Letztes Update am 06.06.2012, 10:25
Venustransit: Ein Punkt auf der Sonne.
Mittwoch Früh befand sich die Venus genau zwischen Sonne und Erde. Ein Himmelsspektakel, das erst wieder in 105 Jahren stattfinden wird.
Zehntausende Menschen haben am Mittwoch in der Früh fasziniert ein Himmelsspektakel verfolgt, das erst in 105 Jahren wieder zu sehen sein wird.
Mit Schutzbrillen ausgestattet verfolgten sie die Passage der Venus vor der Sonne.
Das kosmische Schauspiel war für Himmelsgucker zunächst in Amerika, Ostasien, Australien und Neuseeland als kleiner schwarzer Punkt vor der riesigen Sonnenscheibe zu sehen.
(Bild: Aufnahme aus dem Norden Japans.)
Wenige Minuten nach Sonnenaufgang um 4.55 Uhr Früh war das Schauspiel bei fantastischer Sicht auch in Wien zu beobachten.
"Das letzte Mal in unser aller Leben", sagte der Wiener Astronom und Volksbildner Hermann Mucke unter Hinweis darauf, dass der nächste Venusdurchgang erst wieder in 105 Jahren stattfinden wird.
Auf der Aussichtsplattform des Flakturms im Esterhazypark in Wien-Mariahilf hatte Mucke gemeinsam mit Mitgliedern des Wiener Astronomischen Vereins und Interessierten den erhöhten Standort genutzt, ...
... um einen guten Blick auf die noch tiefstehende Sonne zu bekommen.
Mit Teleskopen und Kameras, abgeschirmt mit Spezialfolie, sowie mit Sonnenfinsternisbrillen beobachteten und dokumentierten sie das seltene Himmelsschauspiel.
Bis kurz vor 7.00 Uhr konnte man sehen, wie unser Nachbarplanet über die Sonnenscheibe zieht.
Von Österreich aus waren generell nur die letzten 1,5 Stunden des Venusdurchgangs zu sehen.
(Im Bild: Sternenwarte Urania)
Den vollen Verlauf konnte man diesmal nur im westlichen Pazifik, in Ostasien, der östlichen Hälfte Australiens und in der gesamten Arktis beobachten.
Die Venuspassage dauert mehr als sechs Stunden.
Ein Venustransit findet nur etwa 20 Mal pro Jahrtausend statt.
Der Grund für die Seltenheit ist die Bahnebene der Venus, die um mehr als drei Grad gegenüber jener der Erde geneigt ist.
Deshalb zieht die Venus - von der Erde aus gesehen - meist oberhalb oder unterhalb an der Sonne vorbei.
Nur wenn die Venus (Umlaufzeit um die Sonne: 225 Erdentage) die Erde (Umlaufzeit: 365 Tage) ganz nahe an der Schnittlinie der beiden Bahnebenen überholt, kann es zu einem Venusdurchgang kommen.
Wegen der komplizierten Planetenbewegungen ergibt sich ein eigenartig anmutender Rhythmus: Die Venusdurchgänge finden meist paarweise im Abstand von acht Jahren statt, dann ist wieder eine Pause von mehr als 100 Jahren.
So war der letzte Venusdurchgang 2004 zu sehen, der nächste lässt bis 2117 auf sich warten.
(apa, dpa, afp/js)
Erstellt am 06.06.2012, 07:36