Letztes Update am 22.10.2012, 10:30
Oppositionelle wollten Flugblätter über die Grenze schicken. Die Sicherheitskräfte verhinderten dies - offenbar aus Angst vor einem Vergeltungsschlag.
Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea haben sich über das Wochenende erneut verschärft. Hintergrund ist eine geplante Flugblattaktion der Organisation "Kämpfer für ein freies Nordkorea" nahe der südkoreanischen Grenzstadt Paju. Die Aktivisten wollten am Montag von einem Park aus zehntausende Flugblätter an Ballons über die Grenze schicken. Südkoreanische Soldaten und Bereitschaftspolizisten haben sie nun daran gehindert. Ein Polizeibeamter sagte, der Park bleibe aus Sicherheitsgründen solange gesperrt, bis die 50 Aktivisten ihren Plan aufgäben.
Das sei "lächerlich", sagte der Leiter der Aktivistengruppe, Park Sang-hak. Schließlich habe die Regierung die Aktion genehmigt. Nordkorea hatte am Freitag mit militärischer Vergeltung "ohne Vorwarnung" gedroht, sollten die Aktivisten ihre Ankündigung von der Flugblattaktion wahr machen. Das Gebiet um die Startstelle werde das Ziel direkter Angriffe sein, deshalb sollten die dort lebenden Menschen vorsichtshalber in Sicherheit gebracht werden.
Ungewöhnlich harte Reaktion
Gegner der nordkoreanischen Regierung in Südkorea, darunter Überläufer aus dem Norden, schicken immer wieder Flugblätter über die Grenze, in denen sie das autoritäre Regime in Pjöngjang anprangern und zum Sturz des Machthabers Kim Jong-un aufrufen. Nordkorea droht regelmäßig mit Vergeltungsschlägen, doch diesmal war die Reaktion ungewöhnlich hart. Südkorea versetzte Truppen in Alarmbereitschaft und entsandte zusätzliche Artillerie- und Panzereinheiten an die Grenze, wie die Nachrichtenagentur Yonhap meldete.
Nordkorea und Südkorea befinden sich seit Ende des Korea-Kriegs 1953 formal immer noch im Kriegszustand. Die Spannungen zwischen den beiden Ländern sind groß. Südkorea kündigte für Mittwoch ein groß angelegtes Militärmanöver an. An der einwöchigen Übung unter Beteiligung von US-Truppen sind 240.000 Soldaten aller Waffengattungen beteiligt. Die USA haben 28.500 Soldaten im Süden stationiert.
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