Kultur

Kulturmanager Pereira muss sich vor Staatsanwältin in Florenz verantworten

Alexander Pereira, Intendant des Opernhauses von Florenz "Maggio Musicale Fiorentino", muss sich wegen seiner Ausgaben vor der Justiz verantworten. Ermittlungen wurden gegen den Kulturmanager wegen mutmaßlicher Geldunterschlagung eingeleitet. Am 9. Februar werde er die ermittelnde Staatsanwältin in Florenz treffen, berichtete Pereira in einer Presseaussendung am Montagabend.

"Im Wesentlichen handelt es sich um die Fakten, über die in letzter Zeit in den Medien bereits ausführlich berichtet wurde. Ich werde gegenüber den Justizbehörden bekräftigen und klarstellen, was ich immer in allen Gremien, einschließlich der Kontrollkommission der Stadt Florenz, gesagt habe, nämlich dass es sich um Ausgaben handelt, die mit der Ausübung meines Mandats als Intendant verbunden und notwendig sind", erklärte Pereira.

Antrag der Rechtspartei

Die Rechtspartei "Fratelli d'Italia" (FdI), die Gruppierung von Premierministerin Giorgia Meloni, hatte im vergangenen Jahr bei der Region Toskana und dem Gemeinderat der Stadt Florenz, die im Aufsichtsrat des Opernhauses vertreten sind, einen Antrag eingereicht, um Informationen über die Ausgaben Pereiras zu erhalten. 2021 habe Pereira mit der Kreditkarte des Theaters 60.000 Euro ausgegeben, in den ersten vier Monaten 2022 seien es 14.000 Euro gewesen, berichtete die Partei.

Zu den Ausgaben zählen Restaurantbesuche auf Ibiza. 3.800 Euro wurden in einem Berliner Auktionshaus ausgegeben. Auch Rechnungen bei Fischhändlern, Metzgern und in Bäckereien legte Pereira vor. Der Intendant verteidigte sich und behauptete, er habe Künstler des Opernhauses zu sich eingeladen und für sie in einer "freundschaftlichen und entspannten Atmosphäre" gekocht. Damit seien die Ausgaben bei dem Fischhändler begründet.

Unterstützung für Pereira

Die Leitung des Theaters stärkt Pereira - einst Intendant der Salzburger Festspiele - den Rücken. Sie habe Vertrauen in die Arbeit der Justiz und vertraue darauf, dass Pereira in der Lage sein werde, "seine Positionen vollständig zu klären", hieß es in einem Schreiben.

Anders sieht die Lage "Fratelli d'Italia". "Wir haben unsere Pflicht getan, indem wir die unverhältnismäßigen und unangemessenen Ausgaben Pereiras gemeldet haben. Wir vertrauen nun der Justiz und warten auf das Ergebnis der Ermittlungen. Wir fordern Pereira auf, seinen Rücktritt zu erwägen", So kommentierten der Fdi-Fraktionsvorsitzende im Regionalrat der Toskana, Francesco Torselli, und der Fraktionsvorsitzende im Florentiner Gemeinderat, Alessandro Draghi.

Der Wiener Kulturmanager ist seit 2019 Intendant des Maggio Musicale Fiorentino. Davor war er Intendant der Mailänder Scala. Von 2012 bis 2014 war er Intendant der Salzburger Festspiele.