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KURIER-Kolumnist Marc Janko.

© Bild: Kurier Grafik
Sport/Fußball
29.11.2022

Marc Janko über die WM: Warum die Nummer 9 wieder in Mode ist

Der Ex-ÖFB-Stürmer über seine bisherigen WM-Highlights und warum in Katar echte Torjäger gefragt sind.

Eine Erkenntnis dieser WM ist für mich, dass vermeintlich schwächere Teams wieder einmal durchgehend taktisch defensiv gut handeln und physisch bestens vorbereitet sind – und auf diese Weise den großen Nationen das Leben richtig schwer machen. Eine probate Antwort kann die Nummer 9 sein, der echte Torjäger, der Stürmer im Zentrum, der aus dem Nichts ein Tor erzielen kann.

Nach den ersten beiden Gruppenspielen haben mich vor allem Frankreich, aber auch mit Abstrichen Brasilien und Spanien überzeugt. Alle verfügen in ihrem Kader über „echte Neun“. Frankreich hat einen Giroud, Brasilien Richarlison, Spanien Morata, der als Joker gegen Deutschland getroffen hat. Und auch bei den Deutschen machte Füllkrug den Unterschied.

Der Trend der „falschen Neun“ ist möglicherweise vorbei, die richtige Neun wieder vermehrt gefragt. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Team in der Startelf automatisch mit einem Torjäger agieren muss, man braucht ihn vielmehr im Kader, um eine taktische Variante mehr im Köcher zu haben. Das Toreschießen gehört zu seinen Kernkompetenzen. Ein klassischer Stürmer ist von jeher gewohnt, dass von ihm Tore verlangt werden, er hat, wenn man so will, einen Synapsenvorsprung, was den Abschluss betrifft.

Die Außenbahnspieler braucht man natürlich ebenso für eine schlagfertige Offensive. Sie sind überragend im 1 gegen 1, um sich auf den Flanken durchzusetzen, sie kreieren Chancen und Räume, erzielen aber seltener Tore. Uruguays Stürmerstar Edinson Cavani hat zuletzt gesagt, dass Stürmer immer den Druck verspüren, treffen zu müssen. Damit hat er vollkommen Recht.

© Bild: APA/AFP/GLYN KIRK / GLYN KIRK

Arbeiten sie toll für die Mannschaft und erzielen dabei kein Tor, dann werden sie kritisiert. Ihre Aufgabe ist und bleibt das Toreschießen. Mich als ehemaligen Stürmer freut natürlich, dass dieser Typ vor allem bei der WM wieder in Mode ist.

Das beste Anschauungsbeispiel war Deutschland. Offensive Ausnahmetalente wie Musiala und Sané vergaben Topchancen, Mittelstürmer Füllkrug bewies dagegen Handlungsschnelligkeit und Entschlossenheit. In der Aktion sah ich schnörkellosen Zug zum Tor und Humorlosigkeit im Abschluss. So muss Stürmer ...

KURIER-KOLUMNIST MARC JANKO

Marc Janko ist Fußball-Experte bei Sky – der 39-Jährige spielte 70-mal für das Nationalteam und erzielte 28 Tore.

Twitter: @JankoMarc

Instagram: @marcjanko

Facebook: @MarcJanko