Hoteliers-Sprecher: Energieversorger treiben Preise, nicht der Tourismus

Walter Veit
Österreichische Hotelvereinigung fordert von der Regierung, die "wahren Kostentreiber" unter die Lupe zu nehmen.

Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) wehrt sich gegen die Pläne von Finanzminister Markus Marterbauer, die Preissteigerungen in der Hotellerie und Gastronomie unter die Lupe zu nehmen. "Wenn in Österreich Preissteigerungen geprüft werden müssen, dann die der öffentlichen Hand und der Energieversorger. Denn die ziehen seit Jahren einen Teufelskreis der Teuerung nach sich. Das weiß jeder in Österreich", sagt ÖHV-Präsident Walter Veit. 

Dass die Preise in der Gastwirtschaft in Zeiten hoher Inflation stärker steigen, liege im System: Die Branche gibt ihr Geld vor allem in Österreich aus: „Wer in Fernost kauft, senkt die Inflation. Wir wollen und können das nicht. Aber bei uns kommt alles zusammen, enorme Lohnnebenkosten, teurer Strom, hohe Steuern und das auch bei unseren Lieferanten. Das macht alles sauteuer und immer noch teurer", so Veit in der Aussendung. 

Finanzminister Marterbauer sollte gegen die hohen Preise lieber die Ursache bekämpfen, nicht die Symptome. Kritik übt Veit an die Energieversorger, die "zu weit überhöhten Preisen Riesengewinne erwirtschaften". Dabei sei kein einziger Sonnenstrahl, kein einziger Wassertropfen auch nur einen Cent teurer geworden.  

Faire Untersuchung als Chance

Die von Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner angekündigte Überprüfung der Preisermittlung im Tourismus sieht Veit hingegen als Chance – "vorausgesetzt, es werden Kostentreiber identifiziert und gewichtet: Löhne, Energie und Lebensmittelkosten, Zinsen, Baukosten und generell der Anteil von Steuern und Abgaben an der Unternehmensbilanz". Dann würde sich zeigen, wer am stärksten von der Teuerung profitiert, nämlich die öffentliche Hand. Als Beispiele für die heimlichen Preistreiber nennt Veit die Ortstaxen-Erhöhungen und die neue Trinkgeld-Pauschale

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