Gager gibt’s billig: Der genügsame SKN-Trainer

Ein junger Fußballspieler im lila Trikot des FK Austria Wien.
Wenn Austria-Talente kommen, könnte St. Pölten noch Kerschbaumer verkaufen.

Christoph Brunnauer erfüllt mittlerweile alle Anforderungen für die Bezeichnung "Langzeit-Manager": Der Sportdirektor des SKN übernahm diese Funktion in St. Pölten noch vor dem Aufstieg aus der Regionalliga Ost. Und der ist mittlerweile auch schon sechs Jahre her.

Trotzdem bastelte er nur mit drei Trainern am jeweiligen Kader. Martin Scherb, schon aus gemeinsamen Zeiten im Amateur-Fußball ein enger Freund, Gerald Baumgartner, der nach neun Monaten zur Wiener Austria weiterzog, und Herbert Gager, der am Donnerstagabend zum zweiten Mal den Großklub PSV Eindhoven in der Qualifikation zur Europa League fordern durfte.

Mit Scherb krachte Brunnauer in Transferfragen öfters aneinander, die Versöhnung folgte aber – wie unter Freunden üblich – ebenso schnell. Scherb akzeptierte stets den finanziell engen Rahmen in Spielerfragen.

Hartnäckiger war Baumgartner, der den St. Pöltnern in aller Deutlichkeit ausrichtete, dass ohne teure Einkäufe der angepeilte Aufstieg nie zu realisieren sei. Brunnauer hielt meist dagegen – so wie bei der Frage nach der ablösefreien Rückkehr von Daniel Segovia. Baumgartner wollte unbedingt seinen früheren Pasching-Schützling Casanova aus Horn kaufen. "Jetzt zeigt sich, dass Segovia torgefährlicher als Casanova ist", sagt Brunnauer, der mit Gager eine neue Art des Zusammenarbeitens erlebt.

Violettes Tauziehen

Obwohl der SKN im Europacup mehrere hunderttausend Euro Gewinn macht, drängt der Ex-Austria-Trainer nicht auf teure Einkäufe. Im Gegenteil. "Wenn ich noch Peter Michorl von den Austria Amateuren bekomme, bin ich zufrieden. Sollte auch noch ein Leihgeschäft mit Sascha Horvath möglich sein, wäre ich überglücklich", sagt der genügsame Gager.

Vorgänger bzw. Nachfolger Baumgartner bestätigte Gager, dass die U-19-Teamspieler in St. Pölten mehr Spielpraxis sammeln könnten als bei ihm. Die beiden Techniker würden auch gerne zum früheren Förderer wechseln. Nur Austrias Sportvorstand Parits sagt Nein. "Er will die beiden nur verleihen, wenn sie vorher ihre auslaufenden Verträge verlängern. Aber das werden sie nicht machen", erzählt Gager.

Sollte Parits einlenken, kann sich Gager sogar noch den Verkauf seines Schlüsselspielers vorstellen: Konstantin Kerschbaumer steht schon lange auf der Wunschliste von Grödig, Brunnauer blockte bisher ab. "Wenn sich bei den Zugängen noch etwas tut und für Kerschbaumer viel Geld reinkommen würde, können wir darüber reden", kündigt Gager an. So viel Verständnis hat Brunnauer in seinen sieben Jahren beim SKN noch nicht erlebt.

Kommentare