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Iced Einspänner: Vom Wiener Kaffeehausklassiker zum Trendgetränk

Er wird im Kaffeehaus deutlich seltener bestellt als der Verlängerte oder die Melange. Dem Einspänner haftet mittlerweile auch ein leicht verstaubtes Image an. Schließlich ist er - wie der Name schon sagt - ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Der Tradition gemäß besteht er aus einem einfachen oder doppelten Mokka mit aufgesetzter Schlagobershaube. Umgerührt wird nicht - der heiße Kaffee wird durch den Obers hindurch getrunken. So machten es seinerzeit auch die Kutscher der namensgebenden Pferdewägen, die in einer Hand die Zügel, in der anderen den Kaffee hielten, der durch die Obershaube länger warm blieb. Quasi eine ganz frühe Version des Coffee-to-go.

Update

Nun hat man bei über 30 Grad im Schatten vielleicht nicht allzu viel Lust auf heißen Kaffee mit Schlagobers. Wie gut, dass der Kaffeehausklassiker als "Iced Einspänner" ein kaltes Revival feiert. Zu verdanken hat das der Alt-Wiener koreanischen Kaffeehäusern und Coffeeshops, in denen sich das Kaffeegetränk einer wachsenden Fangemeinde erfreut. Auch auf Social Media finden sich Videoanleitungen, wie man den "Korean Einspanner" ganz leicht daheim zubereiten kann:

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Es gibt auch Optionen für Kaffeeverweigerer, beispielsweise den "Iced Matcha Einspanner":

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Zu weiterer Berühmtheit verhilft dem Getränk nun auch noch die The New York Times, die es als "neue Lieblingsart, Eiskaffee zu trinken" vorstellt:

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Vom Wiener Kutschbock um die ganze Welt - eine Entwicklung, die die Kutscher anno dazumal wohl nicht vorausgesehen haben. Nein gesagt hätten sie zum kalten Einspänner-to-go aber sicher auch nicht.