Die Luxusprobleme der Königlichen

Cristiano Ronaldo und Carlo Ancelotti im Gespräch.
Bei Titelverteidiger Real Madrid steht Erfolgscoach Carlo Ancelotti in der Kritik.

Seine Mannschaft ist der Titelverteidiger in der Champions League. Außerdem hat sein Team die Klub-Weltmeisterschaft, den europäischen Supercup und dazu noch die spanische Copa del Rey gewonnen und liegt aktuell in der Primera Division mit nur einem Punkt Rückstand auf Barcelona an zweiter Position. Und der Einzug ins Champions-League-Viertelfinale sollte am Dienstag (20.45 Uhr, live auf Puls4) nach dem 2:0 im Hinspiel auf Schalke auch nur mehr Formsache sein.

Es könnte also eigentlich gar nicht besser laufen für Carlo Ancelotti und seine Königlichen von Real Madrid. Und trotzdem sieht sich der Erfolgscoach nun schon seit Wochen mit einer Trainerdiskussion konfrontiert, nachdem sich das Starensemble aus Madrid im Jahr 2015 die eine oder andere Schaffenspause gegönnt hatte. Nach der 0:1-Niederlage am Samstag gegen Bilbao wähnt die Sporttageszeitung Marca Real gar im "freien Fall."

Ancelottis weiche Hand

Im Mittelpunkt der Kritik steht dabei keineswegs Cristiano Ronaldo, der nach seiner Wahl zum Weltfußballer in ein Loch gefallen ist und in vier der letzten acht Ligaspiele nicht einmal einen Torschuss abgegeben hat. Nein, der ganze Ärger richtet sich gegen Carlo Ancelotti und dessen Führungsstil. Eben jenen Stil, für den der Italiener bis vor wenigen Wochen allseits noch gelobt worden war.

Ancelotti hätte eine zu weiche Hand und würde zu seinen Spielern ein viel zu freundschaftliches Verhältnis pflegen, lautet der Hauptkritikpunkt. "Mit meiner weichen Hand habe ich drei Mal die Champions League gewonnen", kontert Ancelotti.

Trotz der aktuellen Unruhe bei Real hat man bei Gegner Schalke die Hoffnung auf eine Sensation bereits aufgegeben. Das können wir nicht mehr packen", bekannte Max Meyer, "ein Weiterkommen ist sehr unrealistisch."

Kein Rekord für Ödegaard

Martin Ødegaard hält ein Trikot von Real Madrid mit seinem Namen hoch.
epa04575903 Real Madrid's new Norwegian midfielder Martin Odegaard poses for photographers during his presentation as new player of the Spanish Primera Division soccer club in Madrid, Spain, 22 January 2015. Odegaard, 16, will train with the club's first and second team and will play in the Spanish Segunda Division B. EPA/BALLESTEROS
Norwegens Fußballtalent Martin Ödegaard wird auf Schalke nicht mit dabei sein. Der Jungstar wurde von Ancelotti nicht in den Kader für das Rückspiel einberufen. Damit verpasst der Norweger die Chance jüngster Spieler in der Champions League zu werden. Diesen Rekord hält der ehemalige Profi des RSC Anderlecht, Celestine Babayaro, der 1994 im Alter von 16 Jahren und 87 Tagen zum Einsatz gekommen war. Ödegaard wäre um vier Tage jünger gewesen.

Wie die Zeitung El Pais berichtete, hätte Real-Präsident Florentino Perez es gerne gesehen, wenn der Norweger zu einem Kurzeinsatz gekommen wäre, weil dies den Marktwert des Spielers erhöht hätte. Ödegaard spielt mit der B-Elf von Real in der 3. Liga. Er trainiert zuweilen mit der ersten Mannschaft und ist auch für die Champions League gemeldet.

Historische Chance für Basel

Im zweiten dienstägigen Achtelfinal-Rückspiel stehen sich der FC Basel und der FC Porto gegenüber. Die Schweizer haben in Portugal die Chance, erstmals in der Champions League in die Runde der besten acht Teams einzuziehen. Die Ausgangslage spricht nach dem 1:1 im Hinspiel zwar für die Gastgeber, diese müssen allerdings auf ihren Kapitän und Torjäger Jackson Martinez verzichten. Ein Hoffungsschimmer für die Baseler, die ihre Chance nutzen wollen.

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