Bekannter Bürgerrechtler zu sieben Jahren Haft verurteilt
Säuberungswelle. Der chinesische Anwalt Zhou Shifeng wurde am Donnerstag zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Kanzlei des Bürgerrechtlers hatte den Künstler Ai Weiwei sowie eine Mitarbeiterin der Zeit vertreten. Vor einem Jahr war die Kanzlei geschlossen worden, als die Sicherheitsbehörden gegen mehr als 300 Bürgerrechtsanwälte und Aktivisten ausholten. Zhou Shifeng wurde wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" schuldig gesprochen. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, dass sich Shifeng schuldig bekannt habe, um seine Haftstrafe nicht zu verlängern.
Bereits vor acht Jahren hatte der Anwalt Opfer des großen Milch-Skandals vertreten. Damals waren Tausende Babys an unreinem Milchpulver aus China erkrankt, mindestens sechs starben.
"Klare Botschaft"
Menschenrechtler kritisierten das Urteil gegen den Bürgerrechtsanwalt. "Die hohe Strafe soll eine klare Botschaft an andere Menschenrechtsanwälte schicken: Das ist es, was sie bekommen, wenn sie an Menschenrechtsfällen arbeiten", sagte Patrick Poon von Amnesty International.
Demnächst wird auch das Urteil gegen den Anwalt Li Heping erwartet. Laut Poon ist damit zu rechnen, dass auch er eine hohe Strafe erhält, weil Behörden ihn wie Zhou Shifeng als eine Führungsperson unter den Bürgerrechtlern ausgemacht hätten.Von den mehr als 300 Anwälten und Aktivisten, die verfolgt wurden, sind nach Schätzungen noch 24 in Haft.
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