Nach der Team-Pause droht Rapid der Absturz

Ein Fußballspieler liegt nach einem Sturz auf dem Rasen.
Auslosung: Es folgen drei Partien, die im Herbst jeweils 1:2 verloren gingen.

Krise bei Rapid, gereizte Stimmung bei der Austria, Fanproteste bei Sturm: Da die anderen vermeintlich Großen schwächeln, reicht Salzburg ein durchschnittliches Frühjahr, um dem Ziel – der Titelverteidigung – ohne große Aufregung immer näherzurücken.

In Hütteldorf droht hingegen der Totalabsturz. Nach dem 0:1 in Ried und der Länderspielpause stehen das Heimspiel gegen Salzburg, die Partie in Wolfsberg und das letzte Heimderby im Prater gegen die Austria an. Genau diese Spielansetzung brachte im Herbst gleich drei 1:2-Niederlagen in Folge.

Nach der zweiten Pleite in Serie und dem dritten Spiel ohne Torerfolg blickt Trainer Zoran Barisic der Gefahr ins Auge. Kann es sein, dass all der Bonus aus dem Herbst verspielt wird und die Rapidler am Ende mit einer enttäuschenden Saison dastehen? "Ja, das kann passieren", meint Barisic. "Im Fußball kann alles passieren."

So wie ein Spiel in Ried, das trotz klarer Überlegenheit verloren geht. Vielleicht war das unglückliche 0:1 aber auch noch eine Strafe für den peinlichen Auftritt gegen die Südstädter.

Ein Punkt plus

Auch wenn die Stimmung jetzt wesentlich schlechter ist, hat Rapid einen Punkt mehr erspielt als vor einem Jahr nach 28 Runden. Das erste Saisonziel (mehr als die 67 Zähler der Saison 2014/’15) wäre also noch möglich. Die zweite Zielsetzung (Qualifikation für eine Europacup-Gruppenphase) wurde mit dem Gruppensieg in der Europa League ohnehin übererfüllt. Nur das dritte Ziel (Einzug ins Cup-Finale) wurde klar verfehlt.

Eindimensional

"Sowohl gegen Altach als auch gegen Ried hat nur die Chancenverwertung nicht gepasst", meint Barisic. Vor dem Altach-Spiel lautete der KURIER-Titel "Kann Rapid ohne Goalgetter Meister werden?" Drei Partien später ist die Antwort klar: nein.

Das Rapid-Spiel ist darauf ausgelegt, dass der Mittelstürmer die Vorstöße über die Flügel abschließt – und in der Fixierung darauf eindimensional. Das hat mit Robert Beric perfekt funktioniert. Zum Frühjahrsstart schien auch Matej Jelic in Fahrt zu kommen. Doch mit den Stolperern gegen Altach war beim Kroaten das mühsam aufgebaute Selbstvertrauen auch wieder dahin.

Barisic nimmt Jelic in Schutz: "Es wäre unfair, das 0:1 nur an ihm aufzuhängen." Er ist vom 25-Jährigen überzeugt: "Er hat viele Waffen im Abschluss. Das muss funktionieren, vielleicht dauert es bis zum Sommer."

Davor wäre der Titel abseits der aktuellen Abwärtstendenz ohnehin kurios – noch nie gab es in der Bundesliga einen Meister mit mehr als zehn Pleiten, erst einmal einen mit der aktuellen Anzahl an Rapid-Niederlagen.

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