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Banges Warten auf Waffenruhe

Während des viertägigen Opferfestes Eid al-Adha sollen die Waffen schweigen. Die UNO gibt sich optimistisch.
Helfer transportieren einen verletzten Mann auf einer Trage über eine Straße.

Jeden Tag sterben in Syrien um die hundert Menschen, etliche werden verletzt, ganz zu schweigen von dem Trauma, das Kinder und Erwachsene von dem täglichen Kugelhagel und den Bomben davontragen. Der Konflikt forderte bereits mehr als 35.000 Todesopfer.

Zumindest ein paar Tage Feuerpause wünschte sich die internationale Gemeinschaft jetzt – nach 19 Monaten Kämpfen. Der UNO-Sondervermittler Lakhdar Brahimi hatte mit Regime und Opposition für das am Freitag offiziell beginnende islamische Opferfest Eid al-Adha einen viertägigen Waffenstillstand vereinbart. Bereits am Mittwoch sprach er von gelungenen Verhandlungen. Sowohl das Regime, als auch die von ihm erreichbaren Teile der Opposition hätten sich dafür ausgesprochen, sagte Brahimi in Kairo. Am Donnerstag wollte das Regime seine Zustimmung noch offiziell bestätigen.

Bis dahin war ein Waffenstillstand noch nicht geglückt. Brahimis Vorgänger Kofi Annan hatte sich ebenfalls darum bemüht, war aber gescheitert. Nach nicht einmal zwei Tagen wurde die von ihm ausgehandelte Feuerpause gebrochen. Auch diesmal sind nicht alle so optimistisch wie Brahimi. Die Al-Nusra-Front, ein Arm der Oppositionskämpfer, der dem Terrornetzwerk El Kaida nahesteht, hatte bereits angekündigt, dass es zwischen ihr und dem Regime keine Waffenruhe geben könne.

Während die Opposition an der Bereitschaft des Regimes gezweifelt hatte, einer Waffenruhe überhaupt zuzustimmen, war Brahimi zuversichtlich. Er glaube, dass das der Beginn eines politischen Prozesses zur Lösung des Konflikts sein könnte, sagte er.

Kontrolle

Eine Waffenruhe brauche internationale Kontrolle, warnte Halit Hoca gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Das Mitglied des Syrischen Nationalrats berichtete, dass viele Städte von der Armee belagert und immer wieder angegriffen werden. Die – zum Teil heftigen – Kämpfe dauerten auch gestern zunächst an. Von mehr als 150 Toten allein am Donnerstag war die Rede. Aus der Stadt Duma nahe der Hauptstadt wurde ein Massaker gemeldet, bei dem angeblich mindestens 20 Menschen getötet wurden. Beide Konfliktparteien beschuldigen sich gegenseitig. Eine Autobombe soll im Umkreis von Damaskus sechs Menschen getötet haben.

Auch China und Russland, die wiederholt ein scharfes Vorgehen gegen Präsident Bashar al-Assad verhindert hatten, machten sich für die Feuerpause stark. Nächste Woche will Brahimi nach Russland reisen. Moskau wirft dem Westen vor, den Kampf gegen Assad nur vorzuschieben, um geopolitische Interessen durchzusetzen.

Eid al-Adha: Viertägiges Fest

Opferfeier Beim islamischen Eid al-Adha erinnern Muslime an die Bereitschaft Abrahams, seinen eigenen Sohn zu opfern, um Gott seinen Glauben zu beweisen.

Schlachtung Das Fest findet jedes Jahr am Ende der Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka, statt. Es gilt als wichtigster islamischer Feiertag. Am Donnerstag hat das Opferfest mit der Vorbereitung auf die rituellen Schlachtungen begonnen. Das beliebteste Opfertier ist das Schaf.

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