Syrien: Sprengstoff-Fässer auf Schule

Dutzende Syrer starben allein in den letzten Tagen, Hunderte wurden allein in Aleppo verletzt.

Auf einmal fielen Fässer vom Himmel. In mehreren Wohnvierteln brachten sich Menschen in Sicherheit, doch Dutzende zu spät. Die Fässer, die Regierungstruppen am Sonntag und Montag aus Hubschraubern auf Häuser, Autos und sogar eine Schule in der heftig umkämpften Stadt Aleppo warfen, waren gefüllt mit Sprengstoff.

Die Zahl der Todesopfer stieg immer weiter. Montagnachmittag zählten die Ärzte des lokalen Revolutionskomitees von Aleppo bereits 83 Tote. Allein in der Tajbe-Schule im Viertel Al-Endharat starben 13 Menschen, viele von ihnen Schüler.

Die Rebellen, die Teile der Großstadt Aleppo kontrollieren, riefen nach Vergeltung. Zivilisten sollten sich von Armee-Stützpunkten und öffentlichen Gebäuden fernhalten – man wolle Kollateralschäden gering halten. Heftige Kämpfe wurden erwartet.

Vertriebene entführt

Dutzende Syrer starben allein in den letzten Tagen, Hunderte wurden allein in Aleppo verletzt. Angeblich soll ein Geheimdienst aus einer Unterkunft für Vertriebene bei Damaskus zwei Familien entführt haben. Die Zivilisten aus Rebellengebieten sollten gegen Gefangene der Rebellen ausgetauscht werden.

Die Orte, an denen sich Syrer sicher fühlen, werden immer weniger. Die UNO schätzt, dass im kommenden Jahr rund sieben Millionen Menschen in Syrien und in den Nachbarländern von Nothilfe abhängig sein werden. 16 Millionen Syrer seien in „unterschiedlichem Maße“ von dem Bürgerkrieg betroffen. Das sind drei Viertel der Gesamtbevölkerung. Die Vereinten Nationen baten die internationale Gemeinschaft am Montag für 2014 um 4,7 Milliarden Euro für Syrien. Das ist der höchste Betrag, den die UNO jemals für ein einzelnes Land beantragt hat.

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