustig, anrührend und aufwühlend – ich musste nicht nur einmal weinen. Der Papa hat ein Wahnsinnswerk hinterlassen, mehr als 1000 Songs – rein optisch unfassbar, dem gegenüberzustehen: Zwei riesige Räume, bis zur Decke gefüllt mit Bildern, Bändern, nie veröffentlichten Jazz-Aufnahmen.“

Ihr Favorit? „Liebe ohne Leiden“ im Duett mit Udo. Zudem ist 40 Jahre „Ich war noch niemals in New York“ zu feiern. Jenny: „Sehnsucht pur.“ Mutter Panja (83) trifft sie auch heuer wieder zu Weihnachten.

John, DJ und dreifacher Vater in München: „Die Weltkarriere Udos haut einen um, es ist im positiven Sinne bombastisch. Bei so vielen Songs krieg’ ich heute noch Gänsehaut. Das berührt dein Herz. Ja, er war kein Übermensch. Ich bin anders. Für mich steht Familie auf 1, für ihn stand sie auf eineinhalb ...“

Die Stippvisite in Wien nützten die beiden übrigens auch zur Pflege des Ehrengrabs am Zentralfriedhof. Die Platte war bereits verwittert.