Umfrage: Kärntner Blaue sind unten durch

Selbst katastrophale Imagewerte lassen die FPK kalt. Ein viertes Mal wurde ein Neuwahlbeschluss im Landtag verhindert.
Ein Mann hält die Flagge Baden-Württembergs hoch, während im Hintergrund eine Blaskapelle spielt.

Hemdsärmelig, volksnah und vertrauensselig – für diese Attribute steht der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Besser gesagt, dafür stand er. Denn auch der "Landesvater" hat bei der Bevölkerung viel an Vertrauen eingebüßt. Aber nicht nur er. Dörfler (FPK) stürzt im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex gleich um 35 Punkte ab. Hatte er im Februar 2009 noch einen Wert von plus 24, kam er diesmal nur noch auf minus elf Punkte. Wohl auch deshalb, weil er gegen baldige Neuwahlen opponiert.

Dörfler ist mit seinem schlechten Wert aber noch immer der vertrauenswürdigste FPK-Politiker. Ihm am nächsten kommt der neue Klubobmann Gernot Darmann (minus 16), der allerdings den meisten Befragten gar nicht bekannt ist.

Der neue Parteichef Kurt Scheuch erreicht einen Vertrauens-Saldo von minus 33, sein inzwischen zurückgetretener Bruder Uwe kam 2009 noch auf einen Positiv-Saldo von 18 Punkten. Der blaue Landesrat Christian Ragger muss sich mit einem Minuswert von 22 begnügen. Parteifreund Harald Dobernig fuhr einen Negativsaldo von 46 Punkten ein.

Gewinner Holub

Aber es gibt auch Gewinner – wie den Grünen Rolf Holub, der sich einen Namen als Aufdecker gemacht hat. Mit plus neun und einem Zuwachs von 30 Punkten schob er sich an die zweite Stelle vor. In Führung mit plus zehn SP-Landesrätin Beate Prettner. Ihr "Chef" Peter Kaiser liegt mit minus drei auf Platz drei.

Der neue ÖVP-Obmann Gabriel Obernosterer liegt mit einem Saldo von minus zwölf knapp hinter Dörfler. Der designierte Landesrat Wolfgang Waldner kämpft mit seinem Bekanntheitsgrad. Ihm vertrauen gerade einmal acht Prozent der Befragten, 15 Prozent äußerten ihr Misstrauen, der große Rest kennt ihn entweder nicht oder will seine Meinung nicht äußern. Schlusslicht der Befragung ist Ex-VP-Landesrat Achill Rumpold, der diese Woche durch Waldner ersetzt wurde.

Märzwahlen

Im Landtag wurde am Freitag die Abstimmung über den Neuwahlantrag von SPÖ, ÖVP und Grünen erneut blockiert. Die diesmalige Taktik der Blauen: Jeder Redner, jede Rednerin ließ wissen, dass er für Neuwahlen am 3. März 2013 sei, als "freier Mandatar" jedoch der Abstimmung über eine vorzeitige Auflösung des Landtages fern bleiben werde. FPK-Mandatar Adolf Stark zum KURIER: "Mit Leuten wie SPÖ-Klubobmann Reinhart Rohr, der nur beleidigt, will ich nicht an einem Tisch sitzen."

Damit der Antrag in der nächsten Sondersitzung wieder behandelt werden kann, wurde vertagt.

Bei der Neuwahl wird auch das Liberale Forum antreten. Als Spitzenkandidat und neuer Landeskoordinator wird der ehemalige Grüne Jürgen Bamberger (35) ins Rennen gehen.

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