Chronik/Niederösterreich

Warum die Barone ihre Streuobstwiesen hegen und pflegen

Für die Männer mit ihren breitkrempigen Hüten sind Preise und Ehrungen für ihre Produkte keine Besonderheit. Die für ihre edlen Brände, Moste und Säfte bekannten Mostbarone aus dem niederösterreichischen Mostviertel wurden nun aber auch im Wettbewerb um die zehn innovativsten Streuobstprojekte Österreichs ausgezeichnet. Naturverbundenheit und das Streben nach Nachhaltigkeit wurden ihnen von den Juroren attestiert.

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Mittlerweile gehören 19 bäuerliche und gastronomische Betriebe zu dieser Gemeinschaft. Als sie sich vor drei Jahrzehnten gründete, schrieben sie die Rettung der rund 300 Birnbaumsorten in den Obstgärten und Streuobstwiesen im Mostviertel in ihre Vereinsstatuten. Höchste Produktqualität, dazu Innovationsgeist und Sendungsbewusstsein als Botschafter der Mostkultur haben sich die Mostbarone selbst auferlegt. Längst wird mittlerweile an der nö. Moststraße mit Wissenschaftern geforscht, wie jahrzehntealte Baumriesen gegen Altersschwäche gestützt und im Klimawandel unterstützt werden können. Genauso werden jene Mostbirnensorten gesucht, die gegen Hitze oder Feuerbrand am resistentesten sind.

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Die Streuobstwiesen bieten mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Heute sind in Österreich noch rund 4,5 Millionen Obstbäume auf solchen Flächen vorhanden, in den 1960er-Jahren waren es noch 35 Millionen gewesen.

Preisträger

Für das Ansinnen der ARGE Streuobst, Obstbaumwiesen als „Immaterielles Kulturerbe der UNESCO“ schützen zu lassen, sind die Aktivitäten der Mostbarone äußerst hilfreich. So wurden beim gemeinsam mit dem Umweltdachverband ausgeschriebenen Bewerb „Apfel, Birne, los“ die vielen Projekte der Mostbarone in der Kategorie „Finanzielle Inwertsetzung“ gewürdigt. Zusätzlich erhielt mit der Purgstaller Familie Selner eine Mostbaronfamilie einen Hauptpreis.

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Sie hatte 2014 die Gaststätte „Mostlandhof“ gekauft – und außerdem den Streuobstgarten revitalisiert und auf 650 Obstbäume vergrößert.