Rapid: Mit dem Erfolg steigen die Erwartungen
2:1 gegen Thun – was nicht unbedingt spektakulär klingt, hat für Rapid außergewöhnliche Auswirkungen: Erstmals werden beim insgesamt vierten Start in der Gruppenphase (zumindest) sechs Punkte eingefahren. Erstmals werden (mindestens) vier Spiele in der Europa League in Folge ohne Niederlage beendet. Und das Wichtigste: Erstmals laufen die Hütteldorfer in der sechsten und letzten Runde mit dem Wissen aufs Feld, dass der Aufstieg noch möglich ist.
Durch das 3:1 von Genk im Parallelspiel gegen Kiew ist der zweite Platz mit einem Sieg wieder aus eigener Kraft zu erreichen. Für die letzten freien Plätze in den Fanfliegern nach Kiew musste am Freitag keine Werbung mehr gemacht werden. „Wir freuen uns auf den Eiskasten am 12. Dezember“, sagt Zoran Barisic vor dem Entscheidungsspiel mit dem Start um 22.05 Uhr Ortszeit.
Der Trainer könnte daran erinnern, wie er im Spielerkader stand, als in Kiew 1996 ein großer Sieg gefeiert wurde. Doch der 43-Jährige will nicht allzu viel über das 4:2 und den erstmaligen Einzug in die Champions League sprechen: „Das ist nicht zu vergleichen. Der Fußball hat sich auch stark verändert.“
Der Fußball, den Rapid am Donnerstagabend im eisigen Happel-Stadion geboten hat, wurde nicht von allen der 34.300 Zuschauer goutiert. Scheinbar sind es manche schon gewohnt, dass die Rapidler nach einem frühen Rückstand wie wild anstürmen. In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit kamen von den teuersten Plätzen (beim Stand von 1:0) Pfiffe für die vielen Rapid-Querpässe in der Defensive. Torschütze Terrence Boyd nimmt’s locker: „Man muss auch die dreckigen Siege machen.“
Blick in die Zukunft
Barisic spürt hingegen die rasant angestiegenen Erwartungen: „Man darf nicht vergessen, dass wir immer noch dabei sind, ein Fundament aufzubauen. Irgendwann wollen wir soweit sein, einen destruktiven Gegner einfach auszuspielen. Jetzt ist diese Leistung aber sehr hoch einzuschätzen, weil Thun nicht mitspielen wollte.“
Durch eine kleine taktische Änderung wurde die Partie nach der Pause ansehnlicher und Rapid überlegener: „Es war richtig, im Spielaufbau eine Dreierkette zu bilden. Nur musste sie um ein paar Meter nach vorne verlagert werden, um im richtigen Moment auch durchbrechen zu können.“
Boyd meint: „Es zeigt unsere Weiterentwicklung, dass wir so eine Partie gewinnen.“ Durch den Sprung nach vorne von vielen jungen Spielern rutschte die frühere Stammkraft Harald Pichler (immerhin im Mannschaftsrat vertreten) gegen Thun sogar aus dem Kader. Bereits am Sonntag wird zu Hause gegen Innsbruck (19 Uhr) versucht, den dritten Sieg in Folge seit dem Amtsantritt von Präsident Michael Krammer zu schaffen.
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