Flüchtlinge: Baby kam in Sammelstelle Spielfeld auf die Welt

Eine Mutter mit Kopftuch trägt ihr Kind inmitten einer Menschenmenge hinter einem Zaun.
Mutter und Mädchen sind wohlauf und werden im LKH Graz versorgt. Zahl der Ankünfte in Spielfeld steigt weiter.

Ein Mädchen hat Dienstagfrüh in der Sanitätshilfestelle Spielfeld das Licht der Welt erblickt. Das Rote Kreuz half einer Afghanin ihr Baby zu gebären. Um exakt 5.05 Uhr war die Kleine da. Ein Notarztwagen aus Leibnitz brachte Mutter und Tochter zur Versorgung in das LKH Graz. Beide waren am Vormittag wohlauf, teilte das Krankenhaus mit.

Sprecherin Simone Pfandl-Pichler zufolge habe es sich offenbar um eine normale Geburt ohne Zwischenfälle gehandelt. Mutter und Tochter wiesen stabile Vitalparameter auf und seien "perfekt versorgt" im Spital angekommen. Am Vormittag traf ein Dolmetscher ein, der mit der Patientin wohl noch über die Dauer ihres Aufenthalts im LKH Graz sprechen wird. Die meisten Flüchtlinge wollen erfahrungsgemäß rasch weiterreisen. Laut Pfandl-Pichler kann die junge Mutter noch am Dienstag das Spital verlassen - wenn sie das möchte, denn ihr und dem Kind gehe es ausgesprochen gut. Vom Roten Kreuz hieß es, dass bei der Geburt ein Team von rein freiwilligen Helfern der Rettungsorganisation im Einsatz war.

Zahl der Ankünfte steigt weiter

Eine Menschenmenge steht mit Gepäck vor einem Gebäude und einem Zelt.
ABD0060_20151115 - SPIELFELD - ÖSTERREICH: Flüchtlinge im Sammelzentrum aufgenommen am Sonntag, 15. November 2015, beim Österreichisch-Slowenischen Grenzübergang nahe Spielfeld. - FOTO: APA/ERWIN SCHERIAU
In den vergangenen Tagen war die Zahl der ankommenden Flüchtlinge wieder stark angestiegen. Dienstagvormittag warteten rund 3.800 Flüchtlinge in Spielfeld auf Busse und Züge zum Weitertransport. Auf slowenischer Seite in Sentilj standen weitere 3.600 Menschen kurz vor dem Grenzübertritt. Die Polizei erwartete am Dienstag einen weiteren Anstieg bei der Zahl der ankommenden Flüchtlinge aus Slowenien. In Bad Radkersburg dagegen waren gegen 9.00 Uhr noch keine Menschen in der Sammelstelle.

Um 8:00 Uhr warteten auf beiden Seiten des Grenzübergangs laut Polizei jeweils knapp 4.000 Flüchtlinge. In den vergangenen 24 Stunden habe es knapp 3.000 Grenzübertritte in Spielfeld gegeben. Die Polizei sprach von einem "starken Anstieg", der sich fortsetzen werde. Es seien genug Transportmöglichkeiten vorhanden, jedoch gebe es einen Mangel an Quartieren, daher stünden die Transportmittel still, sagte Polizeisprecher Leo Josefus am Dienstagmorgen zur APA. Derzeit habe man keine genauen Informationen über die Lage im slowenischen Grenzgebiet.

Eine Menschenmenge, darunter Kinder, steht hinter einer Absperrung, bewacht von Sicherheitskräften.
ABD0058_20151115 - SPIELFELD - ÖSTERREICH: Flüchtlinge im Sammelzentrum aufgenommen am Sonntag, 15. November 2015, beim Österreichisch-Slowenischen Grenzübergang nahe Spielfeld. - FOTO: APA/ERWIN SCHERIAU
Am Montagabend war es aufgrund des großen Andrangs zu Verzögerung beim Weitertransport der Menschen in die Bundesländer und an die deutsch-österreichische Grenze gekommen. Um 18.00 Uhr warteten noch 5.000 Flüchtlinge im slowenischen Sentilj auf einen Grenzübertritt. Dennoch habe man binnen 24 Stunden rund 3.000 Schutzsuchende aus Spielfeld weggebracht, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Am Sonntag hatten in Spielfeld chaotische Szenen geherrscht, als zwei Demonstrationszüge aufeinandergeprallt sind.

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