Letztes Update am 11.05.2012, 11:14
London: 30.000 Polizisten demonstrieren.
Tausende Polizisten gingen in London auf die Straße – nicht, um über Protestierende zu wachen, sondern um selbst zu demonstrieren.
Polizisten in geballter Menge auf der Straße – gerade in London ist das ein gewohntes Bild. Doch am Donnerstag herrschte in der britischen Hauptstadt ein Ausnahmezustand der anderen Art: Laut Guardian schlossen sich 30.000 Exekutivbeamte den Protesten gegen die geplante Pensionsreform an.
Zehntausende Beschäftigte des öffentlichen Diensts sind dafür in einen Streik getreten – 24 Stunden lang legten die Beschäftigten die Arbeit nieder.
Nach Angaben der Gewerkschaften nahmen 400.000 Staatsangestellte am Ausstand teil; die Regierung sprach – wie so oft – von weniger, nämlich etwa 100.000 Teilnehmern.
Die demonstrierenden Polizisten wurden von ihrer Kollegenschaft „begleitet" – diese spendete den Protestierenden Applaus.
Auch Personal in Gefängnissen protestierte: Da sowohl Polizisten als auch Beamte in Gefängnissen nicht streiken dürfen, nannten sie ihre Aktionen bewusst Protest.
20 Prozent weniger Gehalt sind aufgrund des Sparkurses vorgesehen - Streikende versammelten sich vor Gerichten, Arbeitsagenturen und anderen Behörden.
Viele von ihnen trugen schwarze Kappen oder Schilder mit der Aufschrift: "Die Kürzungen sind kriminell."
Der Marsch der Polizisten in London sollte der größte seit 2008 sein...
... und es war bereits der dritte Streik wegen der geplanten Pensionsreform innerhalb der vergangenen sechs Monate.
Im November waren nach Gewerkschaftsangaben aus Protest gegen Sparpläne fast zwei Millionen Menschen auf die Straßen gegangen.
Die Regierung zeigte sich allerdings unbeeindruckt davon...
... "es ist sehr enttäuschend, dass eine Handvoll Gewerkschafter sich auf unnötige Streiks versteift, die niemandem nützen", hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Die Pensionsreform werde nicht neu verhandelt.
(apa, rts, KURIER/ep)
Erstellt am 11.05.2012, 10:55