Barisic: "Alltag ist jetzt noch wichtiger"
Um 4.30 Uhr landete Rapid nach dem 1:3 in Kiew wieder in Wien. Müde aber entschlossen blickte Trainer Zoran Barisic nach vorne: „Jetzt gilt es, neue Ziele vorzugeben. Der sogenannte Alltag ist jetzt noch wichtiger, das Spiel am Sonntag von großer Bedeutung – auch emotional.“ Gegen Wiener Neustadt soll nach drei Pflichtspielniederlagen am Sonntag (19 Uhr) im letzten Heimspiel des Jahres ein lehrreicher und in vielen Bereichen erfolgreicher Herbst mit einem Sieg eine zählbare Bestätigung bekommen.
Zum größten Konkurrenten werden die Verschleißerscheinungen. Schlüsselkräfte wie Petsos, Trimmel oder Schaub wirken überspielt und sind gedanklich nicht mehr so handlungsschnell wie bis in den November. Sabitzer fällt verletzt aus.
Schultes Nachfolger
Hinter den Kulissen wird an der Zukunft gebastelt. Andreas Müller ist einer von zwei verbliebenen Kandidaten auf die Nachfolge von Helmut Schulte. Der 51-jährige Deutsche kennt den scheidenden Sportdirektor von Schalke: 1993 trainierte Schulte den Mittelfeldspieler. 2008 verkündete Müller als Manager die Trennung vom Nachwuchs-Chef Schulte, der wieder zu St. Pauli zurückkehrte. Schulte beschreibt in seinem Buch „Drei St.-Pauli-Leben“, wie ihn Müllers Vorgehen enttäuscht hätte. Es folgte aber eine Aussprache.
Zuletzt ging das Engagement Müllers in Hoffenheim trotz teurer Einkäufe schief. Der Ex-Profi (Meister mit Stuttgart, UEFA-Cup-Sieger mit Schalke) soll aber ohnehin mehr Gefallen am Aufbau eines Teams mit begrenzten finanziellen Mitteln finden. Niedriger als aus Deutschland gewohnt wäre aber auch sein Gehalt in Wien.
Parallel wird mit einem zweiten, erfahrenen, bei den Hearings überzeugenden Kandidaten verhandelt. Wenn alles perfekt läuft, könnte der Schulte-Nachfolger am Montag vor der Weihnachtsfeier präsentiert werden.
Fan-Tragödie
Die Reise nach Kiew endete mit einer Tragödie. Ein 71-jähriger Fan sank beim Verlassen des Stadions mit den Worten „Mir ist schlecht“ seiner Frau in die Arme. Trotz Reanimationsmaßnahmen führte ein Herzinfarkt zum Tod. Der Wiener war Stammgast im VIP-Klub und begleitete seit Jahrzehnten Rapid quer durch Europa. „Es ist furchtbar. Aber wenn sich mein Mann den Tod aussuchen hätte können, wäre es bei einem Rapid-Spiel gewesen“, sagte die Witwe, die im Mannschaftsflieger heimflog und vom österreichischen Botschafter bei der Abwicklung der Formalitäten in der Ukraine unterstützt wird.
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