Junges Theater von Südafrika bis Südkorea
Im Rahmen des Young Directors Project zeigen in diesem Jahr fünf junge Regisseure bei den Salzburg Festspielen ihr Können.
Jährlich zwei Stücke zu produzieren und zwei bestehende Inszenierungen einzuladen, das war der Plan von Sven-Eric Bechtolf zum Young Directors Project. Doch der neue Schauspielchef der Festspiele konnte der Kreativkraft seiner Schützlinge nicht widerstehen und lud heuer fünf Produktionen zur internationalen Leistungsschau junger Regisseure – eine davon allerdings außer Konkurrenz, weil der Teilnehmer die vorgeschriebene Altersgrenze knapp überschreitet. Bereits zum elften Mal sponsert Montblanc den Wettbewerb mit einem Preisgeld in der Höhe von 10.000 Euro und einem für das Projekt entworfenen Füller – 2012 ist "Macbeth" das Thema – im Wert von 15.000 Euro.
Produktionen
"Trapped" von Princess Zinzi Mhlongo aus Südafrika hat am 31. Juli im republic Premiere. Die 28-jährige Theatermacherin lässt zehn Figuren über Unfreiheiten, die durch Ideologien und Eitelkeiten entstehen, und ihren Wunsch nach Freiheit philosophieren.
"Jakob Michael Reinhold Lenz" von der Lienzerin Cornelia Rainer wird am 10. August im republic uraufgeführt. Die ehemalige Regieassistentin von Andrea Breth, die mit Bechtolf seinen großartigen "Richard II."-Monolog erarbeitete, nähert sich Leben, Werk und Sterben des Sturm-und-Drang-Dichters. Ihn spielt Burgschauspieler Markus Meyer. Das Auftragswerk, stelle, so Bechtolf, eine "Querverbindung zum Opernprogramm her": Lenz schrieb das Libretto für Zimmermanns "Die Soldaten", das in einer Neuinszenierung von Alvis Hermanis – dem YDP-Gewinner 2003 – in der Felsenreitschule gezeigt wird.
"Éternelle Idole" und "This Is How You Will Disappear" der Französin Gisèle Vienne werden ab 18. August gezeigt. Teil eins, in der Eisarena Volksgarten, beschreibt das Los einer Eiskunstläuferin. "Es war gar nicht so einfach, die Red-Bull-Mannschaft für unsere Proben vom Eis zu kriegen", scherzt Bechtolf dazu. Teil zwei, im republic, beschreibt er als Naturbeschwörung – "mit lebender weißer Eule!"
Außer Konkurrenz
"Hamlet Cantabile" des südkoreanischen Regisseurs Bae Yo-Sup läuft außer Konkurrenz, ab 27. August im republic. Ein Hamlet-Exorzismus mit Puppen, Masken, Musik und Gesang, der den Satz "Der Rest ist Schweigen" konfuzianistisch interpretiert.
In der Jury des Young Directors Project sitzen dieses Jahr neu Schauspieler August Diehl, der als Andrea Breths "Prinz Friedrich von Homburg" im Landestheater auftritt, und Dramatiker Händl Klaus, der sein Stück "Meine Bienen. Eine Schneise" in Salzburg zur Uraufführung bringt – und als Festspielschreiber fungiert.
Neu zum YDP gibt es auch das Magazin "Close Up" (um 12 Euro im Handel) mit Beiträgen von Otto Schenk bis Matthias Hartmann, Nicholas Ofczarek über Alfred Dorfer bis hin zu Salzburgs berühmtem Fiaker, Herrn Siegfried.