Judoka Graf verliert Bronzekampf
Am Ende weinte die Britin vor Freude, und Bernadette Graf blieb nichts anderes übrig, als artig zu gratulieren. Nur knapp verfehlte die Tirolerin die Bronze-Medaille, musste sich am Ende eines langen Arbeitstages mit Platz fünf zufrieden sein bei ihrer Premiere bei Olympischen Spielen.
Doppelt bitter, weil sie gegen eben diese Sally Conway aus Edinburgh vor wenigen Monaten in Düsseldorf gewonnen hatte. Das war ihr Comeback nach einem Kreuzbandriss. Das gute Omen brachte ihr in Rio leider nichts. Eine Yuko-Wertung genügte der 29-jährigen Britin zu einem knappen Sieg, der ihr Bronze einbrachte. Graf versuchte in der letzten Minute alles, ging in die Offensive, kam aber nicht mehr in eine gute Position, um eine entscheidende Wertung zu landen.
Harter Tag
Es ging gegen die Kanadierin Kelita Zupancic, und es wurde ein harter Fight. Eine Waza-ari-Wertung machte Unterschied zu Gunsten der Österreicherin aus, die allerdings bis zum Schluss-Gong dem Schwitzkasten der Gegnerin mit hochrotem Kopf und verdrehtem Arm widerstehen musste. Mit Erfolg.
Großes Versprechen
Mit ihrer Olympia-Premiere darf Graf jedenfalls zufrieden sein, wenngleich der letzte Glanz durch Bronze verwehrt blieb. Graf begann ihre Karriere beim Judozentrum Innsbruck im Alter von sechs Jahren und konnte bereits im Nachwuchs einige Staatsmeistertitel erringen. 2011 dominierte sie die Juniorenklasse bis 70 kg und gewann sowohl bei der Junioren-Europameisterschaft wie auch bei der Junioren-Weltmeisterschaft jeweils die Goldmedaille und wurde von der Europäischen Judo-Union zur „Promising female judoka 2011“ gewählt. Jetzt ist sie bei den Großen angekommen.
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