Chronik/Österreich

Fix: Bernhard Auinger (SPÖ) wird Salzburgs neuer Bürgermeister

Rot war schon vor diesem Palmsonntag klar. Als die ersten Ergebnisse aus den ersten Sprengeln eintrudeln, geht der Zeiger auf Rot, nicht auf Dunkelrot. Das Ergebnis ist letztlich eindeutig : Bernhard Auinger landet 62,5 Prozent, Kay-Michael Dankl bei 37,5 Prozent (inklusive Briefwahl).

Die Wahlkarten hatten nur noch einige geringfügige Änderung gebracht. 

Als Bernhard Auinger im Marmorsaal des Schlosses Mirabell eintrifft, brandet Jubel auf, seine Freunde und Wegbegleiter applaudieren. Auingers Familie ist dabei, als er sich erstmals - als Bürgermeister von Salzburg - zu Wort meldet. 

"Nach dem Tag, an dem ich meine Frau kennengelernt habe und den Tagen, an denen meine Kinder zur Welt kamen, ist das heute der schönste Tag in meinem Leben", ist Auinger emotional. 

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Die vergangenen sieben Jahre seien schwierig gewesen, "aber wir haben mit viel Sachpolitik die Menschen überzeugt", freut sich Auinger. "Wir wurden heute mit großem Vertrauen ausgestattet, viele Menschen von anderen Fraktionen haben mich heute gewählt", sagt Auinger. Den deutlichen Abstand habe er so nicht erwartet, den Sieg schon. Er ist überzeugt, dass seine Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinaus, die er in den vergangenen Jahren in der Stadtpolitik gelebt habe, viele dazu gebracht habe, diesmal für ihn zu stimmen. 

Und er verspricht: "Die Änderung, die die Menschen in Salzburg wollen, wird es geben." 

 Auinger betont erneut: "Ich will ein Bürgermeister für alle sein, auch für jene, die heute den Kay gewählt haben."

Dankl streut er noch am Wahlabend als Sieger Rosen: "Er wird sicher eine Verstärkung in unserer Stadtregierung sein."

"Wir wollen mit unseren Themen mitreden"

Dieser nimmt die doch deutliche Niederlage am Palmsonntag sportlich und verweist auf den 10. März. "Wir haben am 10. März so viel gewonnen, wir können heute nicht verlieren, egal wie es ausgeht", sagte er kurz vor Bekanntgabe der ersten Ergebnisse, um dann im Marmorsaal anzufügen: "Wir haben uns verzehnfacht, aber ich gratuliere Bernhard Auinger herzlich zum Erfolg."

Seine KPÖ plus habe schon im ersten Wahldurchgang für Aufsehen gesorgt, jetzt ende ein langer Wahlkampf, aber es stehe ein Neuanfang an: "Wir werden die Zusammenarbeit suchen und Druck bei unseren Themen machen. Wir wollen mitreden."

Einer der ersten Gratulanten für Auinger war SPÖ-Bundesparteichef Andreas Babler, der extra zur Stichwahl nach Salzburg gekommen ist, um dem überlegenen Wahlsieger zu gratulieren. "Wir freuen uns sehr", gratulierte Babler, das Ergebnis zeige, dass die SPÖ einem guten Programm und einem guten Kandidaten in einer lebendigen Sozialdemokratie erfolgreich sein könne: Das hätten Auinger und die SPÖ in Salzburg heute bewiesen.

Auinger wiederum ist sicher, dass die Bundespartei von diesem Wahlerfolg lernen könne: "Ein fairer Wahlkampf wird honoriert, ebenso ein breites Angebot über die Parteigrenzen hinaus." 

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Ebenfalls in Salzburg dabei: Die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ), die Dankl trotz der deutlichen Niederlage gratulierte: "Ich freue mich riesig über das Ergebnis vom 10. März. Die KPÖ plus ist trotzdem der Wahlsieger in Salzburg." 

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Dankl habe sich inhaltlich und menschlich gut positioniert, das sei die Basis für den Erfolg. Jetzt gelte es, in Salzburg entsprechend Arbeit zu leisten. Einen Wechsel in den Nationalrat, etwa als Spitzenkandidat bei den Nationalratswahlen, hält sie nicht für sinnvoll: "Er wird jetzt in Salzburg bleiben."