Die Bilanz nach 100 Tagen Barisic
Rapid gegen Wiener Neustadt – das wird wegen des frühen Beginns um 16.30 Uhr bei knapp 40 Grad die bisher heißeste Partie. Dieses Duell hat aber auch eine spannende Vergangenheit: 2011 kam es zum einzigen Aufeinandertreffen des aktuellen Rapid-Trainers mit Vorgänger Peter Schöttel. Zoran Barisic siegte damals als Interimstrainer der Grünen gegen Schöttels Neustädter mit 4:1.
Am 13. April 2013 gewann Schöttel sein letztes Spiel als Rapid-Trainer. Nach dem 2:0 gegen die Niederösterreicher hoffte Helmut Schulte auf eine Wende durch den ersten Erfolg in seiner Amtszeit und wunderte sich über die Schmähungen der Fans. Mittlerweile hat der Sportdirektor mit seiner Arbeit überzeugt – während für Schöttel nach der Cup-Blamage gegen Pasching nur vier Tage später Schluss war.
Alte Tugenden
100 Tage später erklärt Schulte, was sich unter Barisic geändert hat: „Das Trainerteam arbeitet authentisch, hat mehr Leistungswillen und Freude in die Trainingsarbeit gebracht.“
Anfangs wunderte sich Schulte noch, warum die unter Schöttel oft pragmatisch erspielten Zu-null-Siege bei den Fans kaum Begeisterung auslösten. Mittlerweile ist der Deutsche besser in die Rapid-Historie eingelesen und sagt: „Unter Barisic werden die Rapid-Tugenden und die Offensive stärker betont – was auch gut ist.“ Bei den Trainingseinheiten fällt auf, dass Barisic und sein Assistent Carsten Jancker die meisten Kommandos geben, während der ruhigere Thomas Hickersberger wie unter Schöttel für die taktischen Feinheiten zuständig ist. Von den Spielern ist zu hören, dass das Motto „Zuckerbrot und Peitsche“ gilt: Die Spieler werden öfters kritisiert als früher, aber auch für Details mehr gelobt. Für den Heimstart im gut gefüllten Hanappi-Stadion kündigt Barisic „Überraschungen“ an.
Keine Überraschungen erwartet Barisic durch die Hitze: „Als Trainer erwarte ich Tempofußball – egal, ob bei zehn oder 50 Grad.“ Für den Spieler Barisic waren solche Temperaturen hingegen „die Hölle. Ich habe so viel geschwitzt, dass ich sogar die Schuhe tauschen musste.“
Kommentare