Deutsche Bahn: In der Frachtsparte 6.000 Stellen bedroht

Die Frachtsparte der Bahn transportierte im ersten Halbjahr 2025 zehn Prozent weniger Güter.
Deutsche Bahn reopens Ahr Valley railways following the 2021 floods

Die Deutsche Bahn will in der krisengeplagten Frachtsparte DB Cargo Tausende Stellen streichen. Ziel sei es, im Jahr 2030 noch rund 8.000 Beschäftigte zu haben, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwochabend. Aktuell hat das defizitäre Unternehmen rund 14.000 Mitarbeiter. Die Bahn wollte sich zunächst nicht zu den Informationen äußern.

Der neue Cargo-Chef Bernhard Osburg feilt derzeit an einem neuen Restrukturierungsplan. Die Beratungsgesellschaft Oliver Wyman hatte im Herbst das bisherige Sanierungskonzept als nicht ausreichend eingestuft und damit maßgeblich zum Rauswurf der damaligen Cargo-Chefin Sigrid Nikutta beigetragen. Auf Druck der EU-Kommission, die übermäßige staatliche Subventionen verhindern soll, ist DB Cargo verpflichtet, bis Ende 2026 profitabel zu werden. Denn der Mutterkonzern darf die Verluste der Tochter nicht mehr ausgleichen.

Die Frachtsparte der Bahn transportierte im ersten Halbjahr 2025 zehn Prozent weniger Güter, der Umsatz sank um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der operative Verlust verbesserte sich auf 96 Millionen Euro. Im Güterbereich machen Konkurrenten der Bahn bereits rund 60 Prozent des Geschäfts in Deutschland. Die Geschäftszahlen der Bahn für das Gesamtjahr 2025 werden im März 2026 erwartet.

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