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Der globalisierten Frucht auf der Spur

4,5 Mio. Tonnen Bananen landen jährlich in der EU. Doch woher kommt die gelbe Frucht und warum ist sie so billig?

Mag. Stefan Hofer
über die globalisierte Frucht

4,5 Mio. Tonnen Bananen landen pro Jahr in der EU. Vor allem die Deutschen sind, auch pro Kopf gemessen, Europameister im Bananen-Verzehr. Doch wie und unter welchen Bedingungen wird die gelbe Frucht angebaut und warum ist sie so billig?

Von Handelskonzernen erhält Sarah Zierul unbefriedigende Antworten. So nimmt die deutsche Wissenschaftsjournalistin in ihrem soeben erschienen Buch "Billig, Billiger, Banane" den Leser mit auf eine Reise, die von deutschen Diskontern über den größten Bananenhafen der Welt im belgischen Antwerpen bis zu den Plantagen der drei den Weltmarkt dominierenden Konzerne – Chiquita, Del Monte und Dole – in Mittelamerika führt.

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Rund 400 Bananengewächse eignen sich dort als Koch-, Dessert- oder Obstbananen. Doch die Frucht muss von den Arbeitern wie ein rohes Ei behandelt werden, um den Ansprüchen der Kunden in Europa nach einem makellosen Produkt zu genügen. Möglichst resistent gegen Krankheiten und überdies transporttauglich muss die Banane sein, und so werden nur eine Handvoll verschiedene Sorten kommerziell verwertet. Die robuste Sorte "Cavendish" beherrscht dabei den Markt.

Zierul schreibt weiters über miese Arbeitsbedingungen auf den Plantagen, die Verändungen im Pestizideinsatz, früheren Massenstreiks – und erzählt so die mehr als einhundertjährige Geschichte des Bananenhandels in eindringlichen Worten. Fazit: Eine spannende Lektüre, nach der Sie beim nächsten Einkauf die den Exportschlager im Supermarktregal mit anderen Augen sehen werden.

Info

Sarah Zierul: "Billig, billiger, Banane. Wie unsere Supermärkte die Welt verramschen." oekom Verlag, München 2015, 19,95 Euro.

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