Polizei will rund 150 private Mini-Bordelle schließen

Drei illegale kleine Etablissements wurden bereits ausgehoben, doch das ist erst der Anfang.

Eines der ersten „Opfer“ der Polizeiaktion gegen Klein-Bordelle in Wien war ein Arzt, der beim Liebesakt ertappt wurde. Gegenüber den Beamten legte er fast schon eine Lebensbeichte ab und nannte zahlreiche weitere Adressen, wo man in privaten Wohnungen Sex gegen Geld bekommen würde. Die meisten davon sind den Beamten bereits bekannt, denn die Aktion in der Nacht auf Dienstag war erst der Beginn. Pro Aktionstag wird künftig ein Bezirk bestimmt, die Premiere war in Meidling. Drei Klein-Bordelle wurden ausgehoben, 18 illegale Prostituierte angezeigt und vier davon festgenommen, weil sie keine Aufenthaltserlaubnis hatten.

Großaktion im Herbst

„In diesem Herbst führen wir eine Großaktion gegen die illegale Prostitution in den privaten Wohnungen durch“, erklärt Wolfgang Langer, Leiter des Prostitutionsreferates der Polizei. Rund 150 solcher illegalen Mini-Bordelle dürfte es in der Bundeshauptstadt geben, etwa zwei bis vier Frauen arbeiten dort jeweils. Die Mehrheit davon stammt aus Asien, viele aus China. Die meisten dieser Klein-Puffs sind durchaus gut und modern ausgestattet. „Das größte Problem ist das Gesundheitsrisiko“, erklärt Langer. Denn die Prostituierten sind nicht registriert und führen keine Gesundheitsuntersuchungen durch. Was wenige wissen: Bei dieser Form der illegalen Prostitution machen sich auch die Freier strafbar, sie müssen bis zu 500 Euro Strafe bezahlen.

„Wir führen diese Aktionen so lange durch, bis diese illegalen Bordelle schließen“, erklärt Langer. Die Prostituierten müssen bei jedem Besuch der Polizei bis zu 800 Euro Strafe zahlen, die Organisatoren mehrere Tausend Euro. Hilfe bekommt die Polizei auch von den legalen Bordellbetreibern. Diese haben heuer den mühsamen Behördenweg durchgemacht, um sich registrieren zu lassen – die illegalen Puffs im Stock darüber sind ihnen nun ein Dorn im Auge. Doch wirklich geheim sind die Mini-Bordelle ohnehin nicht, schließlich müssen sie in Inseraten um Kunden werben.

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