Brexit wäre "für Europa nicht leicht zu verkraften"
Eine Austritt Großbritanniens aus der EU hätte negative Auswirkungen auf die gesamte europäische Wirtschaft. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung drohen bei einem Brexit steigende Kreditzinsen, Turbulenzen auf den Finanzmärkten und die Abwertung von Pfund und des Euro.
Auch der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Achim Wambach, warnt vor den Folgen. "In Großbritannien leben 13 Prozent der Einwohner von Europa und Großbritannien macht 17 Prozent der Wirtschaftskraft aus – ein Ausstieg wird für Europa nicht leicht zu verkraften sein."
Neues Szenario
Es sei schwierig zu prognostizieren, wie stark sich ein Ausstieg Großbritanniens auf die gesamtwirtschaftliche Lage auswirken würde, da es keine Vorbilder für ein solches Szenario gebe, sagte Wambach. "Die Konjunktur der EU ist recht empfindlich, jede Negativmeldung könnte Einfluss haben."
Deutschlands oberster Bankenaufseher Felix Hufeld glaubt, dass nach einem EU-Austritts von Großbritannien deutsche Banken unter Druck kämen. "Die größten Institute bekämen die größten Probleme. Sie haben die meisten Handelsaktivitäten mit beziehungsweise in London." Ähnliche Bedenken hat Frankreichs Zentralbank-Präsident François Villeroy de Galhau. Ein Ausscheiden aus der EU hätte negative Folgen für das Wachstum und den stark vernetzten innereuropäischen Handel sowie den Kapitalverkehr.
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